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Bambu Lab A2L im Test: Viel Bauraum und Qualität zum fairen Preis und mit Plotter-Option

Fürs Große.

Der Bambu Lab A2L bietet viel Bauraum, starke Druckqualität und optionalen Mehrfarbendruck zum fairen Preis. Im Test zeigen wir, warum der 3D-Drucker besonders für Maker und Cosplayer interessant ist – und wo Kamera sowie offenes Gehäuse Grenzen setzen.
Silvio Werner Veröffentlicht am
3D Printing

Der Bambu Lab A2L druckt groß, gut und relativ günstig

Der Bambu Lab A2L ist eine gute Wahl für alle, die sehr solide Druckqualität und einen großen Bauraum suchen. Mit 379 Euro ohne und 489 Euro mit dem AMS Lite geht der Preis vollkommen in Ordnung. Da der Aufpreis für die Combo-Version überschaubar ist, lohnt sich der Griff dazu eigentlich immer, wenn Mehrfarbendruck ein Thema ist. Ein echter Gewinn ist das Cutting Upgrade Kit: Damit spart man sich in vielen Fällen schlicht einen separaten Plotter, mit Transferfolie lassen sich auch Kleidungsstücke individualisieren.

Für die Zielgruppe wie Maker oder Cosplayer passt das Gesamtpaket. Der offene Bauraum ist für diese Kundengruppen wahrscheinlich eher kein Problem. Konkret heißt das aber auch: Ohne geschlossenen Bauraum, Filamenttrocknung im AMS Lite und Bauraumheizung fallen technische Filamente flach. Richtig ärgerlich ist eigentlich nur die Kamera. Die taugt selbst fürs einfache Monitoring kaum und bringt keinerlei KI-Funktionen mit. Wer nach Alternativen mit offenem Bauraum sucht, landet schnell beim deutlich teureren Ender-5 Max oder beim Kobra 3 Max (Combo). Letzterer liegt preislich aktuell auf einem Niveau mit dem A2L, legt beim Bauraum mit 420 x 420 x 500 Millimetern aber nochmal eine Schippe drauf.

Pro

+ Großer Bauraum
+ Starke Druckqualität
+ Fairer Preis
+ Zuverlässiger Mehrfarbendruck
+ Hohe Zuverlässigkeit
+ Einfache Bedienung
+ Optionale Cutter-Funktion...

Contra

- ... aber kein Laser-Modul
- Offener Bauraum
- Keine Filamenttrocknung
- schwache Kamera
- eher geschlossenes Ökosystem

Preis und Verfügbarkeit

Der Bambu Lab A2L wird für einen Preis von 379 Euro verkauft, sowohl von Bambu Lab selbst als auch von zahlreichen Händlern. Die Kombo-Version kostet 489 Euro, mit dem Cutting Upgrade Kit wird der Drucker für einen Preis von 549 Euro angeboten.

Der Bambu Lab A2L ein moderner Bedslinger mit modularem Werkzeugkopf, einzelner Düse und reichlich Platz. In der Combo-Version sorgt das AMS Lite für den Druck mit mehreren Farben, Plotter- und Zeichenfunktionen lassen sich nachrüsten.

Spezifikationen

Bambu Lab A2L Combo 3D-Drucker
Technologie FDM
Druckvolumen 330 x 320 x 325 Millimeter
Größe 544 x 529 x 505 Millimeter
Aufstellfläche 750 x 750 x 800 Millimeter mit AMS Lite und Spulenhalter, unsere Empfehlung
Gewicht 12,8 (ohne AMS Lite)
Bewegungssystem Bedlinger
Extruder Servo-Extrudermotor
Genutztes Druckbett magnetische, flexible Textured PEI Plate, Cutting Platform
Temperaturen 300°C, Heizbett 80°C
Anschlüsse WiFi, microSD-Speicherkartenslot
Steuerung Touch-Bildschirm, Desktop- und Smartphone-App
Lieferumfang Grundlegendes Werkzeug, kleine Menge Filament

Zusammenbau nötig, aber einfach

Trotz des großen Bauraums kommt der A2L in einem überraschend kompakten Karton. Der Grund ist simpel: Ganz ohne Schrauben geht es nicht. Basis und Werkzeugturm müssen selbst zusammengebaut werden, das kennt man von geschlossenen Systemen wie dem Bambu Lab X2D oder Creality K2 Combo anders. Kompliziert ist das Ganze aber nicht, handwerkliches Geschick braucht man dafür kaum. Für das eigentliche Druckergebnis kritische Handgriffe wie das Spannen von Riemen bleiben einem erspart. Etwas Fingerspitzengefühl schadet allenfalls beim Ölen der Gleitschiene des Heizbetts nicht. Ein ausführliches Video führt Schritt für Schritt durch den Aufbau. Das AMS Lite aus der Combo-Version wird eher gesteckt als wirklich zusammengebaut. Die eigentliche Inbetriebnahme läuft völlig problemlos ab und schließt mit ein paar automatischen Kalibrierungen. Das nötige Werkzeug ist im Lieferumfang enthalten.

Der A2L wird in einem Paket geliefert
Der A2L wird in einem Paket geliefert
Und besteht aus zwei großen Teilen...
... die zusammengebaut werden müssen
Das Display ist ein wenig pixelig

Der A2L ist ein Bedslinger

Beim A2L handelt es sich um einen klassischen, offenen Bedslinger. Nachdem wir in den letzten Jahren vor allem geschlossene CoreXY-Drucker getestet haben, fällt der Unterschied direkt auf: Hier wandert das Druckbett nach vorne und hinten und damit auf der Y-Achse hin und her, während beim CoreXY der Kopf die X- und Y-Achse übernimmt und das Bett nur hoch und runter fährt. Theoretisch ist das Bewegen einer schweren Druckplatte immer ein gewisser Nachteil. Wie sich das beim A2L in der Praxis (nicht) auswirkt, schauen wir uns gleich noch an.

Filament bekommt der Drucker direkt von der Rolle oder über ein beziehungsweise mehrere AMS-Systeme. Das mitgelieferte AMS Lite ist wie der Drucker selbst offen gebaut und bietet entsprechend keine Trocknungsfunktion. Anders als etwa der AMS 2 Pro wird es nicht über einen einzelnen, sondern über vier PTFE-Schläuche angebunden.

An der Rückseite sitzt ein zweiteiliger Düsenwischer. Filamentreste beim Spülen wirft der Drucker nach links außen ab, die Positionierung wirkt gleichzeitig sinnvoll, aber auch ein wenig unglücklich. Das Gleiche gilt für die Kamera: 1.080p klingen auf dem Papier nett, aber die niedrige Bildrate und die fehlende KI-Erkennung machen sie fast überflüssig. Das 3,5-Zoll-Touchdisplay löst mit 240 x 320 Pixeln zwar recht grob auf, lässt sich aber problemlos bedienen. Ausgeliefert wird der A2L mit einer normalen Edelstahldüse; für gehärtete oder abrasive Filamente sollte eine gehärtete Stahldüse genutzt werden.

Optisch ist der A2L freundlich bis leicht verspielt gehalten
Optisch ist der A2L freundlich bis leicht verspielt gehalten
Filament zum Spülen wird nach links ausgestoßen
Der Bauraum ist groß, hier im Vergleich mit einer
Recht sinnvoll: Das Getriebe des AMS Lite ist von außen sichtbar
Die Aufnahmequalität der Kamera ist nicht optimal, die Bildrate gering

Der große Bauraum ist praktisch

Eines der wichtigsten Verkaufsargumente des A2L ist ohne Frage der große Bauraum. 330 x 320 x 325 Millimeter stehen zur Verfügung. Neben dem Standard-A1 (256 x 256 x 256 mm) wirkt das erst einmal nach moderatem Zuwachs, aber Fläche wächst eben im Quadrat und das Volumen sogar kubisch. Die Baufläche wächst von 655,4 cm² auf 1.056 cm², Entsprechend groß ist der A2L mit seinen 544 x 529 x 505 Millimetern auch auf dem Tisch.

Unabhängig vom konkreten Drucker: Wer den Stellplatz und das Geld hat, profitiert von einem großen Bauraum deutlich und sollte meiner Einschätzung nach im Zweifel zu einem größeren Drucker greifen. Vorteilhaft ist ein großer Bauraum eben nicht nur für Einzelteile. So lässt sich die Bauplatte auch mit kleinen Teilen vollpacken, was die Serienfertigung erheblich vereinfacht.

Das AMS Lite liest Bambu-Filamente automatisch per RFID aus. Es hängt per Kabel am A2L und lief im Test absolut unauffällig. Selbst einen provozierten Fehler – sprich verknotetes Filament – steckte das System klaglos weg: Nach dem Entwirren druckte der A2L einfach weiter. Optisch machen Drucker und AMS einen freundlichen, leicht verspielten Eindruck, ohne billig wie Spielzeug zu wirken.

Druckqualität auf hohem Niveau

Bei den Endergebnissen gibt es wenig zu meckern. Unser NBC-Testdruck lief sauber durch: Übergänge gelangen ohne Stützstrukturen, und bewegliche Elemente ließen sich direkt nach dem Druck ohne Gewalt bewegen. Feine Schriften bleiben gut lesbar, Stringing war selbst an spitzen Geometrien nur minimal vorhanden. Der Gewinde-Testdruck war unauffällig, selbiges gilt für den Benchy. Es wurden zusätzliche Testdrucke angefertigt, um den großen Bauraum zu testen. Eine runde Platte mit 300 mm Durchmesser zeigte keine Probleme mit der ersten Schicht oder Verzug, der Druck war über den ganzen Druck gleichmäßig. Zusätzlich wurden fünf 20-mm-Kalibrierwürfel gedruckt, und zwar in den vier Ecken der Druckplatte und in der Mitte. Optisch gab es keine Unterschiede, die Abweichungen bei den Abmessungen lagen innerhalb unserer Messtoleranz.

Weiterhin wurden zwei sehr hohe, schmale Türme in der linken vorderen und rechten hinteren Ecke gedruckt. Der Gedanke hinter diesem und auch dem Test mit den Kalibrierwürfeln: Provoziert werden sollten Fehler bei einer starken, sehr großen Bewegung des Druckbetts, wobei hier mit nicht ganz praxisrelevanten Extremfällen gearbeitet wurde - Fehler ließen sich eben nicht provozieren. Ob das nun an der beworbenen adaptiven Vibrationskompensation oder den speziellen Granulatdämpfern liegt, lässt sich nicht einfach isolieren. Entscheidend ist, dass das Endergebnis stimmt. Eine zumindest in (unrealistischen) Extremfällen durchaus realistische Gefahr kann aber das Umfallen solch hoher Drucke beim Druckvorgang sein, wenn man diese denn unbedingt auf die kleinste Fläche stellen muss. Im Vergleich etwa zum X2D ist die maximale Beschleunigung des Werkzeugkopfes beim A2L mit maximal 10.000 mm/s² nur halb so groß.

Gedruckt haben wir mit PLA Pure von Bambu Lab und günstigem PLA, PETG und TPU von Drittherstellern. Letzteres läuft offiziell zwar nicht über das AMS Lite, lässt sich über den externen Rollenhalter aber problemlos verarbeiten. Da der Drucker offen ist, hält er die Temperatur im Bauraum natürlich nicht, was bei Standard-Filamenten aber kein Problem darstellt. Zugluft sollte man trotzdem meiden. Eine Abluftfilterung gibt es systembedingt nicht. Der Mehrfarbendruck funktionierte unaufgeregt: Farbwechsel klappten zuverlässig, die Layer hafteten sauber aufeinander. Dass bei jedem Wechsel nicht nur geprimt, sondern auch reichlich gespült werden muss (mit entsprechendem Filamentverschnitt), ist für 3D-Drucker mit nur einer Druckdüse ein allgemeines Thema.

Plotter und Stiftmodul mit echtem Mehrwert

Das optionale Cutting Upgrade Kit für 70 Euro verwandelt den A2L in einen Plotter für Papier und Pappe oder einen Zeichenroboter. Wir werden uns dieser Funktion noch einmal im Detail widmen. Die Feinpositionierung per Smartphone-Foto über die Bambu Handy App klappt im Alltag erstaunlich gut. Die Stifthalterung ist ab Werk eher für dickere Stifte gedacht, ein mit Gewebeband umwickelter Fineliner ließ sich aber ebenso nutzen. Schneiden und Zeichnen laufen über eine zweiseitig klebende Matte. Das kann bei dünnem Papier knifflig werden, da es sich beim Abziehen einrollt.

Dafür spielt der große Bauraum hier voll seine Stärken aus, weil DIN-A4-Blätter auf die Platte passen. Gesteuert wird die Funktion über die Bambu Suite und nicht Bambu Studio. Ein Lasermodul bietet Bambu Lab nicht an. Dass der Hersteller bei einem offenen Drucker wegen des fehlenden Gehäuses und Filters darauf verzichtet, ist zwar nachvollziehbar, hier hätte Bambu Lab aber auch den großen Aufschlag in Bezug auf die Modularität wagen können.

Das Cutting Module ist einfach installierbar
Das Cutting Module ist einfach installierbar
Zwei Stifte werden mitgeliefert
Andere Stifte lassen sich nutzen - wenn man ein wenig bastelt
Auch Karton lässt sich schneiden

Transparenz

Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.

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Autor: Silvio Werner, 29.07.2026 (Update: 29.07.2026)