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INNOCN CB32U1 im Test: Günstige Alternative zum Apple Studio Display?

Farben statt Features.

Der INNOCN CB32U1 richtet sich mit 4K-Auflösung, 120 Hz und hoher Farbtreue an Kreative und Mac-Nutzer. Im Test überrascht der 32-Zoll-Monitor mit einer außergewöhnlich kontrastreichen IPS-Darstellung, geht bei Ausstattung und Verarbeitung aber einige Kompromisse ein.
Christian Hintze Veröffentlicht am
Monitor Zubehör

Testfazit - Viel Bildqualität, wenige Extras

Tatsächlich zeigt der "Art Monitor" sehr niedrige Farbabweichungen und glänzt mit einer tollen, kontrastreichen Darstellung, die uns schon beinahe an einen OLED erinnert: Tiefes Schwarz trotz Hintergrundbeleuchtung, satte aber nicht überzogene Farben und ein insgesamt angenehmes Bild zeichnen den Innocn aus. Damit sollte er gut für den beworbenen Einsatzzweck - nämlich zum Editieren von Fotos und Grafiken - geeignet sein.

Im Gegensatz beispielsweise zum Apple Studio Display (ab €1449 bei Amazon) ist er deutlich preiswerter und dabei größer und hat eine höhere Bildwiederholrate (120 vs 60 Hz). 

Allerdings ist er auch etwas dunkler und zudem kein echtes 10-Bit- sondern nur ein 8-Bit-Display, das Zwischenfarben allerdings per FRC simuliert und somit ebenfalls auf 1,07 Milliarden Farben kommt. Der Preis (ein Drittel des Apple) wird auch durch das Fehlen diverser Komfortfunktionen wie KVM, Lautsprecher, Kamera, Mikros, Kabelführung und Pivotfunktion erzielt.

Für Fotografen, Grafiker und Mac-Nutzer, die vor allem ein farbgenaues Display suchen und auf Kamera, Lautsprecher sowie die perfekte Apple-Integration verzichten können, kann der INNOCN eine preiswertere Alternative sein.

Pro

+ tolle, kontrastreiche 4K-Darstellung
+ hohe Farbgenauigkeit
+ sehr gut ab Werk kalibriert

Contra

- leichter Verarbeitungsmangel hinten
- kein KVM, Pivot, Kabelführung
- keine Lautsprecher, Mikros, Kamera
- eher schwache Reaktionszeiten

Preis und Verfügbarkeit

Auf Aliexpress kostet der Monitor $560. Im Import können weitere Gebühren hinzukommen.

INNOCN ist eine chinesische Monitor-Marke. Das Unternehmen konzentriert sich auf hochwertige Panel mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Ganz neu ist der CB32U1. Dieser richtet sich als "Professional Art Display", an Künstler und versucht mit seinem schicken, weißen Design sowie Marketing-Begriffen wie "Mac View" Apple-Nutzern eine preiswertere Alternative zu bieten. Geht das auf?

Gehäuse & Verarbeitung - Eleganter Look mit kleiner Schwäche

Durch sein weißes, sehr ebenmäßiges Design und den schwarzen Glasrändern vorne, schaut der Monitor schick und edel aus. Optisch gefällt uns der Innocn.

Allerdings haben wir eine Verarbeitungsschwäche ausgemacht: Dort wo der Ständer in den Monitor eingeklickt wird, herrscht Potential für Hebelwirkung. Hier hat die Einrastplatte leider etwas Spiel und kommt etwas aus der Verankerung heraus, was Vertrauen verspielt. Hier fürchtet man, dass der Mechanismus den Monitor nicht sicher hält, wenn man ihn beispielsweise am Standfuß aus der Verpackung nimmt.

Das Gelenk erlaubt eine Höhenverstellung, Neigen, Schwenken, aber unserer Erfahrung nach kein Drehen, sodass auch eine Pivotfunktion (auf Hochkant drehen) fehlt ebenso wie eine Kabelführung.

Schickes Design
Schickes Design
Glasränder vorne
Glasränder vorne
Das sieht wenig vertrauenswürdig aus
Das sieht wenig vertrauenswürdig aus
Keine Kabelführung
Keine Kabelführung

Anschlüsse

Die nötigsten Anschlüsse sind vorhanden, mehr aber auch nicht, Ports für Tastatur oder Maus fehlen, selbst ein Klinkenport ist nur über den mitgelieferten USB-C-Hub präsent. 

Unklar ist, welcher der beiden USB-C-Ports die 90 W bereitstellt. Einer der Ports ist als "USB-C" gelabelt, der andere als "USB", optisch sehen sie ansonsten gleich aus.

Hinten: 2x HDMI, DisplayPort, USB-C, Strom, USB-C - welcher USB-C stellt die 90 W bereit?
Hinten: 2x HDMI, DisplayPort, USB-C, Strom, USB-C - welcher USB-C stellt die 90 W bereit?

Zubehör

Mit in der Verpackung liegen diverse Kabel sowie ein USB-Hub mit 3 USB-A- und einem Klinkenanschluss.

Kabel (HDMI, DP, USB-C), Netzteil, Ständer und USB-Hub als Zubehör
Kabel (HDMI, DP, USB-C), Netzteil, Ständer und USB-Hub als Zubehör

Specifications - 4K, 120 Hz und 90 W USB-C

Innocn konzentriert sich voll auf eine gute Darstellung, etwaige Mehrfunktionen wie ein KVM Switch, interne Lautsprecher oder die erwähnte Pivotfunktion fehlen im CB32U1. Immerhin kann der USB-C-Port 90 W liefern und so externe Geräte wie ein MacBook laden. Ein integrierter Helligkeitssensor am oberen Rand misst das Umgebungslicht und kann Helligkeit und Blaulichtanteil situativ regulieren, um Arbeit augenschonender zu gestalten.

Der Hersteller verspricht für den "professionellen 4-K-Monitor zum Editieren von Fotos" ein DeltaE von kleiner 1 und die Unterstützung diverser Farbräume (99 % DCI-P3 und AdobeRGB). Eine Bildwiederholrate von 120 Hz soll für eine flüssigere Darstellung von Design sorgen. 

Panel IPS
Größe 32 Zoll
Auflösung 4 k (3.840 x 2.160)
Bildwiederholrate 120 Hz
Farbräume 100 % sRGB, 99 % DCI-P3, 99 % AdobeRGB
Farben 10,7 Milliarden (8 Bit + FRC)
Funktionen PiP Mode; Lichtsensor, 90 W PD

Bildqualität - Ideal für Bildbearbeitung?

Subjektiv waren wir sehr positiv überrascht: Die Darstellung ist hell, das Schwarz satt, die Farben und Kontraste kommen gut zur Geltung. Alle Inhalte sehen sehr gut aus ohne in den Farben zu verfälschen. Dazu gibt es diverse eingespeicherte Farb- und Bildmodi, um die Darstellung anzupassen, darunter Modi wie Mac View, Art Design und Co.

Messtechnisch kommt der Monitor bei der im Modus Display P3 eingestellten Helligkeit von 90 Prozent auf rund 350 Nits, von der Mitte zum Rand fällt die Helligkeit leider etwas ab. Mit 100 Prozent Helligkeit erreicht der Innocn in der Mitte fast 400 Nits.

341
cd/m²
326
cd/m²
344
cd/m²
349
cd/m²
371
cd/m²
351
cd/m²
351
cd/m²
346
cd/m²
340
cd/m²
Ausleuchtung des Bildschirms
getestet mit X-Rite i1Pro 3
Maximal: 371 cd/m² (Nits) Durchschnitt: 346.6 cd/m² Minimum: 25 cd/m²
Ausleuchtung: 88 %
Kontrast: 1427:1 (Schwarzwert: 0.26 cd/m²)
ΔE ColorChecker Calman: 0.84 | ∀{0.5-29.43 Ø4.72}
calibrated: 0.84
ΔE Greyscale Calman: 1.3 | ∀{0.09-98 Ø4.97}
85.1% AdobeRGB 1998 (Argyll 3D)
99.1% sRGB (Argyll 3D)
87.7% Display P3 (Argyll 3D)
Gamma: 2.39
CCT: 6623 K
INNOCN CB32U1
3840x2160, 32", 120 Hz
TITAN ARMY P275MV PLUS
3840x2160, 27", 160 Hz
KTC G27P6
OLED, 2560x1440, 27", 240 Hz
KTC H27P22s
AUO 7.0, IPS, 3840x2160, 27", 160 Hz
Alienware AW2725DF
x, 27",  Hz
MSI MAG 274QRF QD E2
MAG 274QRF QD E2, IPS, 2560x1440, 27", 180 Hz
Display
4%
0%
-1%
5%
Display P3 Coverage (%)
87.7
94.7
8%
86.91
-1%
86.9
-1%
97.6
11%
sRGB Coverage (%)
99.1
100
1%
99.23
0%
99.8
1%
99.7
1%
AdobeRGB 1998 Coverage (%)
85.1
88.9
4%
86.86
2%
81.6
-4%
88.9
4%
Response Times
68%
97%
64%
73%
78%
Response Time Grey 50% / Grey 80% * (ms)
32.4 ?(14.2, 18.2)
12.8 ?(5.8, 7)
60%
0.8 ?(0.4, 0.4)
98%
11.8 ?(5.8, 6)
64%
6.7 ?(3.4, 3.3)
79%
5.76 ?(2.63, 3.13)
82%
Response Time Black / White * (ms)
22 ?(10.6, 11.4)
5.6 ?(1.8, 3.8)
75%
0.8 ?(0.4, 0.4)
96%
8 ?(4.2, 3.8)
64%
7.4 ?(3.6, 3.8)
66%
5.73 ?(2.9, 2.83)
74%
PWM Frequency (Hz)
240
PWM Amplitude * (%)
14
Bildschirm
-53%
-148%
-124%
-24%
-197%
Helligkeit Bildmitte (cd/m²)
371
305
-18%
320
-14%
454
22%
520.3
40%
453
22%
Brightness (cd/m²)
347
296
-15%
310
-11%
398
15%
493
42%
404
16%
Brightness Distribution (%)
88
92
5%
93
6%
79
-10%
88
0%
84
-5%
Schwarzwert * (cd/m²)
0.26
0.34
-31%
0.02
92%
0.41
-58%
0.45
-73%
0.28
-8%
Kontrast (:1)
1427
897
-37%
16000
1021%
1107
-22%
1156
-19%
1618
13%
Delta E Colorchecker *
0.84
2.15
-156%
10.69
-1173%
4.61
-449%
1.8
-114%
7.97
-849%
Colorchecker dE 2000 max. *
3.32
4.16
-25%
15.63
-371%
8.04
-142%
3.8
-14%
14.32
-331%
Colorchecker dE 2000 calibrated *
0.84
1.29
-54%
4.11
-389%
2.57
-206%
1.4
-67%
1.71
-104%
Delta E Graustufen *
1.3
3.21
-147%
7.73
-495%
4.77
-267%
1.4
-8%
8.2
-531%
Gamma
2.39 92%
2.52 87%
2.2 100%
2.28 96%
1.46 151%
CCT
6623 98%
6617 98%
8070 81%
7540 86%
6743 96%
7427 88%
Durchschnitt gesamt (Programm / Settings)
6% / -24%
-17% / -81%
-20% / -71%
25% / -6%
-38% / -115%

* ... kleinere Werte sind besser

Kalibrierung - Sehr gute Werkseinstellung

Anders als beispielsweise beim Titan Army C49c1s (unser Test) ist die Werkseinstellung des Display-P3-Farbprofils sehr gut, die DeltaE-Werte im ColorChecker liegen unter 1, bei den Graustufen knapp darüber. Der Monitor muss also nicht durch den Nutzer kalibriert werden und kann Farben sehr genaue wiedergeben, was für das Editieren von Grafiken und Fotos Grundvoraussetzung ist.

Graustufen
Graustufen
Sättigung
Sättigung
ColorChecker
ColorChecker

Farbraum

Innocn wirbt mit 100 % sRGB und 99 % DCI P3 und AdobeRGB. Laut unseren Messungen gegen Display P3 wird sRGB nahezu vollständig abgedeckt, Display P3 noch zu 87 und AdobeRGB zu 85 Prozent.

sRGB
sRGB
Display P3
Display P3
AdobeRGB
AdobeRGB

Reaktionszeit & Flackern

DC Dimming mit 120 kHz: Stark herangezoomt
DC Dimming mit 120 kHz: Stark herangezoomt

Innocn bewirbt den Monitor mit einer Reaktionszeit von 6 ms. Davon ist der Art Monitor weit entfernt, wir messen 22 (Schwarz zu Weiß) und 32 ms (Grau zu Grau). Einen Overdrive-Modus haben wir nicht gefunden, ein Gaming-Menüpunkt fehlt im OSD.

PWM wird nicht zu Helligkeitssteuerung herangezogen. Wenn man im Oszilloskop ganz nahe heranzoomt, sieht man ein DC-Dimming bei einer Frequenz von 120 kHz, was auch empfindliche Personen nicht bemerken sollten.

Reaktionszeiten (Response Times) des Displays

Die Reaktionszeiten (Response Times) beschreiben wie schnell zwischen zwei Farben eines Pixels umgeschaltet werden kann. Langsame Response Times können zu einer verschwommenen Darstellung, Schlieren und Geisterbilder führen. Besonders bei schnellen 3D-Spielen sind kurze Umschaltzeiten wichtig.
       Reaktionszeiten Schwarz zu Weiß
22 ms ... steigend ↗ und fallend ↘ kombiniert↗ 10.6 ms steigend
↘ 11.4 ms fallend
Die gemessenen Reaktionszeiten sind gut, für anspruchsvolle Spieler könnten der Bildschirm jedoch zu langsam sein.
Im Vergleich rangierten die bei uns getesteten Geräte von 0.1 (Minimum) zu 240 (Maximum) ms. » 49 % aller Screens waren schneller als der getestete.
Daher sind die gemessenen Reaktionszeiten schlechter als der Durchschnitt aller vermessenen Geräte (19.8 ms).
       Reaktionszeiten 50% Grau zu 80% Grau
32.4 ms ... steigend ↗ und fallend ↘ kombiniert↗ 14.2 ms steigend
↘ 18.2 ms fallend
Die gemessenen Reaktionszeiten sind langsam und dadurch für viele Spieler wahrscheinlich zu langsam.
Im Vergleich rangierten die bei uns getesteten Geräte von 0.165 (Minimum) zu 636 (Maximum) ms. » 44 % aller Screens waren schneller als der getestete.
Daher sind die gemessenen Reaktionszeiten durchschnittlich (31 ms).

Bildschirm-Flackern / PWM (Pulse-Width Modulation)

Eine günstige Methode um die Helligkeit eines Bildschirms zu steuern, ist die Beleuchtung periodisch ein- und auszuschalten. Dies nennt sich PWM (Pulsweitenmodulation) Diese Umschaltung sollte mit einer hohen Frequenz stattfinden damit das menschliche Auge kein Flimmern wahrnimmt. Wenn die Frequenz zu niedrig ist, kann dies zu Ermüdungserscheinungen, Augenbrennen, Kopfweh und auch sichtbaren Flackern führen.
Flackern / PWM nicht festgestellt

Im Vergleich: 52 % aller getesteten Geräte nutzten kein PWM um die Helligkeit zu reduzieren. Wenn PWM eingesetzt wurde, dann bei einer Frequenz von durchschnittlich 7763 (Minimum 5, Maximum 343500) Hz.

0 % Helligkeit
0 % Helligkeit
25 % Helligkeit
25 % Helligkeit
50 % Helligkeit
50 % Helligkeit
75 % Helligkeit
75 % Helligkeit
100 % Helligkeit
100 % Helligkeit

Blickwinkelstabilität

Subjektiv ist die Blickwinkelstabilität sehr gut und besser als die OpenCamera-Bilder es vermuten lassen.

Direkte Sicht
Direkte Sicht
Von oben
Von oben
Schräg von oben
Schräg von oben

Energieverbrauch - 40 W bei 90 %

Ausgeschaltet werden etwa 0,5 W verbraucht. Die Kurve unten zeigt ab 10 s den Einschaltprozess. Bei 90 Prozent Helligkeit verbraucht der Monitor knapp unter 40 W.

Eingeschaltet ab ca. 10 s, nach dem Startup konstanter Verbrauch bei 90 % Helligkeit
Eingeschaltet ab ca. 10 s, nach dem Startup konstanter Verbrauch bei 90 % Helligkeit

Transparenz

Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.

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Autor: Christian Hintze,  7.07.2026 (Update:  7.07.2026)