Steam Frame könnte Ganzkörper-Tracking über aufgerüstete Basisstation erhalten

Das Steam Frame von Valve hat ein Problem, das jedem sofort auffällt, der Zeit in VRChat verbracht hat: Das Headset nutzt Inside-Out-Tracking, was fantastisch für uneingeschränkte Bewegungsfreiheit im Raum ist und aufwendige Basisstationen überflüssig macht, jedoch kein Ganzkörper-Tracking (Full-Body-Tracking) bietet. Das koreanische Startup Soulart glaubt, die Lösung gefunden zu haben.
Eine leistungsstarke Lösung für Ganzkörper-Tracking
Das Gerät des Unternehmens hat den Namen „Station“ und ist im Wesentlichen eine Basisstation mit großem Anspruch. Optisch erinnert es an eine Lighthouse-Basisstation von Valve oder HTC Vive, benötigt jedoch keinen PC zum Betrieb. Stattdessen verbaut Soulart eine eigene Neural Processing Unit (NPU) und führt das Motion-Tracking vollständig direkt auf dem Gerät aus.
Von dort aus verbindet es sich direkt mit SteamVR und funktioniert mit jedem Spiel, das Full-Body-Tracking unterstützt. Eine Station deckt bis zu 50 Quadratmeter ab und arbeitet mit bis zu 120 Hz. Sie setzt auf maschinelles Lernen zur Interpretation von Bewegungen, was – wie Soulart offen einräumt – im Vergleich zu traditionellen, trackerbasierten Setups zu einer „geringfügig höheren Latenz und Fehlerrate“ führen kann. Eine Station reicht technisch aus, um zu starten, wenngleich das Unternehmen (recht praktischerweise) anmerkt, dass mehrere Einheiten bessere Ergebnisse liefern.
Ein kostspieliges Angebot, bei dem die endgültigen Kosten unklar sind
Die vage Preisangabe von „unter 400 US-Dollar“ (umgerechnet etwa 360 Euro) lässt aktuell noch viel Spielraum. Soulart befindet sich in einer frühen Produktionsphase und hat die Preise noch nicht final festgelegt; eine Kickstarter-Kampagne soll die nächste Phase finanzieren. Wer echtes Ganzkörper-Tracking für VR-Spiele möchte, wird mit zwei oder drei Stationen schnell eine hohe Summe erreichen.
Dennoch ist es deutlich günstiger als einige bestehende Alternativen, und der markerlose Ansatz bedeutet, dass keine Vielzahl an Motion-Tracking-Pucks an den Gliedmaßen befestigt werden muss. Der eigentliche Clou ist Soularts Bestätigung, an einer eigenständigen (Standalone-)Unterstützung speziell für das Steam Frame zu arbeiten.
Auf X gab das Unternehmen bekannt, diese Funktion zu entwickeln, was die Notwendigkeit eines PCs vollständig eliminieren würde. Da das Steam Frame mit SteamOS auf einem Arm-basierten Snapdragon-Chip läuft, wäre diese Kombination für VRChat-Stammgäste, die ein kabelloses Standalone-Setup ohne Verzicht auf Body-Tracking suchen, äußerst attraktiv.
Das derzeit vergleichbare Setup ist Fluxpose, das auf eine Reihe aufladbarer 6DOF-Tracker setzt, die am Körper befestigt werden. Es funktioniert in SteamVR und verfolgt dasselbe Ziel, Ganzkörperbewegungen in VRChat abzubilden, erfordert jedoch das Tragen von Hardware – genau das, was Soulart vermeiden möchte.
Der Steam Frame selbst ist bereits teuer: Die Preise beginnen bei 1.059 US-Dollar für das 256-GB-Modell und steigen auf 1.299 US-Dollar für die 1-TB-Version, wobei im Lieferumfang kein Netzteil enthalten ist – und das, obwohl E-Commerce-Giganten wie Amazon dank eines von Valve eingeführten Reservierungssystems lediglich Zubehörartikel listen. Wenn man noch eine Ganzkörper-Tracking-Lösung für 400 US-Dollar hinzurechnet, ergibt sich ein kostspieliger Einstieg in das virtuelle Body-Mapping. Doch für die treuen VRChat-Anhänger ist das wahrscheinlich ein Preis, den sie gerne zu zahlen bereit sind.

















