Notebookcheck

Test Google Home Mini

Florian Wimmer, 👁 Daniel Schmidt, Tanja Hinum, 25.01.2018

Der Kleine hört alles. Der kleine, smarte Lautsprecher von Google ist diesmal bei uns im Testlabor. Nachdem es Probleme mit der Touchsteuerung gab, soll jetzt wieder alles gut funktionieren. Wir schauen uns den smarten Alltagshelfer mal genauer an und fragen auch: Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

Google Home Mini

Google kam etwas spät mit seinem smarten Lautsprecher auf den Markt, erst seit August letzten Jahres gibt es Google Home und Google Home Mini in Europa zu kaufen, der Amazon Echo startete schon im Oktober 2016 bei uns. So verwundert es nicht, dass Amazon mit seiner Assistentin Alexa immer noch Marktführer ist und die intelligente Assistentin mittlerweile in immer mehr externe Geräte eingebaut wird. Den Amazon Echo Dot haben wir bereits letztes Jahr getestet, nun ist auch der Google Home Mini bei uns in der Redaktion angekommen. Der kleine Lautsprecher kostet 59 Euro, während Google für den ausgewachsenen Google Home 149 Euro verlangt. An sich können die beiden dasselbe, in den USA bietet Google sogar noch den Google Home Max für 399 US-Dollar an, mit zwei Tief- und zwei Hochtönern, der auch noch über eine intelligente Raumkorrektur den Klang an seinen Standort anpassen soll. Der Google Home Max ist bisher für Europa noch nicht angekündigt.

Der kompakte, schlaue Lautsprecher Google Home Mini lässt sich durch Touch-Kommandos über die Oberfläche bedienen und wird mit dem Smartphone und der Google-Home-App konfiguriert. In unserem Test fühlen wir der Spracherkennung auf den Zahn, schauen mal wie es mit dem Datenschutz und auch mit der Klangqualität aussieht. Gerade bei den beiden Punkten konnte uns Amazons Echo Dot beispielsweise nicht vollständig überzeugen.

Gehäuse

Google bietet seinen Home Mini in drei Farbvarianten an, die alle zum gleichen Preis erhältlich sind, allerdings nicht überall: Die korallenrote Version gibt es exklusiv im Google Store zu kaufen. Frei verkäuflich sind hingegen die schwarze Version und die "Kreide" genannte Variante in Weiß und Grau, die uns zum Test zur Verfügung steht. Die Unterseite ist gummiert, sodass der Google Home Mini auch auf leicht schrägen Unterlagen einen sicheren Stand hat. Das Gehäuse ist sauber verarbeitet und sehr robust. Auf leichten Druck gibt nichts nach und es sind auch keine Knarzgeräusche zu hören. Das Design ist minimalistisch und fügt sich in moderne Wohnungen ebenso gut ein wie in traditionell eingerichtete.

Der Google Home Mini ist deutlich größer als Amazons Echo Dot: einen Zentimeter höher und 1,5 Zentimeter weiter im Durchmesser. Außerdem kommen 10 Gramm mehr Gewicht auf die Waage als bei Amazons kleinem Lautsprecher. Wie beim Echo Dot besitzt auch der Google Home Mini eine Lichtsignatur, die den Status anzeigt, diese verbirgt sich allerdings unter der Oberfläche und wird erst beim Einschalten sichtbar. Amazons Lautsprecher sieht insgesamt etwas technischer und nicht ganz so wertig aus, der Google Home Mini ist klar das trendigere Gerät für die Designerwohnung, während der Amazon Echo Dot eher die Technikfreaks ansprechen dürfte.

Google Home Mini
Google Home Mini
Google Home Mini

Größenvergleich

98 mm 98 mm 42 mm 173 g83.5 mm 83.5 mm 32 mm 163 g

Konnektivität

Der Google Home Mini verfügt über einen micro-USB-Anschluss, an den das Ladegerät angeschlossen wird. Damit sind die physischen Anschlüsse auch schon abgehandelt, einen 3,5mm-Klinkenstecker gibt es nicht. Mit dem WLAN verbindet sich der kleine Lautsprecher per 802.11 b/g/n/ac, es werden also alle aktuellen Standards unterstüzt und auch 5-GHz-Netze können genutzt werden. Bluetooth 4.1 dient dazu, das Gerät mit anderen Audiogeräten oder auch beim ersten Pairing mit dem Smartphone zu verbinden. Google integriert die Chromecast und Chromecast-Audio-Technologie, man kann also bei kompatiblen Apps in Android einfach über das Streamen-Symbol Inhalte auf dem Google Home Mini wiedergeben.

Der Google Home Mini beinhaltet übrigens keinen Akku, muss also ständig über das Netzteil mit Strom versorgt werden.

Datenschutz

Der Google Home Mini ist ein Lautsprecher, der grundsätzlich über die eingebauten Mikrofone ständig mithören muss, um seine Kernfunktionalität zu erfüllen: Auf Fragen des Nutzers zu antworten und Aufgaben für ihn zu erledigen. Allerdings soll eine Aufzeichnung und Übermittlung der Daten an Googles Server erst erfolgen, wenn man ein bestimmtes Codewort sagt.

Die Google Home App auf dem Smartphone oder Tablet spielt bei der Einrichtung und Konfiguration eine wichtige Rolle, denn der Google Home Mini besitzt ja keinen Bildschirm. Bei dieser Einrichtung überträgt die Google Home App Informationen zum eigenen Google Konto an den Lautsprecher, damit dieser die dort hinterlegten Informationen nutzen kann. Was Google über einen weiß, kann man übrigens unter dieser Internetadresse abfragen. Hier kann man auch Einträge löschen und es gibt Links zu den Datenschutzeinstellungen des Google Kontos. Wenn man bestimmte Aspekte der Datenübermittlung an Google allerdings ausgeschaltet hat, so bittet Google Home Mini bei der Einrichtung darum, dieses zu aktivieren, da man sonst die smarte Assistentenfunktion nicht nutzen kann. Dazu gehören die Web- und Appaktivitäten, also beispielsweise Internetsuchen mit Google oder auch Routen in Google Maps. Geräteinformationen wie Kontakte, Kalender, usw. müssen ebenfalls bei Google gespeichert werden, um die Kontakte und Termine zu verwalten. Auch die Übermittlung und Speicherung von Audiodaten muss natürlich genehmigt werden. Wer zuvor also sein Google-Konto auf Datensparsamkeit getrimmt hat und die Einstellungen nicht aktivieren möchte, der bekommt mit dem Google Home Mini nur einen Bluetooth-Lautsprecher ohne smarte Funktionen.

Wir haben bei Google bereits früher zum Thema Datenschutz angefragt, aber noch keine Antwort erhalten. Wir gehen davon aus, dass die Daten unverschlüsselt an Googles Server gesendet werden und die Server auch nicht im Land der Anfrage stehen müssen, Google spricht hier in seinen Datenschutzbestimmungen recht unspezifisch von "Google-Servern".

Datenschutz beim Google Home Mini. Moment mal, gab es da nicht einen kleinen Skandal? Stimmt, im Oktober fiel Testern auf, dass Googles Home-Mini-Lautprecher plötzlich anfing, auf Sprache aus dem Fernseher zu reagieren, obwohl das Codewort "OK Google" gar nicht gesagt worden war. Das lag daran, dass sich der Home Mini auch über Touchfelder an der Oberseite des Gerätes bedienen lässt und hier der Touchsensor für die Aktivierung der Sprachaufnahme defekt war. Bis heute hat Google keine Lösung dafür gefunden, stattdessen ist die Aktivierung der Sprachsteuerung per Berührung immer noch deaktiviert. Google hat immerhin alle versehentlich aufgenommenen Audiodaten gelöscht. Die Mikrofone kann man übrigens über einen Hardware-Schalter deaktivieren, wodurch auch die LEDs an der Oberseite des Google Home Mini orange werden und eine Bestätigung per Sprache erfolgt.

Als Nutzer eines smarten Lautsprechers sollte man sich im Klaren sein, dass persönliche Daten an Google weitergegeben und dort auch gespeichert werden. Immerhin hat man bei Google die Möglichkeit, diese übersichtlich einzusehen und auch zu löschen. Der Artikel der Verbraucherzentrale zum Amazon Echo gilt natürlich in ähnlicher Weise auch für den Google Home Mini. Unter Anderem sollten Gäste und Besucher immer auf den mithörenden Lautsprecher hingewiesen werden, da es sonst sogar rechtliche Schwierigkeiten geben könnte.

Bedienung

Der kleine Lautsprecher wird bei der ersten Einrichtung per Google-Home-App mit dem WLAN verbunden, wobei die Login-Daten automatisch übermittelt werden. Auch die Infos zum eigenen Google Konto werden hinterlegt, damit die dort hinterlegten Infos auf Googles Servern mit ihren Sprachkommandos verknüpft werden können. Die Einrichtung ist recht simpel und auch flott, Google Home unterstüzt den Nutzer auch mit ersten Beispielkommentaren.

Nach der Einrichtung reagiert der smarte Assistent auf die Ansprache mit "OK Google" oder "Hey Google" und einen darauffolgenden Befehl. Die Spracherkennung ist dabei sehr exakt, und funktioniert dank der Fernfelderkennung der Mikrofone auch in größeren Räumen zuverlässig. Wenn der Home Mini ein Gerät steuert, lässt sich sogar automatisch die Lautstärke verringern, sobald Sprachkommandos gegeben werden, damit der Lautsprecher diese besser versteht. Standardmäßig reagiert der Google Home Mini auf jeden Nutzer, man kann dem Gerät aber beibringen, verschiedene Nutzer an der Stimme zu unterscheiden.

Mittels Google Home Mini lassen sich andere Geräte im WLAN steuern, beispielsweise Chromecasts. Man kann Dinge auf den Google Home Mini vom Smartphone oder Tablet streamen, beispielsweise eine Playlist in Spotify oder Deezer. Natürlich arbeiten auch alle Google-Dienste nahtlos mit dem Gerät zusammen. So kann man beispielsweise fragen, wie lange man mit der U-Bahn zu einem bestimmten Ort benötigt. Die Antwort kommt prompt und stimmt auch ziemlich genau. Es lassen sich sogar Fragen verknüpfen, also beispielsweise "Wie lange brauche ich mit der U-Bahn zum Olympia-Einkaufszentrum?" und als nächste Frage "Und wie lange brauche ich mit dem Auto?", auch hierauf liefert der Assistent die passende Antwort.

Ein Nachteil gegenüber Amazons Alexa: Aktuell gibt es bei Google Home (noch) keine Skills, also von externen Anbietern programmierte Zugriffsmöglichkeiten auf ihre Systeme, die sich vom Nutzer nachinstallieren lassen. So muss man beispielsweise aktuell auf die Amazon-Prime-Services verzichten, wenn man Google Home nutzt. Bei Amazon hat sich bereits eine rege Gemeinschaft von kleineren Entwicklern gebildet, die stetig neue Services auf dem Gerät verfügbar machen, hier sollte Google also schnell nachziehen.

Einstellungen zum Gerät werden, wie schon die Einrichtung, auf einem Smartphone oder Tablet mit der Google-Home-App vorgenommen, die es übrigens auch für Apple-Geräte gibt. Man muss also nicht zwingend ein Android-Gerät verwenden. Zu den Einstellungen zählen ein Gastmodus, der es auch Nutzern außerhalb des eigenen WLANs erlaubt, über eine PIN auf die Steuerung des Google Home Mini zuzugreifen. Auch kann man einen Bestätigungston für die Spracherkennung einstellen oder Lautstärke und Helligkeit in der Nacht absenken.

Während Amazons Echo Dot seine Bedientasten klar zeigt, ist beim Google Home Mini nur die Stummschaltung der Mikrofone an der Gehäuseseite auf den ersten Blick sichtbar. Während der Echo Dot auch ohne Anleitung direkt aus der Box heraus recht einfach zu steuern ist, muss man beim Googles Home Mini erstmal herausfinden, dass man die seitliche Oberfläche des Lautsprechers berühren kann, um die Lautstärke anzupassen.

Google Home App
Google Home App
Google Home App

Smart-Home-Steuerung

Eine Kernfunktion der smarten Lautsprecher ist es natürlich, andere smarte Geräte in der eigenen Wohnung zu steuern. Natürlich funktioniert hier Googles eigene Nest-Serie von Smart-Home-Produkten, aber auch Geräte wie die Philips Hue und Hersteller wie Gigaset oder Homematic werden unterstützt. Eine Liste mit Partnern findet sich auf dieser Website. Da es keine erlernbaren Skills gibt, ist man auf die Zusammenarbeit zwischen Google und seinen Partnern angewiesen und sollte sich vorher informieren, ob die eigenen Smart-Home-Komponenten auch mit Google Home kompatibel sind.

Das Ein- und Ausschalten der Geräte funktioniert dabei oft problemlos, beim Licht und Thermostaten kann man auch Zeiten festlegen, wann sie sich ein- oder ausschalten sollten. Generell ist aber zu sagen, dass es durch die Schwarmintelligenz der Nutzer bei Alexa oft praktische Skills für einzelne Geräte gibt, die bei der Steuerung über Google Home noch nicht klappen. Vorteil Google: Die Spracherkennung ist wesentlich flexibler, was die Kommandos angeht, man kann also beispielsweise "Lampen" statt "Licht" sagen und Kommandos wie "mach das Licht an" oder "schalte die Lampen ein" funktionieren gleichwertig. Zudem ist die Auswertung der Sprachkommandos sehr flott und die Befehle werden prompt umgesetzt.

Emissionen & Energie

Temperatur

Das Gehäuse des Google Home Mini erwärmt sich nur ganz leicht, auch nach längerem Gebrauch kann man es problemlos in die Hand nehmen.

Lautsprecher

Ein wichtiges Detail ist bei einem smarten Lautsprecher wie dem Google Home Mini... nun, der Lautsprecher. Per Bluetooth 4.1 lassen sich Audiodaten an das Gerät streamen, entweder über das Streaming-Symbol, das die Google Home App in kompatiblen Apps anzeigt und die Chromecast-Funktion oder auch über eine einfache Bluetooth-Verbindung. Um eine Verbindung herzustellen, benötigt man allerdings wiederum die Google-Home-App, denn nur darüber lässt sich der Pairing-Modus aktivieren.

Der Home Mini beinhaltet einen Lautsprecher mit 40mm-Treiber. Der Klang ist ordentlich, auf hohen Lautstärken auch für einen größeren Raum durchaus ausreichend. Wenn man die Lautstärke voll aufdreht, sind bei Musik allerdings die Höhen etwas zu sehr betont und an Tiefen mangelt es doch recht deutlich. Das sorgt für einen etwas blechernen Klang mit für manche Hörer unangenehm verstärkten Höhen. Insgesamt bewegt sich der Klang auf dem Niveau, das man auch von einen gleichpreisigen Bluetooth-Lautsprecher erwarten würde: Für den Alltagsgebrauch gut, aber für Musikenthusiasten eindeutig zu wenig.

In der Google Home App gibt es auch eine Equalizer-Funktion für den Google Home Mini, die allerdings in unserem Test keinen hörbaren Unterschied erzeugte.

Pro

+ Schickes Design
+ Stabile Verarbeitung
+ Sehr flexible und zuverlässige Spracherkennung
+ Rutschsicherer Stand
+ Umfassende Einstellungsmöglichkeiten
+ Schnelle Verarbeitung der Kommandos
+ Auch mit iOS nutzbar

Contra

- Keine Skills oder API
- Bedenken beim Datenschutz

Fazit

Im Test: Google Home Mini. Testgerät zur Verfügung gestellt von Google Deutschland.
Im Test: Google Home Mini. Testgerät zur Verfügung gestellt von Google Deutschland.

Der Google Home Mini ist ein sehr schicker, hochwertig verarbeiteter smarter Lautsprecher, der sich in jeder Wohnung gut macht. Das schlichte Design ist deutlich gefälliger als beim Amazon Echo Dot, die Bedienung über die Touchbereiche an der Oberseite ist cool, aber erklärungsbedürftig, hier ist der Echo Dot intuitiver.

Bei der Spracherkennung schlägt sich Googles kleiner Lautsprecher sehr gut, er erkennt auch ungewöhnlichere Kommandos und kann Fragen logisch miteinander verknüpfen. Die Steuerung von Geräten funktioniert zuverlässig, ist aber durch die fehlende Schnittstelle für die Nutzerprogrammierung nicht so umfassend wie bei den Geräten mit Amazons Alexa. Der Klang ist ganz ordentlich, für Audioenthusiasten aber empfiehlt sich doch ein höherwertigerer Lautsprecher.

Schick und mit schneller, sehr exakter Spracherkennung: Der Google Home Mini ist ein guter smarter Lautsprecher. Auch die Klangqualität ist für den Preis in Ordnung. Für die Gerätesteuerung muss man allerdings auf kompatible Geräte setzen.

Man sollte sich im Klaren sein, welche Daten man mit der Nutzung des Google Home Mini an Google übergibt und auch darüber, dass Google den Service für seine Spracherkennung theoretisch jederzeit einstellen könnte. Diese Probleme sind aber bei allen smarten Geräten vorhanden und bei Google kann man seine Datenschutzeinstellungen immerhin recht übersichtlich und recht umfangreich konfigurieren und löschen.

Insgesamt ist der Google Home Mini natürlich die beste Wahl, wenn man schon viele Google Services im Alltag nutzt und kompatible Smart-Home-Geräte nutzt. Geräte mit Alexa bieten offenere Schnittstellen, sind dadurch flexibler einsetzbar und bieten eine breitere Geräteunterstützung, während man mit Googles Geräten aktuell noch eine eher geschlossene Umgebung betritt. Dafür bekommt man bei Google aktuell die deutlich bessere Spracherkennung und schickere Endgeräte.

Preisvergleich

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Autor: Florian Wimmer, 25.01.2018 (Update: 15.05.2018)
Florian Schmitt
Florian Schmitt - Managing Editor Mobile
Als ich 12 war, kam der erste Computer ins Haus und sofort fing ich an rumzubasteln, zu zerlegen, mir neue Teile zu besorgen und auszutauschen – schließlich musste immer genug Leistung für die aktuellen Games vorhanden sein. Als ich 2009 zu Notebookcheck kam, testete ich mit Leidenschaft Gaming-Notebook, seit 2012 gilt meine Aufmerksamkeit vor allem Smartphones, Tablets und Zukunftstechnologien.