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Mercedes CLA EQ ausprobiert - Wie fährt sich die neue Elektro-Limousine mit 800-Volt-Technologie?

Mercedes-Benz CLA EQ (Bildquelle: Mercedes-Benz)
Mercedes-Benz CLA EQ (Bildquelle: Mercedes-Benz)
Mit dem neuen CLA hat Mercedes eine sportliche Limousine im Angebot, die vor allem als Elektro-Version Käufer begeistern möchte. Mit dabei ist die 800-Volt-Technik, ein großer Akku und endlich auch ein Frunk. Wir haben den neuen CLA 350 4Matic EQ ausprobiert.

Mit dem neuen CLA EQ läutet Mercedes seine neue Generation der Elektrofahrzeuge ein. Zunächst nur als Limousine, Anfang 2026 auch als Shooting Brake, kommt der CLA zunächst als Elektroauto auf den Markt (Verbrenner folgen später). Im Rahmen einer dreistündigen Probefahrt konnten wir den neuen CLA 350 4Matic EQ in der Stadt und auf der Autobahn testen. Der Wagen hatte die standardmäßige Progessive-Ausstattung in Verbindung mit den 17-Zoll-Felgen verbaut. Die Akkugröße liegt bei 85 kWh und die Leistung wird mit 354 PS angegeben. 

Erster Eindruck - Endlich ein Frunk

Der erste Eindruck vom Fahrzeug war positiv und endlich verbaut Mercedes einen ordentlich großen Frunk. Aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass dieser ideal ist, um das Ladekabel zu transportieren, dass im Kofferraum ansonsten nur unnötig Platz einnimmt. Bei Einsteigen fällt als erstes auf, dass man etwas höher sitzt, als von außen erwartet. Das liegt natürlich am Akku, der im Unterboden verbaut ist, wir hätten den Sitz aber gerne noch etwas tiefer eingestellt. Der Innenraum macht einen durchaus hochwertigen und soliden Eindruck, wobei man im unteren Bereich schnell sehr harten Kunststoff findet. Positiv ist aber der Verzicht von Hochglanz-Lack in der Mittelkonsole. Die Speed-Limit-Warnung lässt sich schnell deaktivieren, indem man das Verkehrszeichen auf dem Touchscreen gedrückt hält. Die Bedienung der Bildschirme über die Touchpads am Lenkrad ist problematisch und hat zu einigen Fehleingaben geführt. Freunde einer umfangreichen Innenraumbeleuchtung werden hier voll auf Ihre Kosten kommen, wobei man vor allem die unzähligen beleuchteten Sterne auf dem Armaturenbrett der Beifahrerseite schon mögen muss. Ein Rollo für das Panorama-Glasdach gibt es leider nicht.

Bild des großen Frunks des CLA EQ
Großer Frunk mit 101l, Bild: Mercedes

Fahreindruck - Guter Anzug, nerviger Elektrosound

Bei Fahrtbeginn fällt vor allem der "Fahrsound" auf, der zum Glück aber auch abgeschaltet werden kann. In unseren Augen waren die verschiedenen Soundprofile extrem künstlich und haben nicht wirklich zum Fahrerlebnis beigetragen, sondern waren schnell nervig. Der Anzug ist sehr ordentlich und die angegebenen 4,9 Sekunden auf 100 km/h wirken realistisch. Auch die Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h wird sehr schnell erreicht. Positiv sind auf jeden Fall die geringen Innenraumgeräusche und auch bei Geschwindigkeiten von mehr als 160 km/h konnte man sich noch problemlos unterhalten, ohne wirklich lauter zu sprechen. Die Standardsitze sind komfortabel, bieten aber wenig Seitenhalt.

Das Fahrwerk ist auf Komfort ausgelegt und auch Unebenheiten auf der Straße wurden gut abgefedert. Bei höheren Geschwindigkeiten war es dann aber relativ schwammig und hat kein sicheres und stabiles Fahrgefühl vermittelt. Zudem war das Fahrwerk auch in Kurven zu weich, weshalb man hier auf keinen Fall von einem sportlichen Fahrgefühl sprechen kann. In der Stadt sind uns zudem die Bremsen etwas negativ aufgefallen. Kurz vor dem Stillstand gab es immer einen leichten Ruck und wir mussten auch nach Stillstand immer noch rund 2 Sekunden auf der Bremse verharren, bis die Auto-Hold-Funktion gegriffen hat.

Reichweite, Verbrauch und Laden

Beim innerstädtischen Verbrauch waren wir positiv überrascht. Im Nachmittagsverkehr des Ruhrgebietes (trocken, 16 Grad) mit viel Stop-and-Go sind wir auf rund 13 kWh/100km gekommen, was ein ordentlicher Wert ist. Innerstädtisch sind so sicherlich Reichweiten von 600 KM möglich. Auf der recht kurzen Autobahnfahrt (inklusive Test der Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h) waren es dann um die 20 kWh/100 km, wobei man den Wert mit etwas defensiverer Fahrweise sicherlich noch drücken kann.

Beim Thema Laden steht natürlich die 800-Volt-Technologie mit einer maximalen Ladegeschwindigkeit von 320 kW im Vordergrund, womit der Ladevorgang von 10-80 % laut Mercedes in 22 Minuten dauert. Wir konnten das Schnellladen auf unserer kurzen Fahrt allerdings nicht testen. Beim AC-Laden sind standardmäßig 11 kW möglich, optional ist aber auch ein 22-kW-Lader verfügbar (654,50 Euro Aufpreis). 

Das Problem ist allerdings, dass der neue CLA EQ derzeit nicht an 400-Volt-Säulen laden kann. Hier wird es Anfang des Jahres eine entsprechende Option geben (beim großen Bruder GLC EQ wird das 400-Volt-Laden für 654,50 Euro optional angeboten), doch aktuell ist das noch nicht möglich. Das Navi weiß das natürlich und vermeidet entsprechende Säulen bei der Ladeplanung, ohne diese Option kann man aber beispielsweise viele 50-kW-Lader an Supermärkten oder auch die meisten Tesla-Ladesäulen nicht nutzen.

CLA Innenraum
Im Innenraum dominieren die Displays, Bild: Mercedes
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Autor: Andreas Osthoff, 23.10.2025 (Update: 23.10.2025)