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Offizieller Brief einer Stadt lockt in teure Abo-Falle per QR-Code

Sepa-Webseite der Stadt Witten
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Sepa-Webseite der Stadt Witten
QR-Code-Tricksereien sind vergleichsweise selten, interessanterweise gilt das auch für den öffentlichen Raum. Der Stadt Witten ist jetzt aber ein größerer Fauxpas unterlaufen. Denn sie verschickte einen offiziellen QR-Code, der für die Bevölkerung teuer werden kann.

Die Stadt Witten hat in einem offiziellen Schreiben einen QR-Code verschickt. Soweit nichts Ungewöhnliches, doch wie der WDR berichtet, ist der QR-Code hochproblematisch. Denn der führt zwar formal auf die Stadt Witten und ein Formular für ein Sepa-Lastschriftmandat. Doch viele werden wohl aufgrund des Designs der im QR-Code hinterlegten URL auf die Werbung hereinfallen, die vor die eigentliche Webseite geschaltet wird.

Wir haben den QR-Code ebenfalls ausprobiert. Dieser funktioniert auch noch immer. Vor die Webseite, die man eigentlich nutzen will, wird eine Werbung geschaltet, die dann versucht, dem Empfänger des Briefs ein Test-Abo mit einem geringen Betrag anzudrehen, das anschließend in ein rund 50 Euro teures Monatsabo verwandelt wird.

In sehr kleiner Schrift findet sich ein verlinkter Überspringen-Text. Doch auch wir haben den nicht sofort gesehen. Dafür aber das "Fortfahren" sehr gut erkennen können. Dieser Button führt dann zur Werbung samt Zahlungsmöglichkeiten, was zum Kontext des Briefs passt.

Erstellt wurde der QR-Code über den Dienstleister me-qr.de (nach Angaben des WDR wurde die .com-Seite verwendet, was letztendlich aber keinen Unterschied macht). Bei einem kurzen Test war der QR-Code eine korrekte Umleitung, aber das könnte Strategie sein. Eine gute Idee ist das nämlich trotzdem nicht, denn es handelt sich eben um eine Umleitung statt einer direkten Integration der Web-Adresse in den QR-Code. Dementsprechend lässt sich dann natürlich Werbung dazwischenschalten. Im Falle der Stadt Witten spielt me-qr.de sogar sehr passende Werbung aus, auf die die Bevölkerung dann sehr einfach hereinfallen kann.

Die Umleitung fällt beim Testen durchaus auf, denn man ruft nicht eine URL der Stadt Witten auf, sondern eben eine me-qr.de-Adresse. Die ist bei der Erstellung des QR-Codes tatsächlich auch nur kurz sichtbar, da bei unserem Test sofort umgeleitet wurde. Wer sich technisch nicht ausreichend auskennt, kann so also tatsächlich schnell einen fragwürdigen QR-Code generieren, der selbst beim Testen erst einmal harmlos wirkt.

Beim schnellen Suchen über Google finden sich viele solcher fragwürdigen QR-Code-Generatoren, die erst einmal ihre eigene Webseite vorschalten. Dabei ist es durchaus denkbar, dass der QR-Code zum Erstellzeitpunkt anstandslos funktioniert und erst nach einer Weile eine Werbung davor geschaltet wird. Korrekt wäre daher – insbesondere bei einer Behörde – einen auf die Funktion korrekt verifizierten QR-Code-Generator zu verwenden, der eben keine Umleitung nutzt.

Im Notfall lassen sich auch vernünftige QR-Code-Generatoren finden, wie etwa der Generator der Technischen Universität Chemnitz. Hier ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand Schindluder treibt, deutlich geringer. Bei komplexen URLs kann das durchaus helfen. Insbesondere für Menschen, die Schwierigkeiten mit der Digitalisierung haben. Doch genau diese fallen dann auch schnell auf Werbung herein, insbesondere, wenn diese direkt von einer Verwaltung kommt. Die Stadt Witten nutzt für das Sepa-Lastschriftmandat leider eine äußerst lange URL, die man kaum fehlerfrei abtippen kann. Es hapert also auch bei der Digitalisierung der Stadt Witten.

Wer einen QR-Code oder Ähnliches scannt, sollte also allgemein sehr genau auf die URL achten. Bei QR-Codes im öffentlichen Raum normalerweise aber eher als bei QR-Codes, die eine Behörde verschickt.

Quelle(n)

WDR / Eigene Recherchen

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-07 > Offizieller Brief einer Stadt lockt in teure Abo-Falle per QR-Code
Autor: Andreas Sebayang, 30.07.2026 (Update: 30.07.2026)