
Gute Powerstation – oder nur grünes Marketing? Bio-based Bluetti Elite 100 V2 mit 1 kWh im Test
Bio-Gehäuse.
Bluetti bewirbt die Elite 100 V2 nicht nur als kompakte Powerstation für unterwegs, sondern hebt vor allem das neue, Bio-basierte Kunststoffgehäuse hervor. Nachhaltigkeit wird damit zu einem zentralen Verkaufsargument – doch wie relevant ist dieser Ansatz in der Praxis? Unser Test zeigt, wie sich die Bluetti Elite 100 V2 im Alltag schlägt und ob das „grüne“ Versprechen über Marketing hinausgeht.Christian Hintze Veröffentlicht am 🇺🇸 🇫🇷 ...
Testfazit - Bio als Kaufargument?
Für ihre Größe ist die Elite 100 V2 eine sehr fähige Powerstation: 1 kWh ist genug Energie für die meisten Arbeiten und dank der 1800 W und doppelt soviel Anlaufleistung spielen die meisten Geräte mit. Dank schneller USV laufen wichtige Geräte auch bei Stromausfall noch eine Zeit lang unterbrechungsfrei weiter. Das Gehäuse aus Biomaterialien könnte einen zusätzlichen Pluspunkt bei der Kaufüberlegung darstellen.
Wünschen würden wir uns einen zweiten Solareingang, um die 1.000 W Input besser ausreizen zu können. Zudem könnten die Lüfter bei größerer Last etwas leiser sein.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Auf der Bluetti-Webseite kostet das Gerät derzeit 509 Euro. Unsere Leser erhalten mit dem Code "BLUETTINBC" (ohne Anführungszeichen) nochmal 5 Prozent Rabatt.
Inhaltsverzeichnis
Die Powerstation Bluetti Elite 100 V2 gibt es bereits, jetzt steckt das Modell aber neu in einem Gehäuse, welches nun aus Bio-Plastik besteht. Der TÜV bescheinigt, dass dadurch der CO2-Fingerabdruck um 25 Prozent sinkt, laut Bluetti sei man der erste PS-Hersteller, der zirkuläre, Biomaterialien für Gehäuse verwendet.
Das könnte durchaus ein Kaufargument für umweltbewusste Selbstversorger sein.
Gehäuse & Design - Was bringt das Bio-Plastik?
Bluetti betont, das wesentliche Teile des Gehäuses aus recycelten Abfallmaterialien und Agrarprodukten stammen (z.B. Mais, Stroh, Reishülsen, Zuckerrohr, benutztes Speiseöl). Um die Gehäuse zu unterscheiden, prangt nun ein "Bio-based plastics"-Schriftzug an der Front. Während die Original-PS in schwarz gehalten ist, hat man das neue Modell in Dunkelblau konzipiert.
Das Bioplastik bringt weniger Ressourcenverbrauch und nebenbei sinkt der CO2-Fingerabdruck bei der Produktion, das Produkt sollte also um einiges umweltfreundlicher als das Original sein. Die exakte Materialzusammensetzung möchte die Designabteilung zwar nicht verraten, aber das Gerät ist ISCC PLUS-zertifiziert, ein Nachhaltigkeits- und Rückverfolgbarkeits-Zertifikat für Materialien und Produkte (hier die Dekra zum Zertifikat). Wir nehmen allerdings noch recht lange einen etwas unangenehmen Geruch wahr.
Die meisten Anschlüsse sitzen an der Front, rechts befindet sich der AC-Ladeanschluss, darüber die zwei Gehäuselüfter, die auch bei jedem Start der PS kurz anspringen.
Die drei Bedienknöpfe vorne muten etwas billig an, sie scheinen alle auf der gleichen Plastikschiene zu liegen, d.h. alle bewegen sich, wenn man einen davon berührt. In die Einstellungen kommt man, wenn man den linken und den rechten Knopf gleichzeitig drückt, komfortabler geht es mit der App.
Zubehör
Außer einem AC-Stromkabel und einer einzelnen M5-Schraube sowie der Bedienungsanleitung liegt nichts bei. Über ein passendes Solar- oder Kfz-Ladekabel würde man sich freuen.
Anschlüsse - 1.000 W Solar nur theoretisch?
Die PS kann Solar und AC gleichzeitig zum Laden verwenden, die maximal 1.200 W entsprechen gleichzeitig aber auch dem AC-Lademaximum, dieses erhöht sich bei der Solar-AC-Kombi also nicht weiter.
Eingänge - XT und AC
MPPT-Controller und AC-Ladecontroller sind integriert, sodass man ein handelsübliches PC-Kabel anschließen kann, um an der Steckdose zu laden.
Solarpaneele (12 - 60 V, max 20 A) schließt man per XT-Stecker an. Leider gibt es nur einen Eingang, sodass es praktisch schwierig werden dürfte auf die 1.000 W Eingangsleistung zu kommen. Beispielsweise haben die Bluetti PV350 alleine schon eine VOC von jeweils 46,5 V, in Reihe schalten entfällt also bei max 60 V. In Serie wären zweimal 9,2 A ok, ergeben zusammen aber auch nur 700 W.
Selbst fünf 200-W-Paneele von Bluetti (22,9 V, 10,31 A) lassen sich nicht bis 1.000 W kombinieren. Ein zweiter XT-Eingang wäre sinnvoll gewesen.
Ausgänge - 4x USB, 2 Steckdosen, 2 DC
Die Bluetti-App - Eine App für alle Modelle
Statt nur via Bluetooth zu koppeln, lässt sich die V2 auch ins eigene WLAN-Netz integrieren, wodurch gegenüber Bluetooth die Reichweite zur App-Bedienung stark steigt.
Die App selbst ist sehr übersichtlich und anders als bei manch anderem Hersteller bündelt sie quasi alle Bluetti-Produkte anstatt auf mehrere Apps zu setzen.
Erstellt man sich einen Account, so bleiben die gekoppelten Geräte auch bei einem neuen Appstart eingetragen, im Offlinemodus muss man die PS bei jedem Start neu suchen/koppeln.
Praxistest - Gleichzeitig laden und Geräte betreiben?
Wer die V2 an das Stromnetz anschließt, bemerkt, dass einerseits die V2 dadurch geladen wird und andererseits auch angeschlossene Geräte über das Netz geladen werden, der Strom wird durchgeleitet. In der App lässt sich das USV-Verhalten jedoch ändern und sogar nach Zeiten festlegen.
Wer Wi-Fi nicht verwendet, sollte es abschalten, es sorgt für einen erhöhten Eigenverbrauch. Bei manchen Nutzern soll es Pieptöne geben, wenn man die V2 an einer Steckerleiste lädt, das trat bei uns aber nicht auf.
Unterbrechungsfreie Stromversorgung
Für den USV-Test haben wir einen Verbraucher (Lampe) angeschlossen und die PS über das Netz laden lassen. Beim Abziehen des Ladekabels leuchtete die Lampe ohne jedes Flackern weiter.
Leistung
Wir haben von Wasserkocher über Kaffemaschine, Bohrmaschine und andere Werkzeuge angeschlossen und alles lief wunderbar. Die konstante Höchstleistung von 1.800 W sollte aber bei besonders anspruchsvollen Geräten beachtet werden.
Beim Laden haben wir je nach Akku-Füllstand auch wirklich bis zu 1.200 W Ladeleistung an der Steckdose beobachtet.
Lautstärke
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.
































