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Creative SXFI THEATER im Hands-On: Premium-Materialien, sehr gute Audioqualität, ordentliche Laufzeit, eher mäßige Software

Creative SXFI THEATER steht sogar den Jüngeren
Creative SXFI THEATER steht sogar den Jüngeren
Designt wurde es als kabelloses Headset mit der proprietären Klangverarbeitungstechnologie von Creative unter der Haube, aber das SXFI THEATER kann genauso gut mit digitalen und analogen Quellen verkabelt werden. Heute schauen wir uns die Vor- und Nachteile der Creative SXFI THEATER genauer an und kommen zu einem Fazit.
Codrut Nistor, Felicitas Krohn (übersetzt von Christian Hintze),

Creative hat momentan fünf Kopfhörer mit Super-X-Fi-Hardware im Angebot: Das SXFI AIR (bereits durch Alex Alderson auf unserer englischen Seite getestet) und AIR C, das hier zu testenden SXFI THEATER sowie das SXFI GAMER (Test auf englisch) und das SXFI TRIO, welches ich ebenfalls noch testen werde. Bevor wir fortfahren, möchte ich noch Edwin Ong von Creative dafür danken, mir das Headset zum Testen zur Verfügung gestellt zu haben. Wie immer spiegeln alle Äußerungen in diesem Artikel meine persönliche Meinung wieder und ich habe viele Stunden mit diesem Produkt verbracht bevor ich mich dazu entschieden habe zu schreiben, dass etwas daran gut oder auch nicht so gut ist.

Die offizielle Beschreibung liest sich wiefolgt: "2.4 GHz Low-latency Wireless USB Headphones mit Super X-Fi Audio Holography für Filme" und ich denke Creative könnte hier gerne noch "alternativ kabelgebunden" hinzufügen, denn das SXFi THEATER hat mich auch beeindruckt, als ich es als Kabel-Headset mit verschiedenen Geräten verbunden habe. Momenten kostet es rund 180 Euro auf Amazon. Das Creative SXFI THEATER funktioniert an PCs, Macs, PlayStation und Nintendo-Switch-Konsolen und quasi allen anderen Geräten, welche über einen 3,5-mm-Klinkenausgang verfügen.

Verpackung und Design

Wie bei allen anderen SXFI-Produkten auf dem Markt sieht auch die Verkaufsverpackung der SXFI THEATER großartig aus und stellt alle benötigten Informationen bereit, ohne dass der Nutzer erst in das Handbuch schauen muss.

Beim Verpackungsinhalt gibt sich Creative recht großzügig, wobei ein Set an Ersatz-Ohrpads durchaus willkommen gewesen wäre. Manch einer wird womöglich auch eine Tragebox oder eine Hülle vermissen, aber ich denke, dass dies für ein so großes Headset deutlich weniger wichtig ist als für In-Ear-Hörer. Neben dem Headset liegt der Box ein USB-Dongle, ein 3,5-mm-Line-In-Kabel (könnte vor allem in ein paar Jahren hilfreich sein, wenn der Akku tot ist und nicht ersetzt werden soll, aber auch jetzt sehr praktisch zum verbinden mit Geräten mit einem 3,5-mm-Klinkenanschluss), ein abnehmbares und sehr flexibles Gaming-Mikrofon, ein USB-C-Kabel zum Aufladen sowie ein separates USB-Verlängerungskabel bei, welches für viele Anwendungsfälle sehr nützlich sein kann.

Das soeben genannte Zubehör ist anfangs etwas schwer zu entdecken, da es sich in einer kleinen, weißen Schachtel befindet, die Creative auf die Rückseite der Plastikform befestigt hat, welche die Kopfhörer arretiert, damit sie nicht in der Verpackung hin- und herklappern. Nimmt man das Headset aus der Verpackung, dann fällt die weiße Schachtel nicht ab, sondern ist mit zwei Plastiklaschen befestigt. Das sagt zwar nichts über die Kopfhörer selbst aus, zeigt aber Creatives Sinn für Details auf.

In Sachen Materialien und Verarbeitung ähneln das SXFI THEATER den SXFI AIR. Obwohl das THEATER nicht über ein Touchbedienfeld verfügt, sind die "Soft Protein Leather"-Ohrmuscheln genauso gut, zumindest erwecken sie den Eindruck für Jahre zu halten. Die linke Ohrmuschel enthält alle Bedienelemente - Anschaltknopf für die Hörer und separat für das Mikrofon, 3,5-mm-Mikrofonanschluss, SXFI-Effektschalter, USB-C-Port zum Aufladen, 3,5-mm-Line-In-Klinkenanschluss und einen Lautstärkeregler.

Mit rund 339 Gramm könnte das Creative SXFI THEATER von einigen Nutzern schon als schwer bezeichnet werden. Für mich stellte das Gewicht des Headsets nie ein Problem dar. Andererseits machen die Form meines Kopfes und meiner Ohren manche Headset-Erfahrung schnell zum Alptraum. Wenn ich beispielsweise meine Koss Porta Pro benutze, kann ich manchmal problemlos für Stunden umherlaufen, aber an schlechten Tagen tut mir schon nach wenige Minuten mein linkes Ohrläppchen weh. Zwar habe ich beim Tragen der SXFI THEATER keine Probleme mit meinen Ohren, aber manchmal schmerzt die Stelle ein wenig, wo der Haltebügel auf meinem Kopf aufliegt. In den meisten Fällen hilft es aber, die Position des Headsets und insbesondere des Haltbügels leicht zu verändern. Wenn nicht, scheint es einfach Zeit für eine kleine Pause zu sein.

Ich möchte noch auf ein kleines Designdetail an der Seite der Kopfhörer eingehen. Dieses besteht nur aus ein paar Streifen, nichts Großartiges, aber Creative war aufmerksam genug, das gleiche Muster auch am USB-Dongle anzubringen, was nett aussieht. Außerdem gibt es zwei RGB-Leuchtringe, welche das SXFI THEATER besser aussehen und finden lassen, vor allem im Dunkeln. Sie sind aber auch nützlich, so zeigen sie zum Beispiel den Akkustand oder den Verbindungsstatus an, ohne dass man erst eine App checken muss.

Das abnehmbare Mikrofon hat einen tollen Look und fühlt sich auch hochwertig an. Die Metallummantelung lässt es sowohl flexibel als auch stabil sein, nachdem man es richtig für sich eingestellt hat. Auf den ersten Blick sieht alles beim Creative SXFI THEATER großartig aus und es fühlt sich auch so an, womöglich sogar etwas besser, als man es für ein 180-Euro-Headset erwarten würde.

Ausstattung und Funktionen

Kommen wir nun zu den technischen Merkmalen und Funktionen der zwei Schlüsselelemente, nämlich dem kabellosen Transmitter und dem Headset selbst, inklusive Details zu den Kopfhörern und dem Mikrofon:

• Highlights des SXFI TX Wireless Transmitters: Bis zu 10 Meter Reichweite ohne Hindernisse (eine einzige Betonwand kann diese schon halbieren), proprietäre drahtlose Verbindung mit niedriger Latenz bei 2,4 GHz und Bluetooth Low Energy, 5 V und 0,5 A Eingang, maximaler HF-Ausgang 2 dBm (typisch) oder 4 dBm (BLE).

• SXFI-THEATER-Highlights: 3,7 V 1300 mAh Akku mit 3 Stunden Ladezeit, bis zu 30 Stunden Autonomie bei ausgeschalteter LED, 50 mm Neodym-Treiber, 20 Hz - 20 kHz Frequenzgang, 32 Ohm Impedanz, 114 dB/mW @ 1 kHz Empfindlichkeit, unidirektionales Mikrofon mit Rauschunterdrückung mit 100 Hz - 8 kHz Frequenzgang, weniger als 2,2 kOhm Impedanz und einem Empfindlichkeitspegel von -42 dBV/Pa @ 94 dB SPL.

Auch wenn das Creative SXFI THEATER dank der niedrigen Latenz und der holografischen Audio-Unterstützung als Film- und Gaming-Headset beworben wird, habe ich festgestellt, dass es sich auch wunderbar als Over-Ear-Kopfhörer für Musik eignet. Allerdings hängt das Ergebnis von einer Reihe von Faktoren wie der Musikquelle und dem Musikstil ab, ganz zu schweigen von den individuellen Vorlieben des Zuhörers.

Die RGB-Farbringe auf beiden Seiten sind synchron und zeigen stets das Gleiche an. Je nach gedrücktem Knopf sind verschiedene Lichtmuster aktiv. Beispielsweise zeigen sie beim Drücken und kurzen Halten des Powerknopfs den Akkustand an, grün oder gelb bei genügend Restladung, zwei rote Lichtstreifen, wenn der Akku fast leer ist. Bei niedrigem Akkustand gibt es zudem einen Sprachhinweis, Ähnliches gilt für das An- und Ausschalten des Mikros. Außerdem zeigt der RGB-Ring den Status der kabellosen Verbindung an.

Nutzungsbericht: Ergonomie, Sound, Laufzeit

Das Headset fühlt sich stabil an und manchmal kann ich es stundenlang ohne negative Auswirkungen aufhaben. Um sicherzustellen, dass der Einstellmechanismus des Kopfbügels nicht nachgibt, muss dieser stets mit beiden Händen bedient werden. Ich kenne Personen, die Headphones stets mit nur einer Hand abnehmen und durch die Gegend schwenken und das Creative SXFI THEATER fühlt sich durchaus robust genug dafür an. Ich hingegen bevorzuge beide Hände zu benutzen, sei es zum Einstellen, Absetzen oder Aufsetzen von Over- oder On-Ear-Headsets.

Nach ein paar Monaten in Benutzung sehen die Ohrpads noch immer brandneu aus und ich glaube nicht, dass sich das so bald ändert. Erwähnt sei auch, dass ich das Headset mit meiner Brille verwendet habe und der Tragekomfort ausgezeichnet ist. Die Ohrenpads bieten auch eine gewisse Isolation von Umgebungsgeräuschen, allerdings wird man es noch hören, wenn jemand ein paar Schritte entfernt über einen flucht, während man Musik bei normalen Lautstärken hört.

Die Ohrenschalen sind nicht fixiert und erlauben gerade genug Bewegung, um ausreichend flexibel für mich zu sein. Nach langem Ringen kam ich zu dem Schluss, dass der Mangel an Polsterung am Kopfbügel einfach dadurch ausgeglichen werden kann, dass man die Ohrmuscheln sorgfältig anpasst, so dass der Kopfbügel die Schädeldecke nur so berührt, dass kein erhöhter Druck auf diesen Bereich entsteht. Natürlich kann man auch einfach den Kopfbügel etwas lockern. Aber wie schlecht ich den Kopfbügel auch eingestellt habe und wie groß der manchmal dadurch entstandene Schmerz oben auf dem Kopf auch war, meine Ohren befanden sich stets in himmlischen Gefilden.

Kommen wir nun zum Sound. Zunächst sei gesagt, dass die holografische Soundtechnologie namens SXFI ein wenig nach Versuch und Irrtum eines jeden Nutzers verlangt. In meinem Fall lieferte der erste Scan meiner Kopf- und Ohrform ein Soundmuster, welches jegliche Mitten bei den meisten Songs zerstörte. Irgendein Track mit verzerrten Gitarren? Unhörbar! Die Lösung? Ein neuer Scan und diesmal nutzte ich einfach den Kopf meiner Frau. Das Ergebnis ist beeindruckend. Als "Benchmark" nutzte ich dieses Cover von Mötley Crüe's Kickstart My Heart direkt auf YouTube. Nun hat nicht jeder den Kopf meiner Frau zur Verfügung, aber solange sich Gitarren nicht total matschig anhören und die Stimmen nicht total in den Hintergrund geraten, scheint der Scan funktioniert zu haben. Während die 50-mm-Neodym-Treiber in Nicht-SXFI-Szenarios deutlich kleiner erscheinen, lässt sie Creatives holografischer Sound aufblühen, dann fühlt sich alles komplett anders an. Zunächst noch ein weiterer Tipp: Vor dem Scan für ein neues Profil sollte der EQ immer neutral oder den eigenen Vorlieben nach eingestellt werden, da der SXFI-Effekt nicht über die rohe Audioquelle gelegt wird, sondern über den bereits EQ-angepassten Sound.

Verwendet man das Creative SXFI THEATRE als kabelloses Headset, so liefert das Headset einen Sound auf den Punkt, ziemlich kraftvoll, ohne Verzögerung, aber auch ziemlich kühl. Wie gesagt, kann dies aber auch stark von der Audioquelle abhängen. In der Windows-App gibt es kaum Einstellungsmöglichkeiten, der Nutzer muss sich also rein auf die SXFI-Technologie oder die EQ-Einstellungen in der Headset-Software verlassen. Die Reichweite der Verbindung entspricht der von Bluetooth-Lösungen, etwa 4,5 m von der Quelle entfernt mit einer Betonwand dazwischen? Kein Problem. Nochmal drei Meter mehr und eine zusätzliche Wand? Dann bricht die Verbindung ab. In einem großen Raum ohne dazwischen liegenden Wänden sollte die Reichweite etwa 9 Meter betragen.

Das Mikrofon funktioniert wie erwartet und lässt sich gut in Position bringen. Da ich nicht als Sänger tauge, besteht mein Mikrofontest für gewöhnlich aus Online-Kommunikation und Spracherkennung, mehr nicht. Leider gibt es dafür keinerlei Einstellmöglichkeiten in der SXFI-Kontroll-App und alle softwareseitigen Anpassungen müssen daher im entsprechenden Betriebssystem vorgenommen werden.

Der große Vorteil eines kabellosen Headsets, welches durch einen USB-Dongle mit verschiedenen Quellen verbunden wird, besteht darin, dass die Soundqualität und die Tonsignatur jedes Mal ziemlich gleich ist. Immerhin wird alle Rechenarbeit von der Hardware im Dongle übernommen und der Einfluss der Software im Quellgerät ist in den meisten Fällen eher zu vernachlässigen. Der Dongle und das Headset arbeiten sehr gut zusammen, aber das hängt, wie gesagt, auch an der verwendeten Audioquelle. Als ich das Headset via 3,5-mm-Klinke an einige meiner Audiogeräte angeschlossen habe, hat mich das Ergebnis stellenweise umgehauen.

Ich habe mich durch eine ganze Reihe von Musik-Genres (sowohl verlustfreies Encoding, als auch komprimiertes sowie Online-Radio), aber auch Spiele, Filme und sogar FM-Radio und Old-School Kassetten auf meinem Sony-WM-FX290-Walkman (Covenant's “Nexus Polaris”) getestet (mit Mega-Bass an und aus, ein erstaunliches Audiofeature im Jahr 2020). Ich kann letztlich nicht sagen, dass das Headset für ein bestimmtes Genre besser geeignet wäre als für andere. Nur Liebhaber von extremen Bässen sollten sich eher im Bereich von unter 5 Hz umsehen ...

Überrascht wurde ich beim Verbinden der SXFI THEATER mit dem EPOS | Sennheiser GSX 1200 PRO USB DAC, welches sich an Gamer richtet. In diesem Szenario stieß ich auf eine großartige, virtuelle 7.1-Erfahrung, welche YouTubes verlustbehaftete Musik oder gar 128-kbit-Online-Radio wie vom anderen Stern erscheinen lässt. Das Beste an dieser Hardware-Kombi ist, dass Sennheisers Virtualization komplett anders klingt als Creatives SXFI. Das hat mich ein weiteres Mal daran erinnert, dass es nur so scheint, als würde das Headset einen neutralen oder gar flachen Sound abliefern - es braucht aber nur eine gute Quelle oder ein bisschen Optimierung (Windows-Nutzer sollten das als "Scannt euren oder andere Köpfe, solange bis es passt" verstehen), um einen großartigen Sound herauszuholen.

Zusätzlich habe ich das SXFI THEATER per Kabel an meine SanDisk Sansa e250 (natürlich mit Rockbox geladen, versteht sich) und Fiio X3 II Portable Media Player gehängt. In beiden Fällen konnte sich das Ergebnis sehr gut hören lassen. Ich würde das Headset ganz klar stets mit auf Reisen nehmen, wenn ich gleichzeitig einen dieser beiden Player mit zur Hand habe, oder aber den Fiio M3 Pro, der soeben angekommen ist und der demnächst einen eigenen Test von mir spendiert bekommt. 

Bevor wir uns der Software widmen, möchte ich noch kurz auf die Akkulaufzeit eingehen. Wie erwartet schwinden die beworbenen 30 Stunden Laufzeit je nach gewähltem Lautstärkepegel und dem Status der LED-Leuchtringe. Für alle durchschnittlichen Nutzungsszenarien, bei denen das SXFI THEATER täglich für einen Film und ein paar schnelle Spiele am Abend verwendet wird, sollte eine wöchentliche Aufladung ausreichen. Wer die Lautstärke hochfährt und die LED-Ringe stets aktiv hält, kommt immer noch auf rund 20 Stunden Akku-Ausdauer. Das ist nicht schlecht, aber wenn die Konkurrenz dreimal mehr auffährt, wird es doch zum Problem.

Achillesverse: Die Software

Creatives Software-Umgebung ist ziemlich verwirrend, einfach schon, weil es eine ganze Reihe von Apps gibt, jede nur mit einer stark limitierten Anzahl an unterstützten Geräten. Eine einzige, große App wäre da womöglich sinnvoller. Im Falle der SXFI THEATER sprechen wir gleich von drei notwendigen Apps: Der SXFI-Control-App für Windows und macOS, dann die SXFI-AIR-Control- und SXFI-APP, welche auf Android- und iOS-Geräten installiert werden soll.

Die erste erwähnte App ist ziemlich geradlinig und erlaubt dem Nutzer das Laden und Auswählen bestimmter SXFI-Profile auf dem Headset, man kann die EQ-Einstellungen anpassen, die RGB-Lichter an- und ausschalten sowie deren Farben anpassen und zwischen Stereo, 5.1 und 7.1 umherschalten. Außerdem lassen sich die Lautstärken vom Mikrofon und den Kopfhörern regeln, also nicht wesentlich mehr als die Standardoptionen in Windows. Zusätzlich kann man noch die Firmware des Headsets aktualisieren. Die Funktion zur Wiederherstellung der Werkseinstellungen kann ein echter Lebensretter sein, bei mir versagte einmal die Funktion sämtlicher Buttons außer dem An-/Aus-Schalter, ein Reset half hier.

Der Hersteller sollte darüber nachdenken, die vielen mobilen Apps zu einer einzigen zu verschmelzen, denn momentan sind sie sehr verwirrend. Beispielsweise gibt es in beiden Apps EQ-Einstellungen, aber nur die SXFI-App kan sich mit dem Sound Blaster X3 verbinden. Auf der anderen Seite können die RGB-Lichter wiederum nur von der SXFI-AIR-Control-App gesteuert werden. Zwar setzen die Apps keinen Doktorgrad voraus, dennoch könnte die unnötig komplizierte Mobilerfahrung den einen oder anderen Audio-Novizen ein wenig überfordern.

Das Gute, das Schlechte und die Wahrheit

Die Creative SXFI THEATER richten sich vornehmlich an Gamer und Film-Fans, schaffen es aber die Aufmerksamkeit von Musikliebhabern ebenso auf sich zu ziehen. Insgesamt bietet das Headset ein Premium-Design, eine solide Verarbeitung mit langlebigen Materialien und einer guten Audioerfahrung per Werkseinstellung, welche sich mit ein wenig Geduld (und mehr als nur ein paar Kopfscans und manuellen Anpassungen) in pures Gold verwandeln lässt. Trotz des vergleichsweise hohen Gewichts sitzt das Headset gut auf dem Kopf und kann meist problemlos auch für längere Gaming-Sessions oder die komplette Herr-der-Ringe-Reihe getragen werden - sofern die Einstellung des Kopfbandes anfangs gut (und mit ein wenig Glück) gelingt. Die Audioerfahrung via Kabelverbindung ist - trotz des Labels "naja, könnte ganz nützlich sein" - eine tolle Funktion, welche bei der Bewertung der Kopfhörer eine Rolle spielen sollte.

Der schlechte Teil betrifft die Software-Umgebung. Es wäre toll, einige Sprachverarbeitungseinstellungen (vielleicht auch Echtzeiteffekte) für die Windows/MacOS-Anwendung hinzuzufügen. Eine einheitliche mobile Anwendung wäre auch super. Auf der Hardwareseite wäre ein leicht veränderter Kopfbügel mit mehr Polsterung zum Schutz der Kopfoberseite wirklich nett. Ein weiteres Set Ohrpads wäre ja schon fast zu viel des Guten. Die Lautsprecher könnten ein paar Optimierungen gebrauchen, um gleich ab Werk einen etwas wärmeren Sound und eine bessere Tiefton-Wiedergabe auch ohne SXFI zu ermöglichen. Und nicht zuletzt dürfte eine auf 50 Stunden verlängerte Akku-Ausdauer den Wert des Gesamtpaketes deutlich erhöhen.

Wer nach einer beeindruckenden Audioerfahrung sucht, sollte den SXFI THEATER definitiv eine Chance geben und sich selbst mehr als nur ein paar Minuten gönnen, um wirklich in ihr Universum einzutauchen, da der erste (Hör-) Eindruck täuschen könnte. Am Ende bekommt man mehr Wert, als man bezahlt hat, aber dafür braucht man Geduld bei den SXFI THEATER.

Quelle

Creative Labs (United States) (offizielle Produktseite)

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Autor: Codrut Nistor, 11.09.2020 (Update: 11.09.2020)
Codrut Nistor
Editor of the original article: Codrut Nistor - News Editor
Obwohl ich seit fast einem Jahrzehnt über neue Software und Hardware schreibe, betrachte ich mich selbst als Anhänger der alten Schule. Ich höre noch immer gern Musik auf CD oder Kassette statt digitaler Dateien und verweigere mich weiterhin der Debatte Touchscreen vs. physische Tasten. Ich bin seit 2013 Mitglied der Notebookcheck-Crew.
Christian Hintze
Translator: Christian Hintze - Editor
Aus Interesse an Computer-Spielen habe ich ein Informatikstudium begonnen, bin dann doch Diplom-Psychologe geworden, aber den Spielen und der Hardware treu geblieben. Z.B. beim Auslandsjahr in London als Spieletester bei Sega. In meiner Freizeit finde ich neben PC-Spielen Ausgleich beim Sport (mittlerweile vorwiegend Hallenfußball und meinem Kleinkind hinterher laufen), Gitarre spielen und Bambusräder bauen (na gut, bisher nur ein einziges unter Anleitung).