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Kia macht emotionales Marketing: Wenn Elektromobilität nach Benzin riecht

Käufer des neuen Kia EV4 bekommen einen Duftbaum, der nach Benzin und Motoröl riecht. (Bildquelle: Kia)
Käufer des neuen Kia EV4 bekommen einen Duftbaum, der nach Benzin und Motoröl riecht. (Bildquelle: Kia)
Kia hat in Finnland eine ungewöhnliche Werbeaktion gestartet: Käufer des neuen Elektro-Modells EV4 erhalten einen Duftbaum, der nach Benzin und Motoröl riecht. Die Idee: Käufern den Umstieg vom Verbrenner auf ein Elektroauto erleichtern.

Wer sich für ein Elektroauto entscheidet, bekommt zwar Ruhe und Effizienz, muss aber auf das typische Gefühl eines Verbrennungsmotors verzichten – brummende Motoren, die bis in den Sitz vibrieren und den markanten Geruch nach Öl und Benzin verströmen. Vor allem allem von Letzterem können viele sich nur schwer trennen. Mit der Einführung des neuen Elektro-Modells EV4 möchte Kia seinen Kunden den Umstieg etwas erleichtern – und hat genau zu diesem Zweck eine besondere Marketingaktion gestartet: Der Autobauer verschenkt Duftbäume mit Benzingeruch.

(Bildquelle: Kia via Instagramm)
(Bildquelle: Kia via Instagramm)

Die Idee stammt vom finnischen Kia-Importeur Astara Auto Finland. „Der Verzicht auf den Verbrennungsmotor kann sich wie ein großer Schritt anfühlen“, erklärt Marketingchef Klaus Pohjala. Auf Instagram wirbt Kia Finnland augenzwinkernd: „Ein benzin-duftender Lufterfrischer lindert akute Entzugserscheinungen beim Wechsel vom Verbrenner zum Elektroantrieb“. Ganz neu ist der Einfall aber nicht. Ford veröffentlichte 2021 das Parfüm Mach-Eau für den Mustang Mach-E GT, das den Geruch von Benzin, Gummi und Metall imitieren sollte. Laut Ford vermissen fast 70 Prozent der Autofahrer den typischen Benzingeruch beim Umstieg auf E-Autos.

Kias Duft wurde von Max Perttula, entwickelt – Finnlands einzigem professionellen Parfümeur. Laut Perttula basiert die Komposition auf schwerem Motoröl und Benzin, verfeinert mit Amber, Birkenteer und Galbanum. Jasmin sorgt dabei für eine benzinähnliche Molekularstruktur. „Mehr Benzinanteil hätte das Parfüm zu einem fruchtigen Jasminduft gemacht“, so Perttula. Ziel sei ein authentischer Werkstattgeruch gewesen – nostalgisch, aber nicht unangenehm.

Der Lufterfrischer ist in Form eines Mini-Benzinkanisters gestaltet und wird ausschließlich an Käufer des Kia EV4 in Finnland ausgegeben. Das Modell selbst ist seit September auch in Deutschland erhältlich, mit bis zu 625 Kilometern Reichweite, 150 kW Leistung und Preisen ab 37.590 Euro.

In sozialen Medien löst Kias Aktion allerdings eher Spott als Begeisterung aus. Auf Reddit kommentieren Nutzer mit Sprüchen wie „Der Geruch von Krebs in einem Duftbaum, yay“. Andere halten den Schachzug für brillantes Marketing. Der der Benzin-Duftbaum lenkt Aufmerksamkeit auf das Thema Elektromobilität und spricht zugleich emotionale Erinnerungen an. Wenngleich der Lufterfrischer wohl kaum ein Must-Have für E-Auto-Fahrer wird, hat Kia eines erreicht: für Gesprächsstoff gesorgt.

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Autor: Marius Müller, 23.10.2025 (Update: 23.10.2025)