Mercedes AMG-GT-SUV: Künstlicher V8-Sound kostet mehr als V6-Klang

Mercedes hat mit dem AMG GT SUV das erste eigenständig von AMG entwickelte Oberklasse-SUV vorgestellt. Es nutzt die elektrische AMG.EA-Plattform des neuen GT 4 Door Coupé und wird in den drei Varianten GT 53, GT 55 und GT 63 angeboten.
Wie inzwischen bei einigen Elektroautos üblich, werden im Modus AMGFORCE Sport+ künstliche Motorgeräusche über die Lautsprecher wiedergegeben. Diese Funktion gibt es auch beim Coupé. Während das Basismodell GT 53 lediglich einen AMG-Sechszylinder imitiert, erhalten die teureren Varianten GT 55 und GT 63 einen V8-Sound. Laut Mercedes stammen die Aufnahmen von echten Fahrzeugen und sind mithilfe von mehr als 100 Messungen und 16 Mikrofonen entstanden. Dazu werden Gangwechsel simuliert und Vibrationen über die Sitze erzeugt.
Dass ein ansonsten leises Elektroauto nur gegen Aufpreis wie ein Achtzylinder klingt, wirft allerdings Fragen auf. Schließlich handelt es sich lediglich um Software. Mercedes könnte dem GT 53 ohne zusätzliche Kosten dieselbe Geräuschkulisse geben, macht den V8-Sound stattdessen aber zum Statussymbol. Da bei einem Elektro-SUV mit über 1.000 PS die Motorgeräusche kaum der ausschlaggebende Kaufgrund sein dürften, erscheint diese kostenpflichtige Abstufung umso fragwürdiger.
Modelle und technische Daten
GT 63 und GT 55 bieten allerdings auch eine hohe Antriebsleistung. Im GT 63 liefern drei Axialflussmotoren zusammen 860 kW (1.169 PS) und 2.000 Nm Drehmoment. Damit beschleunigt das SUV in 2,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht bis zu 270 km/h. Der GT 55 leistet 600 kW (816 PS) und benötigt für den Standardsprint 3,1 Sekunden.
Das Basismodell GT 53 nutzt zwei Synchronmotoren mit insgesamt 400 kW (544 PS), beschleunigt in 4,2 Sekunden auf 100 km/h und erreicht maximal 250 km/h. In der Modellhierarchie reicht das offenbar nur für künstlichen V6-Sound. Zur Wahl stehen zwei 800-Volt-Akkus mit 106kWh beziehungsweise 128kWh, die Gleichstromladen mit bis zu 600 kW beziehungsweise 710 kW unterstützen. Mit dem größeren Akku gibt Mercedes eine WLTP-Reichweite von bis zu 700 km an. Innerhalb von zehn Minuten soll sich Strom für bis zu 450 km nachladen lassen.
Preise für die Variante mit V6-Sound
Zur Ausstattung gehören eine aktive Luftfederung, eine Hinterachslenkung und ein variabler Allradantrieb. Der GT 53 ist ab 113.050 Euro bereits bestellbar. GT 55 und GT 63 folgen im Frühjahr 2027. Preise hat Mercedes dafür noch nicht genannt, für den künstlichen V8-Sound wird jedoch der Aufpreis für eine dieser Varianten fällig.











