Alter des Universums: Neue Analyse grenzt den wahrscheinlichsten Wert ein

Die Hubble-Spannung (Hubble tension) ist eines der größten ungelösten Rätsel der modernen Kosmologie. Die Hubble-Konstante – ein Wert, der die aktuelle Expansionsrate des Universums misst – wurde mit verschiedenen Techniken berechnet. Die erste Methode ist die lokale Distanzleiter, die nahegelegene Galaxien beobachtet. Diese Messungen deuten darauf hin, dass das Universum schneller expandiert und jünger ist. Die zweite Methode basiert auf Messungen des frühen Universums. Hierbei wird die kosmische Mikrowellen-Hintergrundstrahlung analysiert, was auf eine langsamere Expansion und ein höheres Alter des Universums schließen lässt.
Diese Diskrepanz in den Berechnungen wird als Hubble-Spannung bezeichnet. Anstatt die Expansionsrate direkt zu messen, analysierten Astronomen nun einen bestehenden Katalog stellarer Altersdaten, der verlässlichere Informationen über das Alter des Universums liefert. Hierfür wurden Daten der leistungsstarken Gaia-Mission der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) herangezogen. Gaia misst die stellare Parallaxe, wodurch Entfernungen mit extrem hoher Präzision bestimmt werden können.
Ein Katalog mit dem Alter von über 200.000 Sternen der Milchstraße wurde untersucht, wobei nur die Daten der ältesten und zuverlässigsten Sterne verwendet wurden. Die Analyse ergab ein wahrscheinlichstes kosmisches Alter von 13,6 Milliarden Jahren. Dieser Schätzwert deckt sich weitgehend mit dem Alter, das aus der kosmischen Mikrowellen-Hintergrundstrahlung abgeleitet wurde.
Dennoch ist die Hubble-Spannung damit noch nicht vollständig gelöst, da Unsicherheiten in den Sternentwicklungsmodellen, den Techniken zur Altersschätzung und den Messungen der chemischen Zusammensetzung bestehen. Zukünftige Datenveröffentlichungen der Gaia-Mission werden diese Unsicherheiten jedoch deutlich verringern und das Alter des Universums mit noch höherer Präzision bestimmen.







