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Tunnelknall: Warum das Koralmbahn-Geschwindigkeitslimit der ÖBB kaum Auswirkungen hat

Hier gilt nun bei Einfahrt Tempo 190: Ein kurzes Stück der Koralmbahn hat Probleme mit dem Tunnelknall.
ⓘ Openrailwaymap / Openstreetmap Contributors
Hier gilt nun bei Einfahrt Tempo 190: Ein kurzes Stück der Koralmbahn hat Probleme mit dem Tunnelknall.
Wider Erwarten gibt es auf Österreichs neuer Koralmbahn zwischen Graz und Klagenfurt ein Problem mit dem Tunnelknall. Wie das Bahnmagazin Bahnblick berichtet, muss deswegen die Geschwindigkeit reduziert werden. Wir erklären, warum das kaum praktischen Auswirkungen hat.

Wie das Bahnmagazin Bahnblick in seinen März-Bahnnews berichtet, muss auf der neuen Koralmbahn die Geschwindigkeit im Bereich eines Tunnels reduziert werden. Die Geschwindigkeitsreduktion ist dabei ziemlich groß, die praktischen Auswirkungen aber gering.

Nur zehn Sekunden werden Züge der ÖBB in Zukunft aufgrund der neuen Geschwindigkeitsbegrenzung im Fahrplan verlieren, und das, obwohl die Maximalgeschwindigkeit zur Vermeidung eines Tunnelknalls (Nachtrag: beim Tunneleintritt, wo der Knall entsteht, Erklärung des Knalls bei der Deutschen Bahn) von 250 km/h auf 190 km/h reduziert wurde. Die Begrenzung gilt schon seit einigen Wochen. Das ist eigentlich eine ziemliche Einschränkung. Doch wie Bahnblick berichtet, bezieht sich die Beschränkung nur auf einen 6 km langen Bereich. Es ist ein recht kurzer Tunnelabschnitt im Westen der Koralmbahn (Openrailwaymap).

Dass die Auswirkungen gering sind, hat mehrere Gründe. Zum einen fahren die Railjets der ÖBB ohnehin nur mit 230 km/h. Die effektive Geschwindigkeitsreduzierung liegt also bei 40 km/h. Etwas härter trifft es die Westbahn. Denn die Smile-Garnituren von Stadler können nämlich volle 250 km/h fahren. Doch auch hier dürften die zusätzlichen Auswirkungen eher gering sind.

Warum es kaum Auswirkungen durch die Geschwindigkeitsreduktion gibt

Ein Grund ist die nahe Station St. Paul im Lavantal. Vom Tunnel kommend müssen viele Züge ohnehin abbremsen, um dort halten zu können. Das betrifft aber nicht die Westbahnzüge, die Smile-Garnituren könnten ihre 250 km/h dort besser ausnutzen als die zahlreichen Railjets, da die Westbahnzüge dort nicht halten. 

In die andere Richtung, also vom Bahnhof nach Klagenfurt, ist die Reduktion auch kaum ein Problem. Bei unserer Testfahrt Ende letzten Jahres erreichte der Zug nach dem Verlassen des Tunnels 186 km/h. 230 km/h wurden bei unserer Fahrt erst nach Wiederndorf-Aich erreicht. Außerdem hat der Fahrplan der ÖBB-Railjets zahlreiche Reserven. Damals gab es ständig Verfrühungen.

Es ist also davon auszugehen, dass das Geschwindigkeitsproblem nur Züge signifikant beeinflusst, die St. Paul im Lavantal durchfahren. Das können sie dort eigentlich auch mit voller Geschwindigkeit machen, da der Bahnhof so gebaut wurde, dass die inneren Gleise schnelle Durchfahrten ermöglichen. Deren Nachbargleise haben nämlich erst einen Bahnsteig. So baut man typischerweise Bahnhöfe an Hochgeschwindigkeitstrecken, wenn das Budget vorhanden ist. Die Infrastruktur kann dann erheblich effizienter genutzt werden.

Pläne, das Problem des Tunnelknalls baulich an den Portalen zu lösen, gibt es laut Bahnblick derzeit nicht. Es wurde dem Bericht nach auch erst vor Kurzem überhaupt entdeckt. Aufgrund der geringen Auswirkungen dürfte das auch sicher keine große Priorität haben. Eventuell überlegt man sich das auch noch, sollte der Verkehr zwischen Graz und Klagenfurt weiter zunehmen und dann mehr Expresszüge notwendig werden, wofür die Koralmbahn schon vorbereitet ist.

Weitere Informationen zu der neuen Bahnstrecke finden sich in unserem Testbericht: Ausprobiert: Mit 230 km/h und Notebook durch den neuen Koralmbahn-Tunnel der ÖBB.

Nachtrag vom 7. April 2026: Ursprünglich hieß es in der Meldung, dass die Webstbahnzüge in St. Paul im Lavantal halten. Das ist jedoch nicht der Fall. Der Text wurde entsprechend angepasst. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-04 > Tunnelknall: Warum das Koralmbahn-Geschwindigkeitslimit der ÖBB kaum Auswirkungen hat
Autor: Andreas Sebayang,  3.04.2026 (Update:  7.04.2026)