Microsoft enthüllt Android-Gerät als iPhone-Rivalen: Qualcomm-SoC, Kamera, kleines Display und 5G

Auf der Computex 2026 hat Microsoft Project Solara offiziell vorgestellt, eine ambitionierte neue "Chip-to-Cloud"-Plattform, die den Fokus des Computings von den Apps auf Smartphones hin zu KI-Agenten-Erlebnissen verlagern soll, die Aufgaben für Nutzer und anstelle von Nutzern erledigen.
Während das Unternehmen ein stationäres Smart-Display-Konzept für den Schreibtisch gezeigt hat, das wie eine Kombination aus Smart Speaker und Display aussieht, ist die eigentliche auffällige Ankündigung ein tragbares Wearable. Es deutet auf eine Zukunft hin, in der das Smartphone in seiner heutigen Form überflüssig werden könnte.
Und obwohl Microsoft das Gerät nicht als "Smartphone" bezeichnet, bringt es offenbar die nötige Hardware und Software mit, um das zu leisten, was ein iPhone 17 Pro oder Galaxy S26 Ultra kann.
Microsofts Wearable-Badge ähnelt einem Smartphone
Das Badge, ein zentrales Hardware-Element von Project Solara, ist laut Microsoft nicht nur eine digitale ID, wonach es aussieht, sondern eine dedizierte, stets verbundene Schnittstelle für KI-Agenten. Das Wearable ist derzeit für Mitarbeiter im direkten Kundenkontakt und Wissensarbeiter konzipiert und ersetzt das klassische App-Raster, das von Smartphones bekannt ist, durch eine schlankere, auf Agenten ausgerichtete Benutzeroberfläche.
Microsoft nutzt Berichten zufolge ein Android-basiertes Betriebssystem für das Gerät, konkret die Microsoft Device Ecosystem Platform. Laut dem Unternehmen könnte das aktuelle "App-Launcher"-Paradigma von Smartphones für die Ära aktiver KI-Agenten zu umständlich sein.
Microsoft Project Solara Badge-Smartphone, Features und Hardware:
- Kleiner Touchscreen zur Interaktion mit KI-Agenten
- Kamerasystem an der Oberseite zur Wahrnehmung der Umgebung
- Seitlich platzierter Fingerabdrucksensor für biometrische Sicherheit
- Privatsphäre-Schalter und Lautstärkeregler
- Fernfeld-Mikrofonarray mit hohem SNR und Lautsprecher
- Seitlich ausgerichtete Kamera, wobei die Kamera des aktuellen Konzepts offenbar an der Oberseite sitzt
- WLAN, Bluetooth, GNSS und 5G-Mobilfunk
- Qualcomm-Chip für Wearables, wahrscheinlich ein noch nicht angekündigter Chip
Angepasstes Android-basiertes Betriebssystem
Wichtig ist, dass sich die Geräte zwar noch in der Konzeptphase befinden, Microsoft das Badge und die Smart-Display-Geräte aber bereits intern mit Hunderten Mitarbeitern testet. Das Unternehmen hofft, das Wearable-Smartphone beziehungsweise den Wearable-Computer schnell vom Konzept zur breiten Nutzung zu bringen. Nach dem Start der internen Tests bereitet Microsoft nun Pilotprojekte in Unternehmen aus den Bereichen Gesundheitswesen, Einzelhandel, Gastgewerbe, Finanzdienstleistungen, Rechtswesen, Industrie und Außendienst vor.
Microsoft und OpenAI wollen iPhone und Android ablösen
In verwandten Nachrichten hat Qualcomms CEO gesagt, dass "Widerstand zwecklos" sei, wenn es um die Einführung agentenbasierter KI-Geräte und Betriebssysteme wie jener aus Project Solara geht. Gleichzeitig dürfte der Zeitpunkt von Project Solara kein Zufall sein. Angesichts der Gerüchte, dass OpenAI sein eigenes KI-fokussiertes Smartphone für einen möglichen Start Anfang 2027 beschleunigt, versucht Microsoft wohl, sich als dominanter Plattformanbieter für diesen nächsten Hardware-Zyklus zu positionieren.
Die Frage, warum heutige Flaggschiff-Smartphones nicht denselben Zweck erfüllen können wie die kommenden KI-Agenten-Smartphones und -Geräte von Microsoft und OpenAI, könnte laut Microsoft mit dem "Stack" zusammenhängen. Während klassische Smartphones auf Apps in ihrer heutigen Form setzen, ist das Unternehmen der Ansicht, dass Geräte speziell für KI entwickelt, leicht und spezialisiert sein müssen, um ihr volles "Agent-first"-Potenzial zu erreichen.
Indem Microsoft die Einstiegshürde für spezialisierte Hardware senkt und KI zur Erzeugung der Benutzeroberfläche nutzt, statt Entwickler native Apps für jeden neuen Formfaktor bauen zu lassen, soll das Hardware-Ökosystem so flexibel werden wie Software.
Ob Project Solara und das Badge-, Smartphone- oder Computer-Gerät, beziehungsweise dessen Nachfolger, den iPhone- und Android-Markt erfolgreich verändern können, bleibt abzuwarten. Die Botschaft scheint jedoch klar: Das nächste Schlachtfeld für KI liegt möglicherweise nicht im Browser, sondern in der Hosentasche.










