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Das Huawei MateBook X Pro ist einer der besten Intel-Evo-Laptops, aber die fehlenden Wartungsmöglichkeiten verhindern ein noch besseres Ergebnis

Huawei MateBook X Pro
Huawei MateBook X Pro
Das neue 2022er MateBook X Pro überzeugt mit einem hochwertigen Gehäuse, viel Leistung sowie einem hervorragenden IPS-Display im Format 3:2. Allerdings wird der Zugang zu den Bauteilen durch Huawei unnötigerweise eingeschränkt, was eine noch bessere Wertung verhindert.

Das neue MateBook X Pro bestätigt in unserem ausführlichen Test den Status als Flagship-Laptop von Huawei, denn es handelt sich aktuell um einen der besten Intel-Evo-Laptops auf dem Markt. Im Vergleich zum Vorgänger gibt es einige Veränderungen, denn das Gehäuse ist nun minimal größer geworden, um den größeren 14,2-Zoll-Bildschirm aufzunehmen. Damit ist es insgesamt etwas größer als die meisten 13,3-Zoll-Konkurrenten und auch minimal größer als das neue Apple MacBook Air M2, aber es ist immer noch sehr kompakt und mit etwas mehr als 1,2 kg auch angenehm leicht. Das Magnesiumgehäuse mit den neuen weichen Oberflächen fühlt sich gut an und die dunkelblaue Farbe gefällt, zudem ist das Gehäuse bei weitem nicht so empfindlich gegen Fingerabdrücke wie das neue MacBook Air M2 in der neuen Farbe Mitternacht.

Huawei implementiert insgesamt 4 USB-C-Anschlüsse verteilt auf die beiden Seiten, von denen zwei zum ersten Mal auch Thunderbolt 4 unterstützen. Der Vorteil ist, dass man das MateBook X Pro auf beiden Seiten aufladen kann und im Lieferumfang befindet sich auch ein Adapterkabel auf USB-A. Huawei setzt zudem auf ein modernes Wi-Fi-6E-Modul von Intel, welches auch die aktuellsten 6-GHz-Netzwerke unterstützt und im Test mit sehr hohen Transferraten überzeugt.

Neben dem hochwertigen Gehäuse stechen vor allem drei Komponenten hervor. Am offensichtlichsten ist der hervorragende IPS-Bildschirm im Format 3:2, der mit knapp 600 cd/m² sehr hell wird, eine exzellente subjektive Bildqualität samt 90 Hz und bereits ab Werk extrem akkurate Farben bietet. Zudem ist der Bildschirm auf nicht ganz so reflektiv wie bei früheren Modellen, was im Freien hilft. Der P3-Farbraum wird fast vollständig abgedeckt, zudem kann man per Software bequem auf den sRGB-Farbraum umschalten. Das zweite Highlight ist das neue und große TouchPad. Wie schon bei Apple gibt es hier keine beweglichen Teile mehr, stattdessen wird die haptische Rückmeldung simuliert. Das funktioniert hervorragend und es gibt zusätzliche Gesten, wenn man beispielsweise mit dem Finger am Rand entlangfährt. Dadurch kann man beispielsweise die Helligkeit und die Lautstärke regulieren oder in einem Video vor- bzw. zurückspulen. Das dritte Highlight ist ganz klar das Soundsystem mit seinem 6 Lautsprechern, welches sogar das MacBook Air M2 überholt und in der Praxis einfach extrem viel Spaß macht. Mit ein wenig mehr Bass könnte es sogar dem Lautsprechersystem des MacBook Pro 14 Konkurrenz machen.

Die Leistung des neuen Intel Alder-Lake-Prozessors ist insgesamt sehr gut, auch wenn es hier natürlich wieder die Problematik des hohen Stromverbrauches gibt, weshalb auch ein 90-Watt-Netzteil erforderlich ist. Dennoch gibt es zumindest bei den Lüftern keine Probleme und wenn man im Leistungsmodus Ausgeglichen bleibt, sind die beiden Lüfter auch unter Last angenehm ruhig. 

Es gibt aber auch Probleme, die eine noch bessere Wertung verhindern. Zum einen ist da die SSD-Leistung, die bei dauerhafter Belastung aufgrund von Temperaturproblemen einbricht. Im Alltag sollte das jedoch keine Probleme machen. Problematischer ist da schon, dass Huawei es für den Endnutzer sehr schwer macht, das Gehäuse zu öffnen, da es unter den geklebten Gummifüßen versteckte Schrauben gibt. Es ist daher nicht möglich, die SSD zu tauschen oder die beiden Lüfter zu reinigen. Diese Einschränkung ist einfach unverständlich und kostet auch eine noch bessere Gesamtwertung. Auch bei den Akkulaufzeiten ist das MateBook X Pro nur durchschnittlich, was zum einen an dem hohen Stromverbrauch des Alder Lake Core i7-1260P, aber vor allem auch an dem nicht besonders sparsamen 14,2-Zoll-Display liegt.

Alles in allem bietet Huawei mit dem MateBook X Pro 2022 aber ein sehr gutes Gesamtpaket und aktuell einen der besten mobilen Laptops auf dem Markt, was allerdings auch seinen Pries hat. Mit einer UVP von 2.199 Euro ist das neue Modell noch einmal deutlich teurer geworden, allerdings muss man auch sagen, dass die Konkurrenten bei vergleichbarer Ausstattung (16 GB RAM, 1 TB SSD) auch nicht viel günstiger sind. Wer mit den durchschnittlichen Akkulaufzeiten zurechtkommt und keine Probleme mit den fehlenden Wartungsmöglichkeiten hat, sollte sich das neue MateBook X Pro 2022 aber definitiv genauer ansehen. Zum Marktstart bietet Huawei das MateBook zudem mit einem kostenlosen 28-Zoll-Monitor im Wert von knapp 600 Euro an. Alle weiteren Informationen inklusive der umfangreichen Benchmark-Ergebnisse und Messwerte stehen in unserem Test zur Verfügung:

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2022-09 > Das Huawei MateBook X Pro ist einer der besten Intel-Evo-Laptops, aber die fehlenden Wartungsmöglichkeiten verhindern ein noch besseres Ergebnis
Autor: Andreas Osthoff, 13.09.2022 (Update: 13.09.2022)