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Project Natick: Nach zwei Jahren im Meer ist Microsoft überzeugt, dass Unterwasser-Datencenter eine gute Idee sind

Unterwasser-Server scheinen eine gute Idee zu sein, zumindest wenn man die Ergebnisse von Microsofts Project Natick betrachtet. (Bild: Microsoft)
Unterwasser-Server scheinen eine gute Idee zu sein, zumindest wenn man die Ergebnisse von Microsofts Project Natick betrachtet. (Bild: Microsoft)
Microsoft hat vor zwei Jahren ein ganzes Datencenter im Meer versenkt. Dieses Experiment ist nun vorbei, die Server wurden geborgen, das Fazit ist spannend: Datencenter arbeiten unter Wasser offenbar zuverlässiger und stromsparender, in Zukunft könnte ein großer Teil unserer Daten im Meer gelagert werden.
Hannes Brecher,

Microsoft hat vor rund zwei Jahren ein Datencenter in der Schottischen See versenkt, das insgesamt 864 Server und 27,6 Petabyte an Daten beherbergt hat. In einer Pressemeldung hat das Unternehmen nun bekannt gegeben, dass Project Natick geborgen wurde, und dass das Projekt ein voller Erfolg war.

Denn offenbar arbeiten Server 35 Meter unter dem Meeresspiegel deutlich besser als an Land. Denn in einem luftdichten, von Wasser umschlossenen Behälter muss man sich keine Sorgen darüber machen, die Temperatur der Server konstant zu halten oder Korrosion zu entfernen, die durch Sauerstoff und Luftfeuchtigkeit verursacht wird.

Tatsächlich war die Server-Ausfallrate unter Wasser fast 90 Prozent geringer als bei einem vergleichbaren Datencenter an Land – ein nicht ganz unwesentlicher Vorteil, wenn man bedenkt, wie aufwändig es ist, einen Server in einem luftdichten Container am Grund des Meeres auszutauschen. Microsoft hat sich nicht näher zur Energieersparnis geäußert, gerade die Kühlung der Server dürfte aber deutlich effizienter sein, wenn das Datencenter von gleichmäßig kühlem Wasser umgeben ist.

Laut Microsoft leben mehr als die Hälfte aller Menschen nicht mehr als 195 Kilometer von der nächsten Küste entfernt, sodass ein großer Teil der Weltbevölkerung durch Unterwasser-Server in der Nähe schnell und zuverlässig auf Daten zugreifen könnte – es scheint also nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis der erste Server dieser Art kommerziell eingesetzt wird.

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Hannes Brecher
Hannes Brecher - Editor - @HannesBrecher - 5041 Artikel auf Notebookcheck veröffentlicht seit 2018
Seit dem Jahr 2009 schreibe ich für unterschiedliche Publikationen im Technologiesektor, bis ich im Jahr 2018 zur News-Redaktion von Notebookcheck gestoßen bin. Seitdem verbinde ich meine langjährige Erfahrung im Bereich Notebooks und Smartphones mit meiner lebenslangen Leidenschaft für Technologie, um unsere Leser über neue Entwicklungen am Markt zu informieren. Mein Design-Hintergrund als Art Director einer Werbeagentur erlaubt mir darüber hinaus tiefe Einblicke in die Eigenheiten dieser Branche.
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Autor: Hannes Brecher, 15.09.2020 (Update: 15.09.2020)