Notebookcheck Logo

Nintendo verlagert Kundensupport nach Südamerika und entlässt 200 US-Langzeitvertragspartner

Das aktuelle Logo von Nintendo mit rotem Hintergrund. (Bildquelle: Nintendo)
Das aktuelle Logo von Nintendo mit rotem Hintergrund. (Bildquelle: Nintendo)
Nintendos Abbau von US-Vertragskräften im Kundensupport fällt in ein außergewöhnliches Geschäftsjahr, das vom erfolgreichen Start der Switch 2 getragen wird.

Nintendo of America hat Berichten zufolge seinen Kundensupport in den USA in Länder nach Südamerika ausgelagert, darunter Argentinien, Brasilien und Nicaragua. Rund 200 langjährige Vertragskräfte sind dadurch auf Jobsuche, während die Switch 2 auf ihre erste Weihnachtssaison zusteuert.

Erste Berichte zum Thema kamen von IGN. Die Meldung folgt nur sechs Monate, nachdem Nintendo Briefe an Vertragskräfte verschickt hatte, in denen sie darüber informiert wurden, dass ihre Agenturverträge im September auslaufen würden.

Quellen mit direktem Bezug zum Thema sprachen anonym mit dem Magazin, aus Angst vor möglichen Konsequenzen seitens Nintendo. Viele der betroffenen Vertragskräfte arbeiteten seit Jahren im Kundensupport und erhielten stets 11-Monats-Verträge, um Vollzeitanstellungen nach US-Recht zu umgehen. Daran schloss sich eine zweimonatige Zwangspause an, damit Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung bestand, bevor die Verträge zu höheren Sätzen verlängert wurden.

Die Angestellten erhielten nur begrenzte Zusatzleistungen, darunter Krankenversicherung über die Agenturen sowie gelegentlich kostenlose oder vergünstigte Nintendo-Spiele direkt vom Unternehmen. Ein Mitarbeiter erklärte: „Alle, mit denen ich gearbeitet habe, sind seit Jahren hier.“

Die Kündigungen erfolgten über die Agenturen, ohne direkte Mitteilung von Nintendo. Einige Verträge wurden sogar vorzeitig beendet – ohne Abfindung.

Manche US-Vertragskräfte, deren Verträge eigentlich noch bis September liefen, mussten ihre südamerikanischen Nachfolger einarbeiten. Zuvor hatte Nintendo neue US-Mitarbeiter in Gruppen eingestellt und daraus gezielt die besten drei bis sieben Kandidaten ausgewählt. Nun sollen US-Agenten nur noch Fälle übernehmen, die für die Neueinsteiger als „zu schwierig“ gelten.

Ein Vertragspartner schilderte:

„Dass wir unsere Nachfolger selbst einarbeiten, ist etwas, das es so bei Neueinstellungen nie zuvor gab. Früher wurden neue Mitarbeiter in großen Gruppen eingestellt, aus denen die besten drei bis sieben ausgewählt wurden. Hilfe gab es zwar immer, aber es wurde erwartet, dass jeder Mitarbeiter einen Fall bis zum Ende betreut, damit er alle Abläufe lernt. Jetzt sollen wir nur noch die Fälle abschließen, die als zu schwierig für die Neuen gelten.“

Ein anderer Vertragsnehmer drückte seine Frustration über das Szenario aus und erklärte:

„Wir fühlen uns durch den ganzen Prozess ziemlich betrogen. Nintendo hat gerade eine extrem erfolgreiche Konsole auf den Markt gebracht und verdient mehr als genug Geld. Gleichzeitig liegt der Mindestlohn in den Ländern, in denen sie nun einstellen, umgerechnet bei etwa 1 US-Dollar pro Stunde.

Im Grunde opfern sie die Qualität von gut ausgebildeten Mitarbeitern, nur um Geld zu sparen. Dadurch fühlen wir uns alle ziemlich… verwundbar? Beschissen? Klar wussten wir, dass das bei befristeten Jobs passieren kann und dass es keine Garantie gibt, nach Vertragsunterbrechungen zurückzukehren.“

Auf Nachfrage gab Nintendo folgende Stellungnahme ab:

„Auch wenn wir nichts zu unseren internen Geschäftsaktivitäten bekannt geben können, enthalten die IGN vorliegenden Behauptungen unzutreffende Informationen. Bei Nintendo of America sind wir äußerst dankbar, über die Jahre mit verschiedenen Unternehmen und deren talentierten Vertragskräften zusammengearbeitet zu haben, um hochwertige Kundenerfahrungen zu bieten.“

Nintendo präzisierte nicht, welche Angaben falsch seien, und reagierte nicht auf weitere Anfragen. Auch die genannten US-Agenturen lehnten zusätzliche Kommentare ab – eine beantwortete keine Anrufe, die andere konnte keine Sprecher vermitteln.

Das Nintendo Switch 2 Mario Kart Bundle ist auf Amazon erhältlich.

Quelle(n)

static version load dynamic
Loading Comments
Diesen Artikel kommentieren / Antworten
Teilen Sie diesen Artikel, um uns zu unterstützen. Jeder Link hilft!
Mail Logo
> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2025-09 > Nintendo verlagert Kundensupport nach Südamerika und entlässt 200 US-Langzeitvertragspartner
Autor: Rahim Amir Noorali, 21.09.2025 (Update: 21.09.2025)