USB-C Power Delivery setzt sich immer stärker durch
Jeder moderne Laptop sollte heutzutage Power Delivery (PD) unterstützen, sodass man ihn auch über ein geeignetes USB-Netzteil am USB-C-Port mit Strom versorgen kann. Vor zwei bis drei Jahre war das gefühlt noch ein rares Feature, mittlerweile hat sich die Funktion aber durchgesetzt und das ist auch gut so.
Einige Laptops, darunter auch das Schenker Connect 15 (unser Test), werden aber zusätzlich noch mit einem Rundpol-Netzteil ausgeliefert und das obwohl das Connect auch Power Delivery über USB-C unterstützt. Damit einher geht natürlich ein zusätzlicher Stromanschluss. Ist das angesichts der neuen, deutlich universelleren Stromtechnik noch sinnvoll?
Was für einen klassischen AC-Port spricht
Ein freier USB-C-Port kann Gold wert sein
Der Vorteil eines separaten Stromanschlusses ist, dass wir keinen der raren USB-Ports mit einem Netzteil belegen müssen. Laptops haben für gewöhnlich nur drei bis vier USB-Ports insgesamt, einige Vertreter sogar nur zwei. USB-C ist dabei meistens auf maximal zwei Ports beschränkt. Immer mehr Peripherie, darunter auch USB-Sticks, Stream Decks, Webcams und mehr setzen auf USB-C statt USB-A. Da wird jeder freie Port gebraucht und USB-C-Netzteile blockieren ständig einen der wenigen davon.
Und auch wenn neuere USB-C-Power-Delivery-Standards sogar bis 240 W gehen, sind die Ladegeräte dafür noch selten und zudem oftmals teuer. Daher liegen insbesondere Gaming-Laptop und anderen PCs mit hoher Leistungsaufnahme noch ein herkömmliches Netzteil bei.
USB-C Power Delivery hat in der Praxis ihre Tücken
Leider funktionieren in der Praxis auch nicht alle USB-C-Ladegeräte mit allen Geräten. Der Stecker ist zwar standardisiert, aber die dahinterliegenden Protokolle und Leistungsprofile sind komplex.
So kann es vorkommen, dass ein Zubehörgerät nicht mit dem neuesten USB-C-Netzteil aufgeladen werden kann. Da USB-C mehrere Spannungen bereitstellen kann, müssen Gerät und Netzteil miteinander kommunizieren, um das richtige Profil übertragen zu können. Bei manchem günstigeren Zubehör ist jedoch keine echte USB-C-PD-Kommunikation implementiert, diese Geräte erwarten dann einfach ein „dummes“ 5-V-Netzteil.
Dazu kommt, dass nicht alle Netzteile alle Profile bzw. Spannungen anbieten können. Die verschiedenen Übertragungsstandards bei den entsprechenden USB-C-Kabeln kommen hier noch hinzu. Es gibt große Unterschiede darin, welche Spannungen und Ströme ein bestimmtes Kabel übertragen kann.
Und dann sind da noch die Kosten für den Hersteller. Oftmals ist ein DC-Rundstecker günstiger zu implementieren als eine vollständige USB-C-PD-Ladeelektronik. Dieses Argument fällt natürlich weg, sobald ein Hersteller wie beim Connect 15 beide Ladetechniken implementiert,
Das sollen keine Argumente gegen USB-C sein, aber es ist in diesen Fällen gut zusätzlich eine verlässliche Alternative in Form eines klassischen Netzteils mit fester Spannung zu haben.
Was gegen klassische Stecker spricht
Es hat schon Gründe warum man vermehrt auf einen universellen Stecker setzt. Ein universelles Netzteil für Laptop, Smartphone, Tablet und Zubehör bedeutet deutlich weniger Elektroschrott und Kabelsalat. Gerade unterwegs, aber auch zu Hause Unterwegs reicht dann oft ein einziges Ladegerät - mit Einschränkungen (siehe oben).
Vor allem der unübersichtliche Steckerdschungel hat sich mit USB-C endgültig erledigt. Rundstecker gibt es in allen möglichen Formen. Dazu gibt es Anbieter wie Lenovo, die eigene, viereckige Steckerdesigns entwarfen, damit man nicht jedes Universalnetzteil nutzen kann sondern bei Verlust oder Defekt oft neu kaufen musste. Apropos Universalnetzteil: Wie viele verschiedene Steckerdesigns existieren, konnte man alleine an der schieren (Un)Menge an Austauschsteckern ablesen, die einem solchen Netzteil mitgeliefert wurden, um die größtmögliche Kompatibilität zu garantieren.

Fazit - Zwei Ladeanschlüsse bieten die größte Flexibilität
Wenn ausschließlich ein Rundstecker vorhanden ist, wirkt das im Jahr 2026 zunehmend altmodisch, insbesondere bei Office-Laptops. Ausnahmen sind Gaming-Laptops oder Workstations mit sehr hoher Leistungsaufnahme.
Aber ein Laptop mit USB-C Power Delivery und zusätzlichem Rundstecker bietet insgesamt sogar mehr Flexibilität. Problematisch wird es erst, wenn der Rundstecker die einzige Lademöglichkeit ist. Insofern macht das Schenker Connect 15 hier alles richtig, verbaut es doch einen Rundstecker und unterstützt gleichzeitig die Stromversorgung via USB-C.









