Dieser M6 Pro-Benchmark hätte eigentlich gar nicht existieren dürfen – das zeigen die Zahlen

Wir haben das geleakte Geekbench-Ergebnis des M6 Pro aus dem „Mac18,6“ mit den Ergebnissen des M6 im Mac mini („Mac18,5“) sowie des aktuellen M5 Pro („Mac17,8“) verglichen. Beide Vergleiche führen zum selben Schluss: Es handelt sich offenbar um einen neuen Chip, der auf dem Core-Design des regulären M6 basiert und nicht um einen umbenannten M5 Pro.
Im Vergleich zum Basis-M6: Beide Chips laufen mit 4,78 GHz und verfügen über identische Cache-Konfigurationen: 160 KB L1-Befehlscache, 96 KB L1-Datencache und 8 MB L2-Cache. Der M6 Pro erweitert das 12-Core-Layout mit einem einzigen Cluster des Basis-M6 auf ein 18-Core-Layout, das in sechs „Super“- und 12 „Performance“-Kerne unterteilt ist, wobei die Speicherkapazität von 32 GB auf 48 GB steigt. Die Multi-Core-Punktzahl steigt durch die zusätzlichen Kerne von 22.783 auf 37.565 (+65 %), während die Single-Core-Punktzahlen mit 4.071 bzw. 4.150 nahezu gleich bleiben, was mit einem gemeinsamen Core-Design bei gleicher Taktrate im Einklang steht.

Im Vergleich zum M5 Pro: Hier werden die Unterschiede deutlich. Der M5 Pro verfügt über 128 KB L1-Instruktionscache und 64 KB L1-Datencache und arbeitet mit einem Basistakt von 4,60 GHz. Der M6 Pro übernimmt dagegen die größeren L1-Caches des regulären M6 mit 160 KB beziehungsweise 96 KB und läuft mit 4,78 GHz. Beide Chips verfügen über 18 Kerne und 48 GB Arbeitsspeicher. Der Takt steigt damit lediglich um 3,9 %, die Single-Core-Leistung legt jedoch um 12,5 % zu – von 3.688 auf 4.150 Punkte. Im Multi-Core-Test steigt die Leistung um 8,6 % von 34.582 auf 37.565 Punkte. Beides liegt über dem, was sich allein durch den höheren Takt erklären ließe.
Dieser Abstand spricht zusammen mit den größeren L1-Caches, die vom regulären M6 übernommen wurden, eher für einen neuen Die mit einem neuen Super-Core als dafür, dass Apple lediglich denselben M5-Pro-Die höher taktet. Da Geekbench Cache-Angaben allerdings nicht immer zuverlässig erfasst, sollte dieser Punkt für sich genommen nicht als endgültiger Beweis gelten.

Das macht die bisherige Berichterstattung komplizierter. Bloomberg-Journalist Mark Gurman hatte Mitte 2026 berichtet, dass Apple den M6 Pro und M6 Max vollständig überspringen wolle. Demnach sollte Apple mit neuen High-End-Chips bis zum M7 Pro und M7 Max Ende 2027 warten, während die MacBook-Pro-Modelle in der Zwischenzeit weiterhin auf den M5 Pro beziehungsweise M5 Max setzen sollten. Ein späterer Supply-Chain-Bericht der Commercial Times deutete hingegen darauf hin, dass Apple die Tür für eine leistungsstärkere M6-Serie noch nicht vollständig geschlossen hat. Die Cache-Daten und die Leistung pro Takt sprechen nun eher für diese zweite Darstellung.
Ein Vorbehalt bleibt allerdings: Anders als beim regulären M6 sind in macOS bislang weder spezielle Geräte-IDs noch Treiber für Pro- oder Max-Varianten aufgetaucht. Das könnte bedeuten, dass es sich am Ende doch nur um eine umbenannte Variante handelt – oder schlicht darum, dass die aktuelle macOS-Version die noch unveröffentlichte Hardware noch nicht berücksichtigt. Apple hat weder einen M6 Pro noch einen M6 Max bestätigt, weshalb der Geekbench-Eintrag bis zu einer offiziellen Bestätigung mit Vorsicht betrachtet werden sollte.
Quelle(n)
Geekbench, eigene Recherchen








