Sony-Chef über Third-Party-Spiele: "PlayStation ist ohne Inhalte nur eine Plastikkiste"

In einem aktuellen Interview sprach ein hochrangiger Sony-Manager offen darüber, warum Spiele von externen Studios das wahre Herzstück des PlayStation-Geschäfts sind. Christian Svensson, Vizepräsident für Second- und Third-Party-Content bei Sony Interactive Entertainment, ist der Ansicht, dass der Erfolg einer Konsole vollständig von einem Portfolio voller atemberaubender Hits abhängt und die Hardware allein nicht viel bedeutet. Er verriet außerdem, dass SIE-CEO Hideaki Nishino, der aus der Produktentwicklung kommt, diese Meinung intern sehr deutlich vertritt.
Svensson sprach über dieses Thema während eines ausführlichen Gesprächs mit The Game Business. Die Diskussion drehte sich vor allem darum, warum Sony eine Provision von 30 % auf Käufe im PlayStation Store erhebt und wie genau dies Entwicklern weltweit zugutekommt. Svensson erklärte, dass PlayStation eine lange Tradition als plattformübergreifend entwicklerfreundliche Plattform („third-party-friendly“) hat, und betonte, dass das Unternehmen hart daran arbeitet, diese Haltung beizubehalten.
Er wies darauf hin, dass Sony in dieser Konsolengeneration bereits mehr als 120 Projekte finanziert hat. Allein dadurch werden schätzungsweise 10.000 Entwickler und Publisher über ein komplexes Netzwerk aus spezialisierten Teams und Tochtergesellschaften unterstützt. Diese Bemühungen seien der Grund, warum die Gebühr im PlayStation Store so wichtig ist. Es gehe nicht darum, Gewinne einzustreichen, sondern darum, ein ausgewogenes Investitions-Ökosystem aufrechterhalten zu können. Im Interview erläutert Svensson seine Philosophie hinter PlayStation mit den Worten:
Wenn man mit SIE-CEO Nishino-san spricht, der einen stark produktorientierten Hintergrund hat, sagt er: ‚PlayStation ist ohne Inhalte nur eine Plastikkiste.‘ Und Dritthersteller machen nun mal den Löwenanteil der Inhalte aus. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir uns weiterhin voll reinhängen, Gas geben und ambitioniert neue Stimmen auf die Plattform bringen. Wenn wir jemals damit aufhören, wird die Branche aufhören zu wachsen. Als Branchenführer müssen wir die gesamte Industrie vorantreiben und pushen, nicht nur unser eigenes Geschäft.
Er fährt fort:
Ich befinde mich in einer unglaublich privilegierten Position, da ich einen fantastischen Einblick darin habe, was für Spiele in den nächsten 3, 4, 5 Jahren erscheinen werden. Ich kann es Ihnen buchstäblich kaum beschreiben… Letztes Jahr war ein großartiges Spielejahr. Dieses Jahr wird noch besser. Nächstes Jahr wird sogar noch besser. Die Entwicklung der Inhalte ist unglaublich positiv. Und wir als Industrie sollten extrem optimistisch in die Zukunft blicken, trotz des Gegenwinds.













