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Autonomes Fahren Level 4: BVG startet größtes ÖPNV-Pilotprojekt mit VW ID. Buzz AD in Berlin

Autonomes Fahren Level 4: BVG startet größtes ÖPNV-Pilotprojekt mit VW ID. Buzz AD in Berlin (Bildquelle: GPT-image-1)
Autonomes Fahren Level 4: BVG startet größtes ÖPNV-Pilotprojekt mit VW ID. Buzz AD in Berlin (Bildquelle: GPT-image-1)
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben das bundesweit ambitionierteste Testprojekt für Autonomes Fahren Level 4 initiiert und setzen dafür den elektrischen VW ID. Buzz AD im Realverkehr des Nordwestens der Hauptstadt ein. Das vom Bundesverkehrsministerium mit 9,5 Millionen Euro geförderte Vorhaben zielt auf die Skalierbarkeit zu einer der größten fahrerlosen ÖPNV-Flotten Deutschlands ab, wobei die kritische Level-4-Technologie der VW-Tochter MOIA zum Einsatz kommt.

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) leiten mit dem Projekt NoWeL4 (Nord-Westraum Level 4) die intensivste Erprobungsphase des autonomen Fahrens im deutschen Nahverkehr ein. Im Fokus der Analyse steht die Validierung der Level 4-Autonomie des VW ID. Buzz AD im realen, komplexen Straßenverkehr der Bezirke Spandau, Charlottenburg-Wilmersdorf und Reinickendorf. Das Vorhaben, welches laut BVG eine "Initialzündung für ein maßgeschneidertes Mobilitätsangebot" darstellen soll, wird maßgeblich durch die Software und Services der Volkswagen-Tochter MOIA und eine Förderung von 9,5 Millionen Euro seitens des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr unterstützt.

Autonomes Fahren Level 4

Der Kern des Pilotbetriebs liegt in der Erreichung des Autonomielevels 4, welches theoretisch den komplett fahrerlosen Betrieb in einem definierten geographischen Gebiet ermöglicht. Dies erfordert eine hochkomplexe Integration von Sensorik, Künstlicher Intelligenz (KI) und digitaler Telematik, um auf unvorhergesehene Verkehrssituationen im urbanen Umfeld adäquat zu reagieren. Obwohl die Shuttles technisch für den Betrieb ohne Fahrer konzipiert sind, ist laut BVG während der Testphase ab 2026 noch eine menschliche Aufsichtsperson an Bord, die die Abläufe kontrolliert und im Notfall eingreifen kann. Dieses Prozedere markiert die aktuellen Grenzen der Systemzuverlässigkeit und die Notwendigkeit der Validierung unter Realbedingungen. Die Fahrzeuge werden zusätzlich permanent aus einer zentralen Leitstelle fernüberwacht.

Skalierbarkeit und politische Ambitionen

Das Testgebiet umfasst eine Fläche von etwa 15 Quadratkilometern und ist somit signifikant größer als frühere Erprobungen der BVG auf Campus- oder Industriearealen. Innerhalb dieses Bereichs sollen sich die Shuttles bedarfsgesteuert bewegen und rund 80 physische Bushaltestellen sowie virtuelle Haltepunkte anfahren. Die BVG plant, die gewonnenen Daten und Erkenntnisse zur Skalierung der Flotte bis in den fünfstelligen Bereich zu nutzen – ein hoch ambitioniertes Ziel, das eine lückenlose Robustheit der Software und der Cloud-Anbindung im Dauerbetrieb erfordert.

Die Testphase mit ersten geschlossenen Fahrgastgruppen soll im ersten Halbjahr 2026 beginnen, um die Akzeptanz und die operative Effizienz der autonomen Lösung zu bewerten. Das finale Ziel ist laut Senatorin für Mobilität Ute Bonde die Integration der autonomen Shuttles in den Regelbetrieb der Hauptstadt ab 2027, wobei hierfür eine formelle Serienzulassung für den Flottenbetrieb des Level-4-Systems durch die zuständigen Stellen in Bund und Land zwingend erforderlich ist.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hob in seiner Stellungnahme hervor:

„Autonomes Fahren ist der Schlüssel zur Mobilität der Zukunft. […] Hier wird echte Pionierarbeit geleistet, die weit über die Region und die Stadt Berlin hinausstrahlen wird.“

Die Kooperation mit wissenschaftlichen Partnern wie der Technischen Universität Berlin (TUB) und dem Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM) soll zudem die gesellschaftliche und technische Technikbewertung sicherstellen.

 

Ausblick auf die Verkehrswende

Während die Kooperation zwischen den größten deutschen Nahverkehrsunternehmen (BVG, Hamburger Hochbahn und Münchner Verkehrsgesellschaft) die industrieübergreifende Relevanz dieses Projekts zur Verkehrswende unterstreicht, bleiben kritische Fragen zur langfristigen Wirtschaftlichkeit und zur Bewältigung der Berliner Verkehrsdichte im fahrerlosen Regelbetrieb offen.

Die tatsächliche technische Robustheit der Level 4-Autonomie unter den spezifischen Belastungen des urbanen ÖPNV und die Fähigkeit der Sensorik, komplexe Verkehrsteilnehmer fehlerfrei zu identifizieren, müssen in den kommenden Jahren in der Praxis noch bestätigt werden. Das Projekt NoWeL4 wird somit zu einem zentralen Indikator für die zukünftige Umsetzbarkeit autonomer Massenmobilität in Deutschland.

 

 

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2025-10 > Autonomes Fahren Level 4: BVG startet größtes ÖPNV-Pilotprojekt mit VW ID. Buzz AD in Berlin
Autor: Ulrich Mathey, 20.10.2025 (Update: 24.10.2025)