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Siemens kündigt schwere Akku-Lok mit 2 MWh Kapazität und Stromabnehmer an

Die Vectron Dual Mode kommt in wenigen Jahren auch mit einem 2-MWh-Akkupack.
ⓘ Siemens Mobility
Die Vectron Dual Mode kommt in wenigen Jahren auch mit einem 2-MWh-Akkupack.
Die Vectron Dual Mode von Siemens Mobility wird es künftig auch mit einem großen Akkupack geben. 2 Megawattstunden Kapazität sollen der E-Lok Reichweite bieten, wenn es mal keine Oberleitung bringt – anstatt des sonst verbauten Dieselgenerators, wie beim ICE L.

Siemens Mobility hat eine neue Vectron Dual Mode E-Lok angekündigt, die auf den Dieselgenerator zur Erzeugung von Strom verzichten kann. Stattdessen wird in die Vectron Dual Mode Electric/Battery, wie sie offiziell heißt, ein großes Akkupack verbaut, das eine Kapazität von 2 Megawattstunden bietet. Das ist ungefähr das Vierfache, was ein kurzer Regionaltriebzug (BEMU, Battery Electric Multiple Unit, Mireo Plus B) bietet

Es handelt sich bei der neuen Dual Mode dabei um eine Streckenlok, die Züge also über größere Strecken fahren soll. Typischerweise sind Dual-Mode-Vectrons im Güterverkehr im Einsatz. In Deutschland ist die Dual Mode in ihrer elektrisch-/dieselelektrischen Variante aber auch für den ICE-Verkehr notwendig. Der neue Diesel-ICE-L kann mit einer Vectron so 160 km/h fahren. Auch die Akkuversion schafft 160 km/h. Sie ist damit aber deutlich langsamer als reguläre Vectrons, die Siemens auch mit 200 und 230 km/h anbietet. 

Das ist damit auch ein Hinweis, dass die neue Akku-Vectron tendenziell im Güterverkehr zum Einsatz kommt. Hohe Geschwindigkeiten sind hier keine Priorität. Es ist aber durchaus denkbar, dass die neue Lok auch vor Personenzüge gespannt wird. Gerade in Deutschland gibt es noch viele wichtige Strecken im Personenverkehr, denen eine Oberleitung fehlt. Zudem fallen regelmäßig Strecken aus, da sie generalsaniert werden müssen.

Zur Reichweite der Vectron Dual Mode Electric/Battery macht Siemens keine Angaben. Die ist allerdings ohnehin von der Last abhängig, die an der Kupplung hängt. Im Unterschied zu BEMU-Personenzügen gibt es also starke Unterschiede. Interessant ist, dass die neue Lok in beiden Betriebsmodi 2.400 kW an den Rädern bereitstellen kann. Sie ist damit stärker als die Dieselvariante. Der Dieselgenerator der Dual Mode liefert zwar auch 2.400 kW, kann an den Rädern aber nur 2.000 kW liefern. Die Anfahrzugkraft ist mit 300 kN identisch. Die regulären Vectrons gibt es mit 320 und 350 kN. Grundsätzlich wird sich die erhöhte Flexibilität im Betrieb also mit einer reduzierten Leistung erkauft.

Mit einem Gewicht von 90 Tonnen ist die Akkuversion der Dual Mode genauso schwer wie die reguläre Vectron-Dual-Mode-Modelle mit vollem Tank. Sie wird natürlich nicht leichter im Laufe einer Fahrt. Dafür hat sie den Vorteil, dass sie auf eine Tankfahrt verzichten kann, denn der Akku kann einfach unter einem Fahrdraht während der Fahrt aufgeladen werden. Gleichzeitig sollte beim Bremsen auch eine Rückspeisung der Energie möglich sein, selbst wenn eine Oberleitung fehlt. Das wird seitens Siemens aber nicht explizit in der Ankündigung erwähnt. Die dieselelektrische Dual Mode kann das jedenfalls nicht.

Erstkunde der Lok wird der Leasinggeber Akiem sein, so Siemens Mobility. Der hat bereits Mehrsystem-Vectrons im Angebot, die mit unterschiedlichen Stromspannungen umgehen können. Akiem-Fahrzeuge sind an der Wagenanschrift F-AKIEM an der Seite erkennbar. Die ersten Loks soll der Leasinggeber 2029/2030 erhalten.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-03 > Siemens kündigt schwere Akku-Lok mit 2 MWh Kapazität und Stromabnehmer an
Autor: Andreas Sebayang, 25.03.2026 (Update: 25.03.2026)