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Märkte: Gewinneinbruch bei Amazon

Obwohl der Umsatz gegenüber dem Vorjahr stark anstieg, muss das Unternehmen Amazon.com einen drastischen Gewinnrückgang vermelden. Vor allem der Erfolg des günstigen Tablets Kindle Fire belastet die Bilanz.

Mit einem deutlichen Gewinneinbruch beendet der US-Onlinehändler Amazon.com das abgelaufene Geschäftsjahr 2011. Trotz eines Umsatzwachstums um 36 Prozent auf 42 Milliarden US-Dollar (rund 32 Milliarden Euro) brach der Erlös drastisch auf 631 Millionen US-Dollar (rund 484 Millionen Euro) ein. 2010 konnte Amazon noch 1,152 Milliarden US-Dollar erwirtschaften.

In dem, in der Vergangenheit, meist starken vierten Quartal mussten ähnliche Rückgänge vermeldet werden. Auch hier stieg der Umsatz auf nunmehr 15,3 Milliarden US-Dollar an, der Gewinn ging jedoch auf 177 Millionen US-Dollar zurück. In den ersten drei Monaten 2012 erwartet das Unternehmen gar einen Verlust in Höhe von 100 bis 200 Millionen US-Dollar. Der Aktienkurs fiel infolgedessen um fast 8 Prozent.

Es mag zunächst paradox klingen, doch insbesondere der überwältigende Erfolg des Kindle Fire dürfte daran seinen Anteil haben. Analysten schätzen, dass Amazon mit jedem verkauften Tablet kaum Gewinn oder sogar einen kleinen Verlust macht. Hinzu kommen die immensen Entwicklungs- und Vermarktungskosten, welche die Bilanz des Onlinehändlers zusätzlich belasten.

Die Strategie von Amazon ist eher langfristig ausgelegt und zielt auf die Erlöse, die durch E-Books, Musik oder Video-Streaming von den Käufern des Kindle Fire zukünftig generiert werden sollen. Damit tritt man vor allem in Konkurrenz zum Platzhirsch Apple, der erst kürzlich wieder einen neuen Rekordgewinn vermelden konnte.

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Autor: Till Schönborn,  1.02.2012 (Update:  9.07.2012)
Till Schönborn
Till Schönborn - Managing Editor Business
Freude am Schreiben und die Faszination für (mobile) Technik brachten mich im Herbst 2011 zu Notebookcheck. Neben unzähligen Notebook-Tests und Newsmeldungen habe ich seitdem eine Reihe technischer Hintergrundartikel zu CPU- und GPU-Architekturen verfasst und betreue zudem unsere Hardware-Datenbank. Seit Anfang 2014 leite ich den Bereich der Premium-Business-Notebooks, fühle mich aber auch im Smartphone- oder Tablet-Segment zu Hause – das gespannte "Kribbeln" beim Testen neuer Hardware ist auch nach vielen Jahren noch nicht verflogen. Die schmale Freizeit zwischen Studium und Job wird zumeist fernab jeglicher Elektronik in der Natur verbracht.