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ICQ New: Chat-Relikt kehrt mit Audio-Transkription aber ohne überzeugendes Sicherheitskonzept zurück

ICQ New präsentiert sich als plattformunabhängiger Messenger mit Zusatzfeatures, die Sicherheit ist fragwürdig.
ICQ New präsentiert sich als plattformunabhängiger Messenger mit Zusatzfeatures, die Sicherheit ist fragwürdig.
2010 wurde der einst beliebte Chat-Messenger von AOL an eine russische Firma verkauft, nun kehrt ICQ New mit neuen Features zurück auf Desktop und Mobilgeräte. Vorsichtig sollte man dennoch sein, denn in punkto Sicherheit und Transparenz lässt der neue Messenger zu wünschen übrig.
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Die ersten Internet-Nutzer aus dem vorigen Jahrhundert werden ICQ noch kennen - lange Zeit war der AOL-Messenger ein de facto Standard für die Chat-Kommunikation, bevor andere wie Whatsapp oder Facebook Messenger die Massen übernommen haben. 2010 wurde ICQ New an eine russische Firma namens Digital Sky Technology verkauft, die etwa auch den großen russischen Mail-Dienst mail.ru betreibt. Nun startet ICQ New angesichts der weltweiten Digitalisierungswelle des Corona-Zeitalters vielleicht gerade zum richtigen Zeitpunkt neu durch.

Aufgepimpt mit zusätzlichen Funktionen will ICQ New zu alter Größe zurückkehren und bietet hierfür etwa an, Audio-Nachrichten in Text umzuwandeln (aktuell nur Englisch und Russisch). Auch Sticker-Nachrichten (eine Art Textbausteine) sowie eine Schnittstelle für Bots sind integriert. Video- und Audiochats sind mit de facto unlimitierten Nutzern (25.000) möglich, ICQ New steht für Windows, Mac, Linux und natürlich Android und iOS zur Verfügung. 

Wie die Kollegen von Golem warnen, überzeugt das Sicherheitskonzept aktuell allerdings nicht, was vielleicht insbesondere aufgrund der russischen Eigentümer zu denken geben sollte. Videoanrufe sollen zwar angeblich Ende-zu-Ende-verschlüsselt sein, das gilt allerdings nicht für Text- und Audionachrichten. Zudem gibt es für die EU anders lautende Datenschutzrichtlinien, in der englischen Variante findet sich explizit der Hinweis, dass die Nachrichten nicht verschlüsselt werden. Überprüfbare Details zum Sicherheitskonzept wurden noch nicht veröffentlicht.

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Autor: Alexander Fagot, 11.04.2020 (Update: 19.05.2020)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Managing Editor News
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.