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Laut Mario-Schöpfer: Darum ist der Krieg um Konsolenleistung vorbei

Laut Mario-Schöpfer Shigeru Miyamoto verlieren technische Spezifikationen beim Konsolenkauf zunehmend an Bedeutung.
ⓘ Venson Chou / Unsplash
Laut Mario-Schöpfer Shigeru Miyamoto verlieren technische Spezifikationen beim Konsolenkauf zunehmend an Bedeutung.
Shigeru Miyamoto glaubt, dass der Wettbewerb auf dem Konsolenmarkt künftig nicht mehr nur über die Leistung ausgetragen wird. Statt eines ewigen Hardware-Wettrüstens wünscht sich der Nintendo-Veteran fließende Übergänge zwischen Konsolengenerationen.

Seit Jahrzehnten werden neue Konsolengenerationen vor allem mit mehr Rechenpower, höherer Auflösung und einer insgesamt besseren Grafik beworben. Fragt man Mario-Schöpfer Shigeru Miyamoto, verliert dieses Wettrüsten jedoch zunehmend an Bedeutung. In einem Interview mit dem japanischen Magazin Famitsu blickt Miyamoto nicht nur auf die Geschichte von Nintendo zurück, sondern spricht auch über die Zukunft der Konsolen. Dass sich die ursprüngliche Nintendo Switch trotz ihrer vergleichsweise schwachen Hardware so lange am Markt behaupten konnte, wertet er als Zeichen für veränderte Prioritäten:

„Zunächst einmal hat es mich gefreut, dass die Switch acht bis neun Jahre durchgehalten hat. Ich glaube, wir leben nicht mehr in einer Zeit, in der Kunden ausschließlich nach technischen Spezifikationen verlangen.“

Miyamotos Ideal ist eine Zukunft, in der Spieler neue Software möglichst auf der bereits vorhandenen Hardware nutzen können. Leistungsstärkere Konsolen soll es weiterhin geben – sie sollen ihre Vorgänger aber nicht mehr schlagartig ersetzen. 

„Am besten wäre es, wenn wir nicht mehr von einem Wettkampf um den Verkauf neuer Hardware sprechen müssten, sondern einfach verschiedene Spiele entwickeln könnten und daraus ganz von selbst der nächste Markt entstünde.“

Wer mehr Leistung möchte, greift zur Switch 2 (derzeit 440 Euro auf Amazon). Wer keinen gesteigerten Wert auf Grafikleistung legt, kann aber auch bei der ersten Switch bleiben und abgesehen von einigen Exklusivtiteln auch neue Spiele spielen. Nach einigen Jahren könne die neue Hardware dann ganz von selbst zum Standard werden.

Der Konsolenkrieg ist damit nicht zu Ende, verlagert sich aber auf ein anderes Schlachtfeld. In einem Satz zusammengefasst könnte Miyamotos Botschaft wie folgt lauten: Nicht die stärkste Hardware, sondern die besten Spiele sollen entscheiden, welche Konsole sich durchsetzt. Im selben Interview hat der Nintendo-Veteran übrigens auch erklärt, warum sich die Gaming-Branche aktuell so schwer tut.

Community stimmt zu, sieht aber einen weiteren entscheidenden Faktor

Auf Reddit stößt Miyamotos Einschätzung überwiegend auf Zustimmung. Viele Nutzer finden, dass die sichtbaren Fortschritte neuer Konsolengenerationen immer kleiner werden. Spiele sähen heute trotz deutlich höherer Anforderungen und längerer Entwicklungszeiten oft nur geringfügig besser aus als zehn Jahre alte Titel. Viele Gamer auf Reddit hoffen deshalb, dass technische Grenzen Entwickler wieder zu kreativeren Lösungen zwingen.

Ein weiterer Faktor, der Entwickler dazu bewegen könnte, Spiele wieder mit stärkerem Fokus auf Optimierung als auf maximale Rechenleistung zu entwickeln, sind die steigenden Hardwarepreise. Der Top-Kommentar im Thread lautet: „Ich glaube, dass die allgemeine Verteuerung des Technologiemarktes insgesamt eine größere Rolle spielen wird. Die Gaming-Branche wird erneut die Grenzen der Hardware ausreizen müssen, da die Verbraucher wahrscheinlich nicht mehr bereit sein werden, über 1.000 Dollar für eine Konsole der nächsten Generation zu bezahlen.“ Ob der Leistungskrieg damit tatsächlich endet, bleibt abzuwarten. Für immer teurere Konsolen dürften sich künftig aber zunehmend weniger Käufer finden.

Quelle(n)

Famitsu (auf Japanisch)

Venson Chou / Unsplash

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Autor: Marius Müller,  1.08.2026 (Update:  1.08.2026)