Fazit zu den Nothing Ear (3a)
Die Nothing Ear (3a) sind rundum gelungene In-Ears mit hohem Tragekomfort, sauberer Verarbeitung und umfangreicher Ausstattung. Besonders die Nothing-X-App überzeugt mit vielen Einstellmöglichkeiten, einem leistungsfähigen Equalizer und Extras wie Gesprächsaufzeichnung und Transkription. Auch ANC und Telefonie hinterlassen einen guten Eindruck.
Klanglich gefallen die Ear (3a) mit einer ausgewogenen, detailreichen Abstimmung und geringen Verzerrungen. Bassfans könnten allerdings etwas Tiefgang und Fundament vermissen. Der Tiefton bleibt zwar präzise, bei tiefen Tönen und langen Resonanzen fehlt es jedoch etwas an Körper.
Die Akkulaufzeit ist solide, aber kein Highlight. Insbesondere mit LDAC und ANC sind rund 4,5 Stunden eher Durchschnitt. Die Ear (3a) bieten somit ein überzeugendes Gesamtpaket, bei dem vor allem Ausstattung, Komfort und Klang überzeugen.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Spezifikationen: Nothing Ear (3a)
| Trageweise | In-Ear |
| Konnektivität | Bluetooth 6.0 (Multipoint) |
| Reichweite | 10 m |
| Lautsprecher | 12 mm dynamischer Treiber 20 - 40.000 Hz, 32 Ohm, Spatial Audio |
| Audio-Codecs | SBC, AAC, LDAC |
| Akkuleistung | 55 mAh (je Ohrhörer), 500 mAh (Ladeetui) |
| Ladeanschluss | USB-C |
| Gewicht | 4,53 g (je Ohrhörer), 41 g (Ladeetui) |
| Firmware-Version | 1.0.1.65 |
| Lieferumfang | Kopfhörer, Ladeetui, Silikon-Aufsätze (vier Paare) |
| Preis (UVP) | 99 Euro |
Gehäuse und Ergonomie - In-Ear mit typischen Nothing-Design
Beim Design bleiben die Ear (3a) der typischen Nothing-Linie treu. Die teilweise transparenten Stiele geben den Blick auf technische Details frei und sorgen für einen hohen Wiedererkennungswert. Das Gehäuse besteht überwiegend aus Kunststoff, wirkt aber keineswegs billig. Die Verarbeitung ist sauber, Spaltmaße und Übergänge geben keinen Anlass zur Kritik. Auch das Ladecase macht einen soliden Eindruck und lässt sich problemlos in der Hosentasche verstauen.
Dank des geringen Gewichts sitzen die Ear (3a) angenehm im Ohr. Die Silikonaufsätze stehen in mehreren Größen zur Verfügung, sodass sich für die meisten Ohren ein guter Abschluss finden lassen sollte. Einmal eingesetzt, halten die In-Ears sicher, ohne unangenehm zu drücken. Auch bei längeren Hörsessions bleibt der Tragekomfort hoch.
Bedient werden die Ear (3a) über druckempfindliche Bereiche an den Stielen. Das reduziert versehentliche Eingaben gegenüber klassischen Touchflächen und funktioniert im Alltag zuverlässig. Über die Nothing-X-App lassen sich die Funktionen der Gesten anpassen. Die Ohrhörer sind gegen Staub und Spritzwasser (IP54) geschützt, sodass auch Sport oder ein Regenschauer kein Problem darstellen sollten.
Nachhaltigkeit
Bei der Nachhaltigkeit punkten die Ear (3a) vor allem durch ihre kompakte Verpackung und den sparsamen Materialeinsatz. Die Ohrhörer selbst sind allerdings kaum reparierbar, insbesondere die fest verbauten Akkus begrenzen langfristig die Lebensdauer.
Nothing setzt bei seinen Produkten zunehmend auf recycelte Materialien und weist den CO₂-Fußabdruck aus. Ein echter Pluspunkt wäre jedoch eine bessere Reparierbarkeit, hier unterscheiden sich die Ear (3a) kaum von der Konkurrenz.
Ausstattung und Bedienung - Alles im Griff mit der Nothing-X-App
Bei der Ausstattung bieten die Ear (3a) einiges fürs Geld. Neben aktiver Geräuschunterdrückung (ANC) und Transparenzmodus unterstützen sie Multipoint für die gleichzeitige Verbindung mit zwei Geräten sowie LDAC für eine höher aufgelöste Bluetooth-Übertragung. Viele Einstellungen bündelt Nothing in der übersichtlichen Nothing-X-App. Dort lassen sich ANC, Gesten und Klangeinstellungen anpassen. Besonders umfangreich fällt der Equalizer aus.
Eine Besonderheit ist die Aufnahmefunktion für Telefonate. Vor Beginn des Mitschnitts ertönt eine Ansage, die die Gesprächsteilnehmer über die Aufnahme informiert. Deren Sprache lässt sich vor dem Telefonat festlegen. Die Aufzeichnung landet anschließend in der Nothing-X-App und kann dort angehört oder als Audiodatei exportiert werden.
Auf Wunsch transkribiert die App das Gespräch. Eine lokale Standard-Transkription ist kostenlos verfügbar. Die leistungsfähigere Pro-Transkription verarbeitet die Aufnahmen in der Cloud und umfasst 120 Minuten pro Monat. Sie ist für drei Monate kostenlos. Wie Nothing das Pro-Angebot danach weiterführt und welche Kosten gegebenenfalls anfallen, ist derzeit nicht eindeutig kommuniziert.
Bedient werden die Ear (3a) über druckempfindliche Flächen an den Stielen. Die Gesten funktionieren zuverlässig und lassen sich über die App weitgehend an die eigenen Vorlieben anpassen.
Sound - Guter Klang, aber wenig Tiefgang
Klanglich hinterlassen die Nothing Ear (3a) insgesamt einen guten Eindruck. Die Abstimmung wirkt ausgewogen und angenehm, Stimmen und Instrumente werden sauber voneinander getrennt und Details klar herausgearbeitet. Auch die Höhen kommen ausreichend präsent zur Geltung, ohne unangenehm scharf zu werden.
Von einer ausgeprägten Bassbetonung können wir dagegen nicht berichten. Der Tiefton bleibt sauber und kontrolliert, könnte im untersten Frequenzbereich aber mehr Fundament vertragen. Das fällt besonders bei Musik auf, die von tiefen Frequenzen und langen Resonanzen lebt. Bei Klavierstücken fehlt tiefen Tönen beispielsweise etwas Körper und das charakteristische Nachschwingen wirkt weniger raumfüllend. Auch basslastige Produktionen dürften für unseren Geschmack etwas tiefer hinabreichen. Dafür drängt sich der Bass nicht in die Mitten. Unsere Messungen bescheinigen den Ear (3a) zudem geringe Verzerrungen. Bei einem 1-kHz-Testsignal ermitteln wir einen Klirrfaktor (THD) von lediglich 0,025 Prozent. THD+N einschließlich des Grundrauschens beträgt 0,41 Prozent.
Wer die Abstimmung verändern möchte, findet in der Nothing-X-App umfangreiche Möglichkeiten. Neben Presets steht ein detaillierter Equalizer zur Verfügung, mit dem sich der Klang gezielt anpassen lässt. Das ANC arbeitet ebenfalls überzeugend. Vor allem gleichmäßige tieffrequente Geräusche wie Motoren, Lüfter oder das Dröhnen in Bus und Bahn werden deutlich reduziert. Stimmen und plötzlich auftretende Geräusche dringen stärker durch. Der Transparenzmodus macht die Umgebung gut wahrnehmbar, erreicht aber nicht ganz die Natürlichkeit einer offenen Wiedergabe.
Bei Telefonaten werden Stimmen klar und gut verständlich übertragen. Auch störende Umgebungsgeräusche halten die Ear (3a) wirkungsvoll in Schach. Bei stärkerem Lärm greift die Signalverarbeitung hörbar ein, die Sprachverständlichkeit bleibt jedoch gut.
| Loudspeakers | |
| THD | |
| Samsung Galaxy Buds4 Pro (RMS: -1.7 dBFS) | |
| Huawei FreeBuds 7i (RMS: -2.7 dBFS) | |
| Nothing Ear (3a) (RMS: -3.0 dBFS) | |
| THD+N | |
| Samsung Galaxy Buds4 Pro (RMS: -1.7 dBFS) | |
| Nothing Ear (3a) (RMS: -3.0 dBFS) | |
| Huawei FreeBuds 7i (RMS: -2.7 dBFS) | |
* ... kleinere Werte sind besser
THD (Total Harmonic Distortion): Die harmonischen Verzerrungen beziffern die Größe der Anteile, die durch nichtlineare Verzerrungen (Oberschwingungsanteil) in Relation zum Originalsignal entstehen. THD nimmt dabei lediglich Bezug auf den Grundschwingungsanteil. Der Klirrfaktor wird häufig im gleichen Atemzug genannt, bezieht sich jedoch auf das Gesamtsignal.
THD+N (Total Harmonic Distortion + Noise): Dieser Wert ist vergleichbar mit THD, jedoch wird zusätzlich zu den Störleistungen der Oberschwingen die des Rauschens als Effektivwert erfasst.
Für die Messung wird über den zu testenden Kopfhörer ein oberwellenarmes Sinussignal (1 kHz, > 0 dB) wiedergegeben, welches von einem linearen Messmikrofon (Messabstand: ca. 1 cm) in einem Kunstkopf erfasst wird.
Beide Werte werden in Prozent angegeben. Je geringer der Wert ist, umso besser ist die Signaltreue.
Nothing Ear (3a) Audio Analyse
(+) | Die Lautsprecher können relativ laut spielen (88.9 dB)
Bass 100 - 315 Hz
(-) | kaum Bass - 17.4% niedriger als der Median
(+) | lineare Bass-Wiedergabe (3.2% Delta zum Vorgänger)
Mitteltöne 400 - 2000 Hz
(±) | zu hohe Mitten, vom Median 9.7% abweichend
(±) | Linearität der Mitten ist durchschnittlich (8.2% Delta zum Vorgänger)
Hochtöne 2 - 16 kHz
(-) | sehr hohe Hochtöne, vom Median nur 15.7% abweichend
(±) | durchschnittlich lineare Hochtöne (8.8% Delta zum Vorgänger)
Gesamt im hörbaren Bereich 100 - 16.000 Hz
(±) | hörbarer Bereich ist durchschnittlich linear (26.9% Abstand zum Median)
Im Vergleich zu allen Geräten derselben Klasse
» 82% aller getesteten Geräte dieser Klasse waren besser, 4% vergleichbar, 14% schlechter
» Das beste Gerät hat einen Delta-Wert von 4%, durchschnittlich ist 23%, das schlechteste Gerät hat 136%
Im Vergleich zu allen Geräten im Test
» 82% aller getesteten Geräte waren besser, 4% vergleichbar, 14% schlechter
» Das beste Gerät hat einen Delta-Wert von 4%, durchschnittlich ist 23%, das schlechteste Gerät hat 136%
Samsung Galaxy Buds3 FE Audio Analyse
(+) | Die Lautsprecher können relativ laut spielen (92.8 dB)
Bass 100 - 315 Hz
(+) | guter Bass - nur 1.7% Abweichung vom Median
(+) | lineare Bass-Wiedergabe (2.5% Delta zum Vorgänger)
Mitteltöne 400 - 2000 Hz
(+) | ausgeglichene Mitten, vom Median nur 4.1% abweichend
(+) | lineare Mitten (3.4% Delta zum Vorgänger)
Hochtöne 2 - 16 kHz
(±) | zu hohe Hochtöne, vom Median nur 9.7% abweichend
(+) | sehr lineare Hochtöne (5.4% Delta zum Vorgänger)
Gesamt im hörbaren Bereich 100 - 16.000 Hz
(+) | hörbarer Bereich ist sehr linear (11.2% Abstand zum Median
Im Vergleich zu allen Geräten derselben Klasse
» 7% aller getesteten Geräte dieser Klasse waren besser, 2% vergleichbar, 91% schlechter
» Das beste Gerät hat einen Delta-Wert von 4%, durchschnittlich ist 23%, das schlechteste Gerät hat 136%
Im Vergleich zu allen Geräten im Test
» 7% aller getesteten Geräte waren besser, 2% vergleichbar, 91% schlechter
» Das beste Gerät hat einen Delta-Wert von 4%, durchschnittlich ist 23%, das schlechteste Gerät hat 136%
Akkulaufzeiten - Durchschnittlich, aber alltagtauglich
Bei der Akkulaufzeit verspricht Nothing mit AAC bis zu zehn Stunden Musikwiedergabe ohne ANC und sechs Stunden mit aktiver Geräuschunterdrückung. Zusammen mit dem Ladecase sollen bis zu 42 beziehungsweise 25 Stunden möglich sein. Wer wie wir bevorzugt den klanglich höherwertigen LDAC-Codec nutzt, muss mit kürzeren Laufzeiten rechnen: Nothing nennt sechs Stunden ohne und 4,5 Stunden mit ANC.
Dieser Wert erscheint uns realistisch. Auf einer längeren Zugfahrt nutzten wir die Ear (3a) durchgehend mit LDAC und aktiver Geräuschunterdrückung und kamen in die Nähe der angegebenen 4,5 Stunden. Für längere Fahrten reicht das gut aus, zumal sich die Ohrhörer zwischendurch im Case nachladen lassen. Wer maximale Laufzeit benötigt, kann auf AAC wechseln und damit insbesondere bei aktiviertem ANC deutlich länger hören.
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.
So testet Notebookcheck
Pro Jahr werden von Notebookcheck hunderte Laptops und Smartphones unabhängig in von uns standardisierten technischen Verfahren getestet, um eine Vergleichbarkeit aller Testergebnisse zu gewährleisten. Seit rund 20 Jahren entwickeln wir diese Testmethoden kontinuierlich weiter und setzen damit Branchenstandards. In unseren Testlaboren kommt ausschließlich hochwertiges Messequipment in die Hände erfahrener Techniker und Redakteure. Die Tests unterliegen einer mehrstufigen Kontrolle. Unsere komplexe Gesamtbewertung basiert auf hunderten fundierten Messergebnissen und Benchmarks, womit Ihnen Objektivität garantiert ist. Weitere Informationen zu unseren Testmethoden gibt es hier.






















