Garmin dreht Datenhahn zu: Warum jetzt erste Entwickler ihre Smartwatch-Apps einstellen

Der Hersteller Garmin bietet auch Smartwatches an und gibt Drittanbietern die Möglichkeit, eigene Apps zu entwickeln. Im Resultat gibt es ein doch sehr gesundes Ökosystem an verschiedenartigen Apps für die Garmin-Smartwatches, wobei Garmin sein Ökosystem nicht ganz offenlegt, auch wenn es in der Vergangenheit durchaus Schritte gab, die eine weitere Öffnung angedeutet haben. Für die Entwickler von Apps gelten dabei, wenig überraschend, bestimmte Regeln und auch typische Daten, die sich über die entsprechenden APIs (nicht) abrufen lassen. Diese Regeln haben sich nun offenbar ohne Vorankündigung geändert.
In einem Foreneintrag berichtet David Tinker, seines Zeichens Entwickler bei Intervals.icu von dieser Änderung. Konkret verbieten es Garmin überarbeitete Nutzungsbedingungen, Daten, die direkt von der Garmin Connect API stammen, über eine eigene Schnittstelle weiterzuleiten. Dieses Verfahren wird als Onward Sharing bezeichnet und stellt keine ganz unübliche Art der Datenverarbeitung dar. Dass Garmin diese Möglichkeit nun unterbindet beziehungsweise zumindest einmal in den Bedingungen für Entwickler ausschließt, muss allerdings nicht zwangsläufig ein bewusstes Manöver zum Ausbooten von Entwicklern sein. Stattdessen ist Onward Sharing etwa aus Sicht des Datenschutzes tendenziell kritisch zu bewerten.
Diese Änderung heißt gleichwohl nicht, dass Intervals.icu gar nicht mehr mit Garmin-Smartwatches arbeiten kann. In der Praxis wirkt eher der Komfort eingeschränkt, praktisch lassen sich Trainingsdaten nämlich manuell downloaden und entsprechend auswerten. Ein erstes Opfer hat die Änderung allerdings schon, so wurde Intervals Pro zum 12. Oktober eingestellt. Es ist durchaus davon auszugehen, dass weitere Services oder Apps von dieser Änderung betroffen sein werden.
Quelle(n)
Intervals Pro, Intervals.icu, Bildquelle: Notebookcheck










