Notebookcheck Logo

Garmin knausrig im Apple-Vergleich: Bei Notruf entscheiden Euros über Leben und Tod

Moderne Garmin-Smartwatches unterstützen auch Notrufe über Satellit
ⓘ Yevhenii Dubrovskyi, Unsplash
Moderne Garmin-Smartwatches unterstützen auch Notrufe über Satellit
Garmin hat eine ganz signifikante Änderung am Preismodell für die Satellitennavigation bekannt gegeben - die aber trotzdem Fallstricke beinhaltet. Vor dem Marketing-GAU dürfte der Hersteller damit aber trotzdem noch nicht geschützt sein.
Kommentar-Artikel geben ausschließlich die individuelle Meinung des/der angeführten Autors/Autorin wieder.

Ich habe fest damit gerechnet, nun ist es passiert: Garmin hat die Kosten für inReach in einer bestimmten und wahrscheinlich der für weite Nutzergruppen auch relevantesten Fallkonstellation reduziert. So ist es nun möglich, durch Pausieren des inReach-Abos für einen effektiven Preis von 9,99 Euro zumindest einen Notruf abzusetzen, und das nicht nur mit verschiedenen inReach-Geräten, sondern auch mit den zur Satellitenkommunikation fähigen Garmin-Smartwatches. Dazu kommen noch initiale Aktivierungsgebühren von 50 Euro.

Wirklich überraschend kommt der Schritt nicht, allerdings dürfte dieser Garmin nicht vor einem möglichen Marketing-GAU bewahren und könnte Garmin damit teurer zu stehen kommen als verlorene inReach-Einnahmen auf (geringerem) Niveau. Schwierig erscheint mir diese nur teilweise Änderung der Preistruktur aus zwei Gründen: Zum einen adressiert Garmin mit den Fenix 8 Pro-Modellen (im Preisvergleich) deutlich stärker den durchschnittlichen, wenn auch sportbegeisterten Nutzer als mit seinen inReach-Handgeräten. Salopp formuliert: Wer ein inReach-Handgerät kauft, hat ernsthafte Outdoor-Abenteuer vor und weiß im besten Fall auch, dass ein solches Abonnement überlebenswichtig sein kann. Bei Kunden, die die Fenix 8 Pro oder Quatix 8 Pro kaufen, mag das so nicht immer  der Fall sein. Gleichwohl kann sich auch die kleine Wanderung in einem weißem Fleck (PDF) oder der professionelle, aber am Ende doch nicht wohlorganisierte Tauchausflug schnell zum (tödlichen) Horrortrip entwickeln – oder zur gerne bis an den Lebensabend erzählten Geschichte der erfolgreichen Hubschrauberrettung nach dem dann doch nicht so dramatischen Beinbruch.

Besonders knausrig wirkt Garmin dann im Vergleich zu Apple: Die Satellitenkommunikation ist für die ersten zwei Jahre nach Kauf kostenfrei, für die Zeit danach gibt es noch keine Informationen. Ich gehe auch mit Hinblick auf die Situation bei den iPhones stark davon aus, dass Apple zumindest die grundsätzliche Notruf-Kommunikation nicht hinter die Paywall verfrachten wird. Man mag mir an dieser Stelle durchaus ein wenig Naivität unterstellen, allerdings kann die Wahl der Smartwatch in solchen und doch nicht ganz seltenen Fällen buchstäblich zwischen Leben und Tod entscheiden, selbst wenn die eigene Smartwatch die Satellitenkommunikation grundsätzlich beherrscht. Abseits der individuellen Tragödie könnte dies eben einen erheblichen Imageschaden für das doch sehr erfolgreiche Unternehmen verursachen und damit langfristig Garmin deutlich teurer zu stehen kommen.

Quelle(n)

Google LogoAls bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Mail Logo

Keine Kommentare zum Artikel

Fragen, Anregungen, zusätzliche Informationen zu diesem Artikel? - Uns interessiert Deine Meinung (auch ohne Anmeldung möglich)!
Keine Kommentare zum Artikel / Antworten

static version load dynamic
Loading Comments
Diesen Artikel kommentieren / Antworten
> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-06 > Garmin knausrig im Apple-Vergleich: Bei Notruf entscheiden Euros über Leben und Tod
Autor: Silvio Werner,  3.06.2026 (Update:  3.06.2026)