Natrium-Ionen-Batterien werden Mainstream: CATL verbessert Produktion für Rekordauftrag

Der größte Batteriehersteller der Welt hat die rentable Produktion von Natrium-Ionen-Akkus in großem Maßstab nun erstmals gemeistert. Auf CATLs Tech-Day-Event hat der Chefwissenschaftler des Unternehmens bestätigt, dass CATL die zentralen Fertigungsprobleme gelöst hat, die die Produktion von Natrium-Ionen-Akkus bislang behindert haben. Die Massenproduktion wird für das vierte Quartal 2026 erwartet.
CATLs Technikchef ist noch weiter gegangen und hat erläutert, wie das Unternehmen systematisch mehr als 100 technische Herausforderungen gelöst hat. Dabei hat CATL vier große Branchenhürden angegangen: extreme Feuchtigkeitskontrolle, Gasbildung bei Hartkohlenstoff, Engpässe bei der Verbindung von Aluminiumfolie und die Massenproduktion selbstbildender Anoden.
Der Fortschritt ist allerdings nicht schrittweise erfolgt, denn die umfassende technische Überarbeitung wurde durch fast 10 Milliarden Yuan für Forschung und Entwicklung im Bereich Natrium-Akkus bis 2025 unterstützt, während die Lithiumpreise so weit gefallen sind, dass Projekte mit Natrium-Ionen-Akkus für Elektroautos und Energiespeicher wieder rentabel geworden sind.
Der Markt hat jetzt reagiert, denn CATL und der Energiespeicher-Integrator HyperStrong haben eine dreijährige Liefervereinbarung über 60GWh Natrium-Ionen-Akkus angekündigt. Laut CATL handelt es sich um den bislang größten Auftrag für Natrium-Ionen-Akkus, was einen möglichen Wendepunkt für die großflächige Kommerzialisierung der Technologie markiert. Zum Vergleich: 60GWh entsprechen etwa der Hälfte aller Aufträge in CATLs Energiespeichergeschäft im Jahr 2025.
Die Zellchemie selbst eignet sich gut für stationäre Speicher, da Natrium-Ionen-Zellen eine breite Temperaturtoleranz und eine längere Zyklenlebensdauer bei höheren Temperaturen bieten, während sie weniger Wärme und weniger Zellaufblähungsstress erzeugen. Das sind alles Eigenschaften, die bei Anwendungen im Netzmaßstab sehr gefragt sind. Im Automobilbereich sieht CATL Natrium-Ionen-Batterien langfristig in Fahrzeugen mit bis zu 600 km Reichweite, sobald die Lieferkette ausgereift ist. Vorstandschef Robin Zeng geht davon aus, dass die Technologie 30 bis 40 Prozent des Marktes beanspruchen wird.
CATL hat bereits das erste Elektroauto mit der eigenen Natrium-Ionen-Akkutechnologie Naxtra demonstriert, die in die Massenproduktion geht. Das Auto konnte bei Temperaturen von -30°C normal geladen werden und ist in Arktis-Wettertests sogar bei -50°C gefahren, womit es konventionellen Elektroautos mit Lithium-Akkus deutlich überlegen gewesen ist.








