Elon Musk hatte zuletzt ziemlich zu kämpfen. Die Zahlen seines E-Auto-Unternehmens Tesla sind stark eingebrochen. Allerdings ist der Tech-Milliardär in der Lage, schwächelnde Unternehmen mit seinen anderen Firmen aufzufangen. So kaufte Musks Raumfahrt-Unternehmen SpaceX zuletzt eine ganze Flotte Cybertrucks – angeblich zur Elektrifizierung, laut Kritikern eher für bessere Verkaufsstatistiken bei Tesla.
Nun scheint Musk neue Wege zu suchen, um seinen Nachrichtendienst X zu stärken: Das Unternehmen hat offiziell den Start eines eigenen Marktplatzes für Nutzernamen angekündigt. Über den sogenannten X Handle Marketplace sollen künftig inaktive oder besonders begehrte Benutzernamen – sogenannte Handles – neu vergeben oder verkauft werden.
Der offizielle Startschuss fiel am 19. Oktober über den Account @Xhandles. Laut X soll die Plattform eine „industry-first solution“ bieten – also die erste systematische Wiedervergabe ungenutzter Nutzernamen in dieser Form. Zunächst erhalten nur Premium-Organisationen Zugang, später sollen auch Premium+-Abonnenten auf der Warteliste teilnehmen dürfen. Über den konkreten Starttermin oder erste Verkäufe ist bislang nichts bekannt.
Wie das Technikportal WinFuture berichtet, sollen einzelne Handles Summen im siebenstelligen Bereich erzielen. Je nach Popularität, Kürze oder kulturellem Wert können die Preise von rund 2.500 US-Dollar bis über eine Million US-Dollar reichen. X unterscheidet dabei zwischen Priority Handles und Rare Handles:
- Priority Handles sind im Premium+- oder Business-Abo enthalten, werden aber bei Kündigung wieder freigegeben.
- Rare Handles – besonders kurze oder prominente Namen – sollen nur über Einladungen oder spezielle „Drops“ erhältlich sein und bleiben dauerhaft im Besitz der Käufer.
Wie so oft, sind die Meinungen der Community gemischt. Viele loben den Schritt als innovativen Ansatz für digitale Besitzrechte. Dabei werden auch Parallelen zu Domainhandel oder NFT-Marktplätzen gezogen. Manche vergleichen den Besitz eines seltenen Namens gar mit einem individuellen Wunschkennzeichen. Kritik gibt es vor allem für die Doppelmoral: Noch vor wenigen Jahren wurden Nutzer für den Verkauf von Handles gesperrt – nun führt X selbst ein offizielles Verkaufssystem ein. Weiterhin äußern sich Nutzer kritisch im Hinblick auf die unklare Definition von „inaktiv“, das Mietprinzip und die fehlende Transparenz bei der Preisgestaltung.
Quelle(n)
X (ehemals Twitter)









