Google lässt KI jetzt ganze Videospiele erstellen: Gamer befürchten Schlimmes

Eigene Videospiele entwickeln, ohne auch nur eine Zeile Code zu schreiben? Genau das soll mit Googles neuer KI-Plattform Playground nun möglich sein. Google hat das Tool am 7. Oktober vorgestellt. Bislang ist es allerdings nur für Personen ab 18 Jahren in den USA verfügbar. Nutzer müssen lediglich beschreiben, was sie sich vorstellen, und die KI macht daraus ein spielbares Game. Auch Anpassungen an Spielregeln, Physik, Charakteren oder Umgebungen sollen per Texteingabe funktionieren. Die fertigen Kreationen lassen sich direkt im Browser ausprobieren, per Link teilen oder in einer öffentlichen Galerie veröffentlichen.
Besonders interessant – oder je nach Blickwinkel besorgniserregend: Google plant die Integration von Unity Spark. Das ist ein KI-gestütztes Entwickler-Tool des Spiele-Engine-Herstellers Unity, das auf dessen etablierter Engine basiert. Dadurch soll die KI-Plattform künftig auch komplexe Spielmechaniken und hochwertige 3D-Grafik ermöglichen. Erste Demos gibt es bereits. Auf der offiziellen Unity-Website kann man etwa einen Sci-Fi-Shooter namens „Space Corridor“ oder ein Horror-Spiel namens „Horror Story“ ausprobieren. Grafisch sind die KI-generierten Spiele zwar nicht besonders ansehnlich, geben aber bereits einen guten Eindruck davon, was mit der Plattform möglich ist. Wann Unity Spark in Playground integriert werden soll, ist allerdings noch offen.
Community befürchtet KI-Müll und massenhaft Indie-Kopien
Reddit-Nutzern treibt die Ankündigung bisweilen die Sorgenfalten auf die Stirn. Viele Redditoren finden die technischen Möglichkeiten zwar beeindruckend, fürchten jedoch, dass Steam künftig mit lieblos produzierten KI-Spielen überschwemmt werden könnte. Der Top-Kommentar im Thread fasst das treffend zusammen. u/----Val--- schreibt:
Der Ingenieur in mir sagt: Wow, das ist cool, die haben richtiges Unity-Tooling für KI entwickelt. Der Verbraucher in mir sagt: Steam wird wohl genauso vermasselt werden wie YouTube, oder…
Auf YouTube sind KI-generierte Masseninhalte schon länger ein Problem. Reddit-Nutzer befürchten, dass Steam ein ähnliches Schicksal ereilen könnte. Besonders kritisch sehen einige die möglichen Folgen für Indie-Entwickler. Ein Redditor berichtet etwa von einem kleinen Spiel (Needle in a Haystack), das durch einen viralen TikTok-Clip Aufmerksamkeit bekam. Nur zwei bis drei Tage später sollen bereits mehrere KI-generierte Kopien auf Steam aufgetaucht sein – noch bevor das Original überhaupt veröffentlicht wurde. Überprüft ist diese Schilderung allerdings nicht.
Ganz so düster sehen es aber nicht alle. Einige Kommentatoren halten dagegen, dass Steam ohnehin seit Jahren mit minderwertigen Spielen überfüllt sei. Die Empfehlungsalgorithmen würden dafür sorgen, dass solche Titel kaum Sichtbarkeit bekommen. Ob Playground tatsächlich eine neue Welle von KI-Spielen auslöst, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen. Wer seine eigene Meinung zum Thema teilen möchte, ist herzlich eingeladen, das unten in der Kommentarsektion zu tun.












