
BenQ MOBIUZ EX271UZ im Test: 27 Zoll 4K QD-OLED mit 240 Hz und Fernbedienung
Pixel Pause.
4K, bis 1.000 Nits, 240 Hz, 0,03 ms, KVM-Switch: Abseits der reinen Datenmaxima möchte der Benq-QD-OLED-Monitor Gamer mit besonders prächtiger Darstellung erleuchten. Wie? Durch Game-spezifische Farbprofile, die die Darstellung noch kontrastreicher, leuchtender und insgesamt bombastischer wirken lassen sollen!Christian Hintze Veröffentlicht am 🇺🇸
Testfazit - OLED-Genuß mit Refresh-Frust
Die reine OLED-Bildqualität kann voll überzeugen, Farben und Kontraste sind ausgezeichnet und die Game-optimierten Profile eine Bereicherung, wenngleich die App noch nicht ausgereift scheint. Was der Benq Mobiuz aufs Auge zaubert ist schon beeindruckend.
Dass ich aber alle 24 Stunden Nutzungsdauer eine Zwangspause von fast 6 Minuten einlegen muss, scheint mir extrem nutzungsunfreundlich zu sein, hier braucht es bessere Lösungen.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Direkt bei benq.eu kostet der Monitor € 879.99. Diverse andere Händler führen ihn schon ab 749 Euro, darunter notebooksbilliger.de.
Benq bietet mit dem Mobiuz EX271UZ einen 27 Zoll großen externen QD-OLED-Monitor für Gamer. Doch beim hochkarätigen Panel alleine will es der Hersteller nicht belassen: Mit mehr als 120 Farbprofilen aus der Game-Art-Datenbank von Color Shuttle soll die Anzeige immer perfekt auf unsere Lieblingsspiele abgestimmt sein.
Gehäuse & Design - Weiß, schwarz und silber, aber ohne LEDs
Optisch macht der EX271UZ durchaus etwas her, seine hintere Kunststoffschale wirkt durch das weiße Design, schwarze Stellen und einen silbernen Mobiuz-Schriftzug durchaus sehr nobel und trotz fehlender LEDs Gaming-tauglich.
Vorne wirkt der Mobiuz hiingegen fast unauffällig, ein sehr schmaler Kunststoffstreifen umrahmt den Glasrand des Panels und nur unten ist der Rand mit etwa 1,5 cm breiter.
Das Gelenk am VESA-Einsatz erlaubt keine Pivot-Funktion (in Hochkant wechseln), statt 90 Grad kann der Monitor nur minimal gedreht werden. Eine Höhenverstellung und eine Schwenkfunktion gibt es jedoch.
Anschlüsse & KVM-Switch im Alltagstest
Ein KVM-Switch ist mit an Board, für den Upstream gibt es zwei unterschiedliche USB-C-Ports. Aber nur der Haupthost unterstützt eARC-Anschluss mit 90 W Power Delivery.
Für Endgeräte gibt es dann 2x USB-A, einmal USB-C mit jeweils 5 Gbps, dazu zweimal HDMI 2.1 (einmal mit eARC) und einmal DisplayPort (v1.4). Bei mir sind durch den KVM jedenfalls wertvolle Ports am MiniPC freigeworden, Tastatur, Maus und Elgato Stream Deck+ sitzen nun im Monitor.
Bildqualität - Tolle Farben, optimierte Profile
In SDR messen wir 260 Nits. Mit aktiviertem HDR kommen wir auf 820 Nits. Der Monitor kann bei noch kleinerem Messfenster womöglich noch heller leuchten, hier sind schlicht unsere Messgerätte und -software limitiert.
Die Ausleuchtung ist sehr ausgeglichen, der Schwarzwert hervorragend, die Kontraste ebenso. Auch subjektiv vermittelt der Benq ein hervorragendes Bild.
Aber noch kontrastreicher und poppiger wird es, wenn wir einen der vordefinierten Gaming-Modi im Monitormenü auswählen.
| |||||||||||||||||||||||||
Ausleuchtung: 97 %
Kontrast: 6515:1 (Schwarzwert: 0.04 cd/m²)
ΔE ColorChecker Calman: 1.05 | ∀{0.5-29.43 Ø4.73}
calibrated: 1.05
ΔE Greyscale Calman: 1.58 | ∀{0.09-98 Ø4.97}
86% AdobeRGB 1998 (Argyll 3D)
99.9% sRGB (Argyll 3D)
96.7% Display P3 (Argyll 3D)
Gamma: 2.33
CCT: 6643 K
| BenQ MOBIUZ EX271UZ im Test: 27 Zoll 4K QD-OLED mit 240 Hz und Fernbedienung 3840x2160, 26.5", 240 Hz | TITAN ARMY P275MV PLUS 3840x2160, 27", 160 Hz | KTC G27P6 OLED, 2560x1440, 27", 240 Hz | KTC H27P22s AUO 7.0, IPS, 3840x2160, 27", 160 Hz | Alienware AW2725DF x, 27", Hz | MSI MAG 274QRF QD E2 MAG 274QRF QD E2, IPS, 2560x1440, 27", 180 Hz | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Display | 0% | -3% | -5% | 1% | ||
| Display P3 Coverage (%) | 96.7 | 94.7 -2% | 86.91 -10% | 86.9 -10% | 97.6 1% | |
| sRGB Coverage (%) | 99.9 | 100 0% | 99.23 -1% | 99.8 0% | 99.7 0% | |
| AdobeRGB 1998 Coverage (%) | 86 | 88.9 3% | 86.86 1% | 81.6 -5% | 88.9 3% | |
| Response Times | -715% | 14% | -740% | -467% | -367% | |
| Response Time Grey 50% / Grey 80% * (ms) | 1 ? | 12.8 ? -1180% | 0.8 ? 20% | 11.8 ? -1080% | 6.7 ? -570% | 5.76 ? -476% |
| Response Time Black / White * (ms) | 1.6 ? | 5.6 ? -250% | 0.8 ? 50% | 8 ? -400% | 7.4 ? -363% | 5.73 ? -258% |
| PWM Frequency (Hz) | 230 | 240 | ||||
| PWM Amplitude * (%) | 11 | 14 -27% | ||||
| Bildschirm | -120% | -197% | -194% | -116% | -230% | |
| Helligkeit Bildmitte (cd/m²) | 260.6 | 305 17% | 320 23% | 454 74% | 520.3 100% | 453 74% |
| Brightness (cd/m²) | 261 | 296 13% | 310 19% | 398 52% | 493 89% | 404 55% |
| Brightness Distribution (%) | 97 | 92 -5% | 93 -4% | 79 -19% | 88 -9% | 84 -13% |
| Schwarzwert * (cd/m²) | 0.04 | 0.34 -750% | 0.02 50% | 0.41 -925% | 0.45 -1025% | 0.28 -600% |
| Kontrast (:1) | 6515 | 897 -86% | 16000 146% | 1107 -83% | 1156 -82% | 1618 -75% |
| Delta E Colorchecker * | 1.05 | 2.15 -105% | 10.69 -918% | 4.61 -339% | 1.8 -71% | 7.97 -659% |
| Colorchecker dE 2000 max. * | 3.07 | 4.16 -36% | 15.63 -409% | 8.04 -162% | 3.8 -24% | 14.32 -366% |
| Colorchecker dE 2000 calibrated * | 1.05 | 1.29 -23% | 4.11 -291% | 2.57 -145% | 1.4 -33% | 1.71 -63% |
| Delta E Graustufen * | 1.58 | 3.21 -103% | 7.73 -389% | 4.77 -202% | 1.4 11% | 8.2 -419% |
| Gamma | 2.33 94% | 2.52 87% | 2.2 100% | 2.28 96% | 1.46 151% | |
| CCT | 6643 98% | 6617 98% | 8070 81% | 7540 86% | 6743 96% | 7427 88% |
| Durchschnitt gesamt (Programm / Settings) | -278% /
-179% | -62% /
-116% | -313% /
-232% | -292% /
-180% | -199% /
-200% |
* ... kleinere Werte sind besser
Reaktionszeiten (Response Times) des Displays
| ↔ Reaktionszeiten Schwarz zu Weiß | ||
|---|---|---|
| 1.6 ms ... steigend ↗ und fallend ↘ kombiniert | ↗ 0.8 ms steigend | |
| ↘ 0.8 ms fallend | ||
| Die gemessenen Reaktionszeiten sind sehr kurz, wodurch sich der Bildschirm auch für schnelle 3D Spiele eignen sollte. Im Vergleich rangierten die bei uns getesteten Geräte von 0.1 (Minimum) zu 240 (Maximum) ms. » 9 % aller Screens waren schneller als der getestete. Daher sind die gemessenen Reaktionszeiten besser als der Durchschnitt aller vermessenen Geräte (19.9 ms). | ||
| ↔ Reaktionszeiten 50% Grau zu 80% Grau | ||
| 1 ms ... steigend ↗ und fallend ↘ kombiniert | ↗ 0.6 ms steigend | |
| ↘ 0.4 ms fallend | ||
| Die gemessenen Reaktionszeiten sind sehr kurz, wodurch sich der Bildschirm auch für schnelle 3D Spiele eignen sollte. Im Vergleich rangierten die bei uns getesteten Geräte von 0.165 (Minimum) zu 636 (Maximum) ms. » 4 % aller Screens waren schneller als der getestete. Daher sind die gemessenen Reaktionszeiten besser als der Durchschnitt aller vermessenen Geräte (31.1 ms). | ||
PWM-Flackern
Bei voller Helligkeit messen wir lediglich das OLED-typische Signal von 60 Hz. Unter 50 Prozent Helligkeit (Display P3 Modus, teils schon unter 90 Prozent in einem der anderen Modi) kommt jedoch weiteres Flackern hinzu. Die Frequenz liegt bei 230 Hz (trotz 60-Hz-Einstellung) und höher.
Sofern man die Helligkeit auf mindestens 50 Prozent stellt, gibt es aber keine Probleme. Bei einer SDR-Helligkeit von 260 Nits wird man auch selten stärker absenken wollen.
Bildschirm-Flackern / PWM (Pulse-Width Modulation)
| Flackern / PWM festgestellt | 230 Hz Amplitude: 11 % | ||
Das Display flackert mit 230 Hz (im schlimmsten Fall, eventuell durch Pulsweitenmodulation PWM) . Die Frequenz von 230 Hz ist relativ gering und daher sollte es bei sensiblen Personen zu Problemen wie Flackern oder Augenbeschwerden führen. Im Vergleich: 52 % aller getesteten Geräte nutzten kein PWM um die Helligkeit zu reduzieren. Wenn PWM eingesetzt wurde, dann bei einer Frequenz von durchschnittlich 7798 (Minimum 5, Maximum 343500) Hz. | |||
Game-Art-Datenbank von Color Shuttle
Unser Mobiuz-Monitor verfügt über vorinstallierte Farbprofile, die sich im Menü wechseln lassen. Neben den Industriestandards wie sRGB und Display P3 gehören auch Gaming-Profile wie Fantasy und SciFi dazu. Dazu gibt es 3 Custom-Profile, die man über die App mit eigenen Downloads belegen kann.
Denn Benq bietet eine Color-Shuttle-App an. Die 800 MB große Software erlaubt den Download von diversen Farbprofilen und deren Zuweisung auf die drei Game Presets. Die Presets verändern das Farbschema des Monitors teils deutlich und sind insgesamt eine nette Spielerei. So wird das Gras beim Zocken von Fifa noch grüner, Sonnenuntergänge in Red Dead Redemption noch prächtiger.
So ganz intuitiv ist die Nutzung der App allerdings nicht. Wie man selbst heruntergeladene Profile in die Presets einbaut, haben wir nicht herausgefunden.
Die Profile kann man wiederum mit anderen Monitoreinstellungen kombinieren. Benq bietet insgesamt vier Presets (Alpha, Bravo, Charlie, Delta), die sich anpassen lassen und Einstellungen wie Farbprofil, Helligkeit, Light Tuner, Color Vibrance oder Low Blue Light in sich vereinen. Profile und Anzeigepresets bieten zusammen einiges an Individualisierungsoptionen für die Darstellung.
Kritik im Alltag - Pixel-Refresh als Störfaktor
Etwas Kritik haben wir dann doch: Um bei OLEDs das gefürchtete Einbrennen von Inhalten zu verhindern, gibt es heute diverse Techniken wie PixelShift etc.
Im Benq ist die automatisierte Bildschirmpflege aber besonders nervig: Denn anstatt ab und zu einen PixelShift o.Ä. im Hintergrund durchzuführen, werden wir bereits nach wenigen Nutzungsstunden gefragt, ob der Monitor einen Pixel Refresh durchführen darf.
Das Problem: Der Mobiuz-Pixel-Refresh dauert geschlagene 5,5 Minuten in denen der Monitor komplett schwarz wird und nicht mehr verwendet werden kann! Die erste Nachricht kann man noch skippen. Nach spätestens 24 Stunden Nutzungsdauer (alle 24 Stunden wieder!) lässt sich die Nachricht aber nicht mehr skippen. Entweder man unterbricht die Arbeit oder das Game für über 5 Minuten oder man ignoriert eine zeitlang das große Overlay der Nachricht. Diese regelmäßigen Zwangspausen sind extrem nervig!
Energieverbrauch - 30 vs. 60 W
Der Stromverbrauch von OLEDs ist stark von den angezeigten Inhalten abhängig. Bei hellem Windows-Theme verbraucht der Mobiuz im Office-Alltag gut 50 bis 60 W. Schaltet man hingegen auf den Dark Mode und setzt auf dunkle Inhalte, sind es nur 30 W. Ausgeschaltet sind es noch etwa 0,3 W.
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.











































