Fazit zu den Nothing Headphone (1) Pro
Mit dem Headphone (1) Pro liefert Nothing einen rundum gelungenen Over-Ear-Kopfhörer ab. Besonders der detailreiche, dynamische Klang überzeugt, wobei die unterschiedlichen Klangprofile reichlich Spielraum für persönliche Vorlieben bieten. Auch die intuitive Bedienung über physische Steuerelemente, die umfangreiche Ausstattung und der ausgesprochen natürliche Transparenzmodus hinterlassen einen sehr guten Eindruck.
Die aktive Geräuschunterdrückung arbeitet wirkungsvoll, erreicht allerdings nicht ganz das Niveau der Klassenbesten. Spatial Audio bietet dank zuverlässigem Headtracking einen hörbaren Mehrwert, übertreibt es stellenweise jedoch mit dem Bass. Hinzu kommt ein spürbarer Anpressdruck, der trotz des insgesamt hohen Tragekomforts nicht jedem gefallen dürfte. Schade ist außerdem, dass eine passive Nutzung über Klinke im Test nicht gelang. Pluspunkte sammelt der Headphone (1) Pro mit seiner hohen Ausdauer und den austauschbaren Ohrpolstern.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Inhaltsverzeichnis
- Fazit zu den Nothing Headphone (1) Pro
- Spezifikationen: Nothing Headphone (1) Pro
- Gehäuse und Ergonomie - Markanter Look trifft auf hohen Tragekomfort
- Ausstattung und Bedienung - Physische Bedienelemente statt Touchgesten
- Sound - Überzeugender Sound mit vielseitiger Abstimmung
- Akkulaufzeiten - Bis zu 68 Stunden Musikwiedergabe
Spezifikationen: Nothing Headphone (1) Pro
| Trageweise | Over-Ear |
| Konnektivität | Bluetooth 6.1 (Multipoint), USB-C, Klinke (3,5 mm) |
| Reichweite | 10 m |
| Lautsprecher | 40 mm dynamische Treiber |
| Audio-Codecs | SBC, AAC, LDAC |
| Akkuleistung | 1.060 mAh |
| Ladeanschluss | USB-C |
| kabelloses Laden | nicht unterstützt |
| Gewicht | 327 g |
| Firmware-Version | 1.0.1.53 |
| Lieferumfang | Kopfhörer, Case, Klinken-Kabel, USB-Kabel (Typ-C) |
| Preis (UVP) | 349 Euro |
Mit dem Headphone (1) wagte Nothing den Einstieg in den Markt der Over-Ear-Kopfhörer und sorgte vor allem mit seinem markanten Design und der ungewöhnlichen Bedienung für Aufmerksamkeit. Mit dem günstigeren Headphone (a) folgte eine preiswertere Alternative. Der neue Headphone (1) Pro soll nun mit einem aufwendigen Drei-Treiber-System, verbesserter Geräuschunterdrückung und gehobenen Klangansprüchen die nächste Stufe erreichen.
Ob Nothing damit auch audiophile Nutzer überzeugen kann oder vor allem beim Design punktet, klären wir in unserem Test. Dabei nehmen wir neben Klang, ANC und Tragekomfort auch die unterschiedlichen Klangprofile genauer unter die Lupe.
Gehäuse und Ergonomie - Markanter Look trifft auf hohen Tragekomfort
Auch beim Headphone (1) Pro bleibt Nothing seiner unverwechselbaren Designsprache treu. Die kantigen Ohrmuscheln mit ihren transparenten Elementen verleihen dem Kopfhörer einen futuristischen, beinahe industriellen Look. Dabei setzt der Hersteller auf einen Materialmix aus Aluminium, Kunststoff und weichen Polstermaterialien. Die metallischen Komponenten sorgen für eine hochwertige Anmutung, während die transparenten Kunststoffabdeckungen den technischen Charakter unterstreichen. Insgesamt wirkt die Konstruktion sorgfältig verarbeitet und hebt sich optisch deutlich von den meist eher schlicht gestalteten Konkurrenzmodellen ab.
Der Kopfbügel kombiniert eine stabile Konstruktion mit einer gepolsterten Auflage, die das Gewicht auf dem Kopf verteilt. Erfreulich ist, dass sich die Ohrpolster beim Pro-Modell nun austauschen lassen. Das ist nicht nur aus hygienischer Sicht praktisch, sondern verbessert auch die Langlebigkeit des Kopfhörers. Im Test erweist sich der Nothing Headphone (1) Pro trotz seiner recht massiven Bauweise als ausgesprochen angenehm zu tragen. Die Polster schmiegen sich komfortabel an und sorgen für einen sicheren Sitz. Allerdings ist der Anpressdruck deutlich spürbar. Das unterstützt zwar die passive Geräuschisolierung und verhindert ein Verrutschen, könnte bei längeren Hörsessions oder für druckempfindliche Nutzer jedoch störend sein.
Nachhaltigkeit
Nothing macht beim Headphone (1) Pro auch in puncto Nachhaltigkeit Fortschritte. Der Hersteller beziffert den CO₂-Fußabdruck auf 18,3 kg CO₂e, wobei der Wert von unabhängiger Seite verifiziert worden sein soll. Die Verpackung kommt zu 99 Prozent ohne Kunststoff aus. Zudem erfolgt die Endmontage vollständig mit erneuerbarer Energie, wodurch die Emissionen reduziert werden sollen.
Positiv fallen die nun austauschbaren Ohrpolster auf, die bei Verschleiß ersetzt werden können und damit die Nutzungsdauer verlängern. Der integrierte Akku lässt sich hingegen nicht ohne Weiteres selbst wechseln. Auch zur langfristigen Ersatzteilversorgung und Reparierbarkeit weiterer Komponenten bleiben Fragen offen.
Ausstattung und Bedienung - Physische Bedienelemente statt Touchgesten

Der Nothing Headphone (1) Pro bietet eine umfangreiche Ausstattung. Neben adaptiver aktiver Geräuschunterdrückung (ANC) und einem Transparenzmodus unterstützt der Over-Ear-Kopfhörer Bluetooth 6.1 mit den Codecs SBC, AAC und LDAC. Hinzu kommen Multipoint, Auracast, eine Trageerkennung sowie Spatial Audio mit Headtracking. Google Fast Pair und Microsoft Swift Pair erleichtern die Kopplung mit kompatiblen Geräten. Gegen Staub und Spritzwasser ist der Kopfhörer nach IP52 geschützt.
Bei der Bedienung setzt Nothing weiterhin auf mechanische Steuerelemente statt berührungsempfindlicher Flächen. Über den drehbaren und drückbaren Roller lassen sich Lautstärke, Wiedergabe und Geräuschunterdrückung steuern. Der Paddle-Schalter dient zum Wechseln und Spulen von Titeln sowie zur Anrufsteuerung. Eine zusätzliche Taste kann mit verschiedenen Funktionen belegt werden. Neu ist ein separater Schiebeschalter an der linken Ohrmuschel, über den sich der gemeinsam mit den Metropolis Studios entwickelte Flat-EQ-Modus unmittelbar aktivieren lässt. Ein Griff zum Smartphone ist dafür nicht notwendig. Allerdings werden bei aktiviertem Flat-Modus der Transparenzmodus, Spatial Audio und die übrigen Equalizer-Einstellungen deaktiviert.
Weitere Anpassungsmöglichkeiten bietet die Nothing-X-App. Hier lassen sich unter anderem die Bedienelemente konfigurieren, Klangprofile auswählen und individuelle Equalizer-Einstellungen vornehmen. Auch die Multipoint-Funktion muss zunächst über die App aktiviert werden.
Neben der drahtlosen Wiedergabe unterstützt der Headphone (1) Pro Audio über USB-C mit bis zu 24 Bit und 192 kHz sowie über den analogen 3,5-mm-Anschluss. Im Praxistest gelang die passive Wiedergabe über Klinke bei ausgeschaltetem Kopfhörer allerdings nicht. Damit bleibt der Kabelbetrieb offenbar ebenfalls von der internen Elektronik und einer ausreichenden Akkuladung abhängig.
Sound - Überzeugender Sound mit vielseitiger Abstimmung
Der Nothing Headphone (1) Pro überzeugt mit einem lebendigen, detailreichen Klang, kräftigen Bässen und einer insgesamt gelungenen Abstimmung. Die Klangprofile unterscheiden sich dabei erheblich: Unsere Messungen zeigen im Standardmodus eine stärkere Präsenzbetonung zwischen 2 und 4 kHz, während der Flat-Modus mehr Tiefbass liefert. Die Pegeldifferenzen erreichen bei 3,15 kHz rund 8,7 dB und bei 100 Hz etwa 9,3 dB. Auch der harmonische Klirrfaktor (THD) fällt mit lediglich 0,035 Prozent bei 1 kHz erfreulich niedrig aus. Der THD+N-Wert von 2,22 Prozent enthält zusätzlich Rauschanteile und ist entsprechend differenziert zu betrachten.
Spatial Audio erweitert die Klangbühne, das Headtracking funktioniert zuverlässig. Allerdings wirkt der Bass dabei stellenweise überbetont, sodass die klassische Stereowiedergabe mitunter ausgewogener klingt.
Die aktive Geräuschunterdrückung des Nothing Headphone (1) Pro arbeitet im Alltag sehr wirkungsvoll. Störende Umgebungsgeräusche werden deutlich reduziert, sodass sich Musik auch in lauteren Umgebungen angenehm genießen lässt. Ganz an das Niveau der besten ANC-Kopfhörer am Markt reicht die Geräuschunterdrückung nach unserem subjektiven Eindruck zwar nicht heran, insgesamt liefert Nothing aber eine überzeugende Leistung.
Eine besonders positive Überraschung ist der Transparenzmodus. Außengeräusche werden ausgesprochen klar und natürlich wiedergegeben, ohne dass die Umgebung auffällig künstlich oder stark elektronisch verstärkt wirkt. Stimmen bleiben gut verständlich, und auch die eigene Wahrnehmung der Umgebung fühlt sich erstaunlich unverfälscht an. Damit gehört der Transparenzmodus zu den erfreulichsten Eigenschaften des Kopfhörers. Auch bei der Telefonie gibt sich der Headphone (1) Pro keine Blöße. Gespräche waren im Praxistest gut verständlich und ließen sich problemlos führen.
| Loudspeakers | |
| THD | |
| Fairbuds XL (RMS: -0.4 dBFS) | |
| Nothing Headphone (1) Pro (RMS: -1.5 dBFS) | |
| Teufel Real Blue TWS 3 (RMS: -0.9 dBFS) | |
| THD+N | |
| Nothing Headphone (1) Pro (RMS: -1.5 dBFS) | |
| Fairbuds XL (RMS: -0.4 dBFS) | |
| Teufel Real Blue TWS 3 (RMS: -0.9 dBFS) | |
* ... kleinere Werte sind besser
THD (Total Harmonic Distortion): Die harmonischen Verzerrungen beziffern die Größe der Anteile, die durch nichtlineare Verzerrungen (Oberschwingungsanteil) in Relation zum Originalsignal entstehen. THD nimmt dabei lediglich Bezug auf den Grundschwingungsanteil. Der Klirrfaktor wird häufig im gleichen Atemzug genannt, bezieht sich jedoch auf das Gesamtsignal.
THD+N (Total Harmonic Distortion + Noise): Dieser Wert ist vergleichbar mit THD, jedoch wird zusätzlich zu den Störleistungen der Oberschwingen die des Rauschens als Effektivwert erfasst.
Für die Messung wird über den zu testenden Kopfhörer ein oberwellenarmes Sinussignal (1 kHz, > 0 dB) wiedergegeben, welches von einem linearen Messmikrofon (Messabstand: ca. 1 cm) in einem Kunstkopf erfasst wird.
Beide Werte werden in Prozent angegeben. Je geringer der Wert ist, umso besser ist die Signaltreue.
Nothing Headphone (1) Pro Audio Analyse
(+) | Die Lautsprecher können relativ laut spielen (94.5 dB)
Bass 100 - 315 Hz
(±) | abgesenkter Bass - 6.3% geringer als der Median
(+) | lineare Bass-Wiedergabe (5% Delta zum Vorgänger)
Mitteltöne 400 - 2000 Hz
(+) | ausgeglichene Mitten, vom Median nur 1.5% abweichend
(+) | lineare Mitten (2.1% Delta zum Vorgänger)
Hochtöne 2 - 16 kHz
(+) | ausgeglichene Hochtöne, vom Median nur 4.8% abweichend
(+) | sehr lineare Hochtöne (4.1% Delta zum Vorgänger)
Gesamt im hörbaren Bereich 100 - 16.000 Hz
(+) | hörbarer Bereich ist sehr linear (8.8% Abstand zum Median
Im Vergleich zu allen Geräten derselben Klasse
» 3% aller getesteten Geräte dieser Klasse waren besser, 1% vergleichbar, 96% schlechter
» Das beste Gerät hat einen Delta-Wert von 4%, durchschnittlich ist 23%, das schlechteste Gerät hat 136%
Im Vergleich zu allen Geräten im Test
» 3% aller getesteten Geräte waren besser, 1% vergleichbar, 96% schlechter
» Das beste Gerät hat einen Delta-Wert von 4%, durchschnittlich ist 23%, das schlechteste Gerät hat 136%
Fairbuds XL Audio Analyse
(+) | Die Lautsprecher können relativ laut spielen (85.4 dB)
Bass 100 - 315 Hz
(+) | guter Bass - nur 3.2% Abweichung vom Median
(+) | lineare Bass-Wiedergabe (4.9% Delta zum Vorgänger)
Mitteltöne 400 - 2000 Hz
(±) | zu hohe Mitten, vom Median 7% abweichend
(+) | lineare Mitten (4.3% Delta zum Vorgänger)
Hochtöne 2 - 16 kHz
(+) | ausgeglichene Hochtöne, vom Median nur 4.3% abweichend
(+) | sehr lineare Hochtöne (4.4% Delta zum Vorgänger)
Gesamt im hörbaren Bereich 100 - 16.000 Hz
(+) | hörbarer Bereich ist sehr linear (10.4% Abstand zum Median
Im Vergleich zu allen Geräten derselben Klasse
» 5% aller getesteten Geräte dieser Klasse waren besser, 1% vergleichbar, 93% schlechter
» Das beste Gerät hat einen Delta-Wert von 4%, durchschnittlich ist 23%, das schlechteste Gerät hat 136%
Im Vergleich zu allen Geräten im Test
» 5% aller getesteten Geräte waren besser, 1% vergleichbar, 93% schlechter
» Das beste Gerät hat einen Delta-Wert von 4%, durchschnittlich ist 23%, das schlechteste Gerät hat 136%
Akkulaufzeiten - Bis zu 68 Stunden Musikwiedergabe
Mit bis zu 68 Stunden Musikwiedergabe ohne ANC und 30 Stunden mit aktiver Geräuschunterdrückung verspricht Nothing eine hohe Ausdauer. Diese Werte gelten für den AAC-Codec. Bei Verwendung von LDAC sinken die Herstellerangaben auf 53 beziehungsweise 28 Stunden. Die Laufzeit hängt also stark von der Art der Nutzung ab.
Der 1.060 mAh starke Akku soll über USB-C innerhalb von rund zwei Stunden vollständig geladen sein. Dank Schnellladefunktion reichen laut Nothing bereits fünf Minuten Ladezeit für bis zu vier Stunden Wiedergabe ohne ANC beziehungsweise zwei Stunden mit ANC.
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.
So testet Notebookcheck
Pro Jahr werden von Notebookcheck hunderte Laptops und Smartphones unabhängig in von uns standardisierten technischen Verfahren getestet, um eine Vergleichbarkeit aller Testergebnisse zu gewährleisten. Seit rund 20 Jahren entwickeln wir diese Testmethoden kontinuierlich weiter und setzen damit Branchenstandards. In unseren Testlaboren kommt ausschließlich hochwertiges Messequipment in die Hände erfahrener Techniker und Redakteure. Die Tests unterliegen einer mehrstufigen Kontrolle. Unsere komplexe Gesamtbewertung basiert auf hunderten fundierten Messergebnissen und Benchmarks, womit Ihnen Objektivität garantiert ist. Weitere Informationen zu unseren Testmethoden gibt es hier.





















