Notebookcheck Logo

Fallout 4: Bethesda-Tester verursacht 4 Abstürze an einem Tag auf der Xbox One durch „Super-Nuke“-Stresstest

Atombombe in der Fallout 4 Intro-Sequenz
ⓘ CheesyGaming
Atombombe in der Fallout 4 Intro-Sequenz
Der ehemalige Bethesda-QA-Tester Colin McInerney erinnert sich daran, wie er Fallout 4 auf der Xbox One gezielt einem Stresstest unterzog. Dabei hat er die RAM-Grenzen der Konsole bis zum Äußersten ausgereizt und einen Hagel aus „Super-Nukes“ entfesselt. Dies provozierte vier Abstürze an einem einzigen Vormittag und löste automatische Fehlerberichte aus, die bis in die Führungsetage von ZeniMax vordrangen. In einem GDC-Interview argumentiert er, dass genau diese Art von unvorhersehbarem, chaosgetriebenem Testen verdeutlicht, warum menschliche Qualitätssicherung nicht durch musterfolgende KI ersetzt werden kann.

Bevor Colin McInerney Pedalboard Games gründete und zu dem Indie-Studio Strange Scaffold wechselte, verbrachte er seine College-Zeit als QA-Engineer bei Bethesda Softworks. Während er als regulärer Tester an Fallout 4 arbeitete, beschloss er eines Tages, die Belastbarkeit des Spiels auf der Xbox One zu testen. Dazu zündete er massenhaft Mini-Atombomben gleichzeitig.

Er feuerte so viele dieser hochexplosiven Geschosse ab, dass der Bildschirm von Explosionen überflutet wurde, was die Konsole völlig überforderte und zu vier Abstürzen führte. Damals lösten solche Abstürze automatische Berichte aus, die direkt bis ganz nach oben in der Firma landeten, sogar auf dem Schreibtisch des damaligen CEOs Robert Altman.

In einem aktuellen Interview mit GamesRadar+ auf der GDC sprach McInerney darüber, wie sich seine Testmethoden von einfachen Standard-Checks hin zur engen Zusammenarbeit mit den Bethesda-Entwicklern entwickelt haben. Er schaute sich einige Kniffe vom Team ab und begann damit, Fallout 4 auf eine Weise einem Stresstest zu unterziehen, die sich zuvor kein QA-Engineer hätte vorstellen können.

Bei einer Diskussion über generative KI in der Spieleentwicklung lenkte McInerney das Gespräch schnell in eine andere Richtung und betonte, dass Menschen im QA-Prozess unersetzlich sind. Während KI-Systeme festen Mustern folgen, stiften Menschen wie McInerney ein Chaos, das kein Skript und kein Programm vorhersehen könnte.

Im Interview erinnerte er sich an seinen Teststil bei Fallout 4: „Irgendwann beschloss ich, den RAM ans Limit zu treiben, da wir auf der Xbox One arbeiteten. Die Konsole hat 8 GB RAM – sobald man die überschreitet, schmiert das Spiel ab. Ich ließ mir also die Speicherauslastung anzeigen und dachte mir nur: ‚Wie krieg ich das Ding am besten in die Knie?‘“

Er fuhr fort: „Dieser Gedanke kam mir einfach in den Sinn. Niemand sonst hat das so gemacht. Es gehört nicht zum Standard-Testverfahren, sich zu fragen: ‚Wie kann ich einen Memory Leak provozieren?‘“

Schließlich fand McInerney die chaotischste Methode, um Fallout 4 in die Knie zu zwingen: „Am Ende ging ich in die Konsole und gab mir eine Milliarde Erfahrungspunkte, was mich etwa auf Level 247 brachte. Ich lief mit dem einzigartigen Atombombenwerfer herum, der zwei Geschosse abfeuerte und eine Modifikation hatte, die jede Atombombe zehn weitere erzeugen ließ. Ich rannte also herum und überzog das gesamte Ödland mit Super-Nukes – und provozierte so vier Abstürze an einem einzigen Vormittag.“

An diesem Tag erhielt jeder bei ZeniMax, einschließlich Robert Altman, E-Mails bezüglich der QA-Abstürze in Fallout 4. Lachend blickte McInerney auf den Vorfall und seine Experimente zurück und resümierte: „Ich bin auf eine Weise professionell dumm, von der eine Maschine nicht einmal zu träumen wagt.“

Quelle(n)

Teilen Sie diesen Artikel, um uns zu unterstützen. Jeder Link hilft!
Mail Logo
static version load dynamic
Loading Comments
Diesen Artikel kommentieren / Antworten
> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-03 > Fallout 4: Bethesda-Tester verursacht 4 Abstürze an einem Tag auf der Xbox One durch „Super-Nuke“-Stresstest
Autor: Rahim Amir Noorali, 16.03.2026 (Update: 16.03.2026)