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Jetzt aber wirklich: Erste Graphen-Akkus von Real Graphene am Markt

Die ersten Graphen-Akkus sind käuflich erwerbbar und stammen von der US-Firma Real Graphene.
Die ersten Graphen-Akkus sind käuflich erwerbbar und stammen von der US-Firma Real Graphene.
Seit Jahren berichten wir über neue, bessere Akku-Technologien, die Vorteile wie schnelleres Laden, höhere Kapazitäten und mehr Sicherheit sowie Lebensdauer versprechen - tatsächlich verfügbar war noch keine, bis jetzt. Der erste Hersteller eines Graphen-Akkus wagte sich tatsächlich auf den Markt: Real Graphene
Alexander Fagot,

Die ersten Graphen-Akkus, die man tatsächlich kaufen kann, kommen in Form von Akkupacks, also Powerbanken, die andere mobile Geräte mit Strom versorgen können. Laut US-Firma Real Graphene laden sie schneller, bleiben dabei kühler und bieten eine deutlich verlängerte Lebensdauer. Konkret bedeutet das die etwa fünffache Ladegeschwindigkeit und 1500 Ladezyklen über die gesamte Lebensdauer des Akkus gegenüber den aktuell üblichen 300 bis 500. Auch die Sicherheit ist aufgrund der geringeren Hitzeentwicklung höher, bekräftigte Real Graphene-CEO Samuel Gong unlängst gegenüber Digital Trends, was es auch erst ermöglicht, den Akku mit aktuell bis zu 100 Watt zu laden.

Akkupacks: Das Beste kommt erst

Das Video oben zeigt einen Vergleich mit einem herkömmlichen Anker-Akkupack, der allerdings im Gegensatz zum Real Graphene-Produkt nicht mit 60 Watt sondern nur mit 18 Watt lädt und damit alleine deswegen schon langsamer ist. Dieses Produkt (Real Graphene G-Pro mit 10.000 mAh Kapazität) und ein anderes namens G-Max mit doppelter Kapazität und noch höherem 87 Watt Ladestrom sind aktuell über die Homepage des Herstellers (und teilweise über den US-Shop von Amazon) erhältlich und das sogar im Ausverkauf, denn die zweite Generation steht bereits vor der Tür. 

Diese soll dann die oben erwähnten, noch höheren Ladegeschwindigkeiten auch tatsächlich erreichen und anfangs via Indiegogo vermarktet werden. Ein Produkt namens G-100 mit 10.000 mAh Kapazität wird mit separatem 100 Watt-Ladegerät in 20 Minuten vollständig geladen sein und für 90 US-Dollar (plus 15 Dollar für den Lader) über die Theke gehen. Analog dazu wird es auch ein G-100 Max mit doppelter Kapazität und Ladezeit geben, auch "Lite-Produkte" werden auf der Homepage des Herstellers bereits für 2020 angedeutet, etwa mit 5.000 mAh Akku und 60 Watt Charger. Wer daran Interesse hat, kann sich auf der Homepage in einen Newsletter eintragen lassen.

Erste Smartphones mit Graphen-Akkus kommen bald

Wie das Video oben erklärt, ist Graphen eine Art zweidimensionale Struktur von Kohlenstoff-Atomen, die deutlich teurer und aufwändiger zu produzieren ist, als die "3D-Variante" Graphit - bekannt etwa aus den handelsüblichen Bleistiften. Einige Akku-Hersteller sind daher dazu übergegangen, das günstigere Graphit in ihre Akkus zu verbauen, um mit Graphen werben zu können, ohne allerdings dessen Vorteile zu liefern. Alles schön und gut, aber wann wird es erste Graphen-Akkus in unseren Smartphones und anderen mobilen Begleitern geben? 

Auch darauf hat der Real Graphene-Boss bereits eine vage Antwort parat. Hinter den Kulissen arbeitet Real Graphene, die das kostbare Material selbst produzieren, bereits mit nicht namentlich genannten Smartphone-Herstellern zusammen, noch sind aber vor allem Kosten und Verfügbarkeit der dünnen Graphen-Schichten ein Hindernis für den breitflächigen Einsatz im Alltag. Kleinere Auflagen, etwa eines faltbaren High-End-Phones wie es das Galaxy Fold von Samsung war, könnte man bereits jetzt mit Real Graphen-Akkus bestücken, zumal hier der um etwa 30 Prozent höhere Preis weniger ins Gewicht fällt. 

Für klassische Smartphone-Flaggschiffe wie Apples iPhones oder etwa Samsungs Galaxy S- und Galaxy Note-Serien mit ihren Millionen-Auflagen bräuchte Real Graphene laut Aussage des CEOs etwa ein Jahr Vorlaufzeit, was wohl bedeutet, dass wir spätestens 2021 mit ersten High-End-Smartphones auf Basis der neuen Akku-Technologie rechnen können. In jedem Fall betonte Gong, dass es für Hersteller einfach wäre auf Graphen-Batterien zu wechseln, da die Akkus ihre traditionelle Form und Größe bewahren - die feinen Graphen-Schichten ersetzen ja das Lithium nicht, sondern werden nur als eine Art Booster verwendet, um die Leitfähigkeit zu erhöhen. 

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Autor: Alexander Fagot, 23.01.2020 (Update: 23.01.2020)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Managing Editor News
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.