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Kurztest: "Gaming DAC Pro S" von Sharkoon für den USB-Anschluss

Der USB-DAC "Gaming DAC Pro S" von Sharkoon
Der USB-DAC "Gaming DAC Pro S" von Sharkoon
Der neue "Gaming DAC Pro S" von Sharkoon hinterlässt nach unserem kurzen Test eine soundstarke und überzeugende Leistung. Der kleine D/A-Wandler für den USB-Anschluss verarbeitet High-Resolution-Formate bis 24-Bit / 96 kHz, ist nach den Richtlinien der Japan Audio Society (JAS) zertifiziert und liefert klaren und kräftigen Sound.

Sharkoon, eine Firma mit Sitz in Deutschland, ist seit 2003 auf Zubehör für den PC, von Gehäusen bis hin zu Tastaturen, Mäusen und Kopfhörern spezialisiert, sogar Gaming-Tische und Stühle finden sich in der Produktpalette wieder. Ein Großteil des Sortiments ist dabei auf den Gaming-Bereich und auf Anwender mit hohen Ansprüchen ausgerichtet. 

Neu erschienen ist mitunter das “Gaming DAC Pro S”, ein Digital-zu-Analog-Umwandler, also sozusagen eine externe Soundkarte, die wie ein USB-Stick am USB-Port angeschlossen wird. Der Sound wird somit nicht über den internen Onboard-Soundchip und 3,5-mm-Klinke-Kopfhörerausgang ausgegeben, sondern über USB und dem Gaming DAC Pro S. Integrierte Onboard-Lösungen bei Laptops bieten nicht gerade ideale Voraussetzungen für hochauflösende Musik und kraftvollen, klaren Sound. Geringe Leistung und mögliche Störgeräusche, beispielsweise von der Stromversorgung, können hier die Wiedergabequalität beeinträchtigen. Weiters ist ein solcher Ausgang für gewöhnlich zu schwach für hochwertige Kopfhörer mit höherer Impedanz von audiophilen Usern. Diese hochohmigen Kopfhörer liefern meist eine bessere Mitten- und Hochtonwiedergabe, benötigen jedoch mehr Ausgangsleistung und idealerweise einen eigenen Kopfhörer-Verstärker. 

Der Gaming DAC Pro S hilft hier mit zwei Volt Ausgangsspannung auf dem TRRS-Port inklusive Mikrofonkontakt aus und bietet somit genug Leistung, auch hochohmige Kopfhörer laut Datenblatt von 16 bis 300 Ohm zu betreiben. Der Rauschabstand beträgt hohe 100 dB, Messwerte über 90 dB werden bei Verstärkern normalerweise schon als sehr gut angesehen. Im Inneren des nur 8 Gramm leichten DACs, das nach den Richtlinien der Japan Audio Society (JAS) zertifiziert ist, befinden sich ein BES3100-Chip und ein MAX97220A-Verstärker, die eine Abtastrate bis 24-Bit / 96 kHz unterstützen. Die Verarbeitung ist sehr gut, das Gehäuse ist aus Aluminium gefertigt.

Sharkoon hat uns ein Testgerät zur Verfügung gestellt, damit wir uns ein Klangbild von der Leistung des DACs machen können. Getestet haben wir diese externe Mini-USB-Soundkarte beim Gamen und selbstverständlich auch mit verlustfreien FLAC-Musikdateien in High-Res 24-Bit / 96 kHz. Als Kopfhörer für den Test kamen drei verschiedene Modelle zum Einsatz: Der weitverbreitete Sennheiser Momentum 2, der halboffene Beyerdynamic DT 880 (600 Ohm-Version) und die In-Ears B400 von Brainwavz

Beim Erstbetrieb wird der Gaming DAC Pro S einfach an einem freien USB-Port angesteckt, dabei werden die Treiber automatisch installiert. Am Gaming DAC Pro S sind seitlich drei kleine LEDs angebracht, diese zeigen die aktuelle Abtastrate von 44,1 kHz, 48 kHz oder 96 kHz an und am anderen Ende des Sticks befindet sich der 3,5-mm-Klinkenausgang (TRRS). Den Test beginnen wir zuerst mit dem Sennheiser Momentum Kopfhörer, indem wir “Fluch der Karibik” über den USB-DAC wiedergeben. Der Soundtrack von Hans Zimmer bietet sich aufgrund der Bandbreite an verschiedenen Percussion-Effekten und kraftvollen Übergängen sehr gut für einen Vergleich an. Danach wechseln wir von USB auf den Standard-Kopfhöreranschluss der internen Intel-Onboard-Lösung. Man muss nicht unbedingt audiophil sein, um einen Unterschied wahrzunehmen. Ohne den Gaming DAC Pro S klingt sogar der Höhepunkt des Stücks “Drink Up, Me Hearties” eintönig und erzeugt wenig Spannung. Wie erwartet, klingen die Instrumente monoton ähnlich, die Feinheit des Sounds geht über die interne Soundkarte verloren. Hier hilft auch nicht die Erhöhung der Lautstärke, ganz im Gegenteil vergrößert dies den hörbaren Unterschied zum Gaming DAC Pro S. Über den Sharkoon DAC wiedergegeben, fühlt sich die hochauflösende Musik hingegen greifbar nah an und klar. 

Den zweiten Test führen wir mit dem hochohmigen Beyerdynamic DT 880 Kopfhörer durch. Dieser hat mit 800 Ohm Widerstand eine recht hohe Impedanz. Wird der DT 880 direkt an den 3,5-mm-Klinkenausgang am Laptop ohne einen Verstärker angeschlossen, ist dieser erwartungsgemäß bei einer Systemlautstärke von 100 Prozent noch zu leise. Gespannt schließen wir nun den Beyerdynamic an den vergoldeten Klinkenanschluss des Gaming DAC Pro S an und hören, dass der Verstärker auch für einen 800-Ohm-Kopfhörer noch stark genug ist, obwohl in der Spezifikation lediglich bis 300 Ohm angegeben werden. Die Lautstärke wird gegenüber dem Standard-Onboard-Ausgang deutlich, und das bei gleichzeitig besserem Sound, erhöht.

Der letzte Test mit dem In-Ear Brainwavz B400 mit 30 Ohm Impedanz zeigt auch hier ganz klar die Soundunterschiede. Beim Stück “Jack Sparrow” kann die Rauheit des Cellos und die Vielseitigkeit der Percussions mit denen bei diesem Soundtrack ja nicht gespart wurde, wahrgenommen werden. Auch hier übertrifft der Sharkoon DAC erwartungsgemäß die Onboard-Lösung.

Selbstverständlich gibt es Alternativen an USB-DACs am Markt, wie beispielsweise die bekannte und auch von vielen Usern für gut befundene DragonFly-Serie von Audioquest, jedoch kostet der günstigste DragonFly Black knapp 100 Euro und der DragonFly Red circa 200 Euro, während der Sharkoon Gaming DAC Pro S bereits um 34,99 Euro (UVP) zu haben ist. 

Wer also beim Gamen oder Streamen von Musik mit einer einfachen, portablen Lösung mehr aus seinem Laptop oder PC rausholen möchte, der sollte einen Blick auf den Gaming DAC Pro S von Sharkoon werfen. Dieser ist auch mit der PS4 kompatibel und über einen passenden OTG-Adapter kann der Gaming DAC Pro 5 übrigens auch an das Handy angeschlossen werden. 

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Autor: Daniel Puschina, 29.07.2019 (Update: 29.07.2019)
Daniel Puschina
Daniel Puschina - Editor
Ich bin die Generation, die in den 90er Jahren auf einem 386er mit der 20MHz Turbotaste die ersten Computer-Erfahrungen gesammelt hat. Es war eine Gratwanderung zwischen der Leistungsgrenze meines Rechners und dem knappen Taschengeld, umso größer war aber dadurch die Motivation, das letzte Stück Leistung hier noch rauszuholen. Das Herauskitzeln eines einzelnen Kilobytes in der config.sys Datei war bei 2MB RAM absolut bestimmend über „Spiel startet“ oder „Spiel startet nicht“. Ab diesem Zeitpunkt habe ich auch damit begonnen, mich hardwareseitig immer eingehender mit Benchmarktests, Leistungsvergleiche und Tuning der Komponenten zu beschäftigen, was mich in den letzten Jahren zum Dauerbesucher der Notebookcheck-Seite machte. Es ist mir somit eine große Freude, hier nun selbst aktiv für diese Seite schreiben und testen zu können.