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Erpressungstrojaner: Webseite und viele Decryption-Tools bieten Hilfe an

Eine neue Webseite will Hilfe vor und nach einem Angriff eines Erpessungstrojaners bieten.
Eine neue Webseite will Hilfe vor und nach einem Angriff eines Erpessungstrojaners bieten.
Auch wenn Vorbeugung der beste Schutz gegen Ransomware ist, eine neue Webseite und zahlreiche Entschlüsselungs-Tools sollen auch dann helfen, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist.
Alexander Fagot,

Erpressungstrojaner sind die neue Geißel unserer digitalen Welt. Vielfältige Varianten werden ständig weiterentwickelt, über Email, Cloudstorage, Sicherheitslücken in Betriebssystemen oder Browser-Plugins verbreitet, und haben nur ein Ziel: das Verschlüsseln aller persönlichen Daten eines Anwenders um damit Geld von den Opfern zu erpressen. Reguläre Antivirus-Software ist bislang leider oft nutzlos oder zu langsam um Attacken derartiger Trojaner erfolgreich zu verhindern, derzeit lassen sich Angriffe am Besten durch das Vermeiden potentieller Gefahrensituation und das regelmäßige Anlegen von Offline-Backups verhindern.

Eine neue Webseite von Europol, der niederländischen Polizei, Intel Security und Kaspersky soll nun eine zentrale Anlaufstelle für Betroffene und Hilfesuchende darstellen. Sie will durch Aufklärung einerseits verhindern, dass neue Infektionen mit Ransomware überhaupt auftreten, beziehungsweise Anwender nach einem Angriff hilflos ohne Backup dastehen, andererseits aber auch Hilfe bei der Entschlüsselung der vermeintlich verlorenen Daten bieten und Schnittstelle zur jeweiligen lokalen Polizeibehörde sein. 

Information

Die Webseite bietet Informationen darüber an, was jeder persönlich gegen potentielle Angriffe eines Erpressungstrojaners tun kann, beispielsweise das rechtzeitige und regelmäßige Anlegen von Backups, die man offline, das bedeutet, nicht ständig im Filesystem zugänglich, lagert. Das kann beispielsweise über absteckbare Festplatten oder diverse Cloud- beziehungsweise Netzwerk- oder Online-Speicherdienste gelöst werden, die über Protokolle wie FTP angesprochen werden oder nur passwortgeschützt zugänglich sind. Auch das regelmäßige Updaten von Betriebssystem, Webbrowser, Plugins und installierter Software und eine gesunde Skepsis beim Öffnen von Email-Anhängen wird als Vorbeugung gegen Infektionen mit Erpressungstrojanern empfohlen.

Hilfe bei der Entschlüsselung

Wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, Dateien also bereits verschlüsselt wurden, hilft die Webseite bei der Erkennung der ursächlichen Malware, indem Dateien zwecks Analyse hochgeladen werden können. Aktuell bietet die Webseite auch vier Entschlüsselungstools an, die eine breite Palette an Erpressungstrojanern abdecken. Leider nicht alle: Eine weitergehende Unterstützung anderer Antivirus-Hersteller wäre hier wünschenswert. Beispielsweise gibt es neben den vier angebotenen Tools auch noch ein Tool von AVG und eines von TrendMicro, die beide aktuell nicht auf der Webseite zu finden sind.

Polizeiliche Meldung

Die Webseite empfiehlt, jeden Angriff bei der lokalen Behörde zu melden, das könnte bei der Fahndung nach den Tätern helfen und langfristig auch abschreckend wirken. Hierzu bietet NoMoreRansom.org eine Übersichtsseite der Europol an, von der aus man die jeweiligen lokalen Polizeibehörden seines Heimatlandes erreichen kann. 

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Autor: Alexander Fagot, 26.07.2016 (Update: 26.07.2016)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Managing Editor News
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.