Notebookcheck

Test Mobvoi TicWatch C2+ – Feines Update für die hübsche Smartwatch

Aufwertung. Dem Nachfolger der TicWatch C2 ohne Plus spendiert Mobvoi mehr Speicher und ein zusätzliches Sportarmband in der Schachtel. Einen wesentlichen Punkt hat der chinesische Hersteller nicht verändert: Der Smartwatch fehlt immer noch ein Lichtsensor für die bestmögliche Helligkeit draußen und eine stromsparende Einstellung drinnen.
Inge Schwabe, Stefanie Voigt, 🇺🇸
Mobvoi TicWatch C2+
Prozessor
Qualcomm Snapdragon Wear 2100 4 x - 1.2 GHz, ARM Cortex-A7
Hauptspeicher
1024 MB 
Bildschirm
1.3 Zoll , 360 x 360 Pixel 392 PPI, Full-Touch, AMOLED, spiegelnd: ja
Massenspeicher
4 GB Flash, 4 GB 
, 1.6 GB verfügbar
Anschlüsse
Audio Anschlüsse: ⊕, NFC, Sensoren: Accelerometer, Gyroscope, Heart Rate
Netzwerk
802.11 b/g/n (b/g/n = Wi-Fi 4), Bluetooth 4.1, GPS
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe (in mm): 12.7 x 42.8 x 42.8
Akku
400 mAh, Akkulaufzeit (laut Hersteller): 48 h
Betriebssystem
Google WearOS 2
Sonstiges
Lautsprecher: ⊖, Tastatur: 2 Buttons, Tastatur-Beleuchtung: ja, TicWatch C2+, additional Silicone Watch Strap, Magnatic Contact Charger, User Guide, TicMotion, TicExercise, 24 Monate Garantie, Compatibility: Android, iOS; GNSS: GPS + GLONASS + Beidou; IP68 , Wasserdicht
Gewicht
42 g, Netzteil: 35 g
Preis
209,99 Euro
Hinweis: Der Hersteller kann abweichende Bauteile wie Bildschirme, Laufwerke und Speicherriegel mit ähnlichen Spezifikationen unter dem gleichen Modellnamen einsetzen.

 

Ausstattung und Einrichtung

Die TicWatch C2+ ist ein kleines Update der TicWatch C2. Optisch fallen keine Unterschiede auf: Die hübsche Uhr im konventionell runden Design kombiniert Mobvoi mit einem Lederarmband – passend zur jeweiligen Gehäusefarbe in Schwarz („Onyx“), Rosé-Gold oder platinfarben. Das Band in Rosé-Gold ist mit 18 mm etwas schmäler als die anderen beiden (20 mm).

Beim Gehäuse verwendet Mobvoi Kunststoff auf der Unterseite, Edelstahl für die Oberseite. Es hat einheitlich einen Durchmesser von 42,8 mm, ist nach IP68 zertifiziert und dem Hersteller nach für das Schwimmen in flachem Gewässer geeignet; dafür ist das Lederband freilich zu schade, weshalb den neuen Modellen zusätzlich ein schwarzes Silikonband beiliegt. Zudem hat sich der Arbeitsspeicher auf 1 GB verdoppelt. Ein Prozessor-Update vom Snapdragon Wear 2100 auf den aktuellen Wear 3100 gab es dagegen nicht. Von dem 4 GB großen Speicher sind beim Testgerät etwa 1,6 GB verfügbar. Ein Mikrofon ermöglicht Anweisungen an den Google Assistant. Rückmeldungen erscheinen als Text auf dem Display: Einen Lautsprecher besitzt die TicWatch C2 plus nicht. 

An den Sensoren hat sich nichts verändert: Die TicWatch C2+ misst die Herzfrequenz, aber nach wie vor nicht die Blutsauerstoffsättigung. In der Praxis vermissen wir vor allem einen Lichtsensor: Das voll ausgeleuchtete AMOLED-Display ist hell und in der Sonne gut lesbar. Drinnen reicht dagegen schon eine kleine Stufe. Den Wechsel zwischen akkuschonender Einstellung im Gebäude und der bestmöglichen Helligkeit draußen muss man bei Bedarf manuell regulieren.

Lieferumfang
Lieferumfang
Rechts: zwei Tasten, Mikrofon
Rückseite mit Kontakten und Herzfrequenzsensor
Seitenansicht links
Seitenansicht rechts
Ladeschale
Niedrige Helligkeit innen
Gleiche niedrige Helligkeit bei Sonnenlicht
Volle Helligkeit bei Sonnenlicht

Einrichtung und Bedienung –

Mobvoi hat eine enge Kooperation mit Google und stattet seine Uhren mit dessen Betriebssystem WearOS aus. Demzufolge benötigt man für die Einrichtung die App WearOS by Google, die es auch für iOS gibt. In den Einstellungen der App ändert man das Zifferblatt und wählt bis zu fünf Widgets, die man über Wischgesten erreicht. Neben denen von Google installiert Mobvoi eigene Widgets mit Infos zu Herzfrequenz, Workouts und Fitness. Die untere der beiden Tasten öffnet zunächst das Tagesprotokoll, über die Einstellungen kann man ihr eine andere Funktion oder eine App zuweisen. Die obere Taste führt zu weiteren Apps und dem Play Store. 

Wenn man einen Player wie Google Play Musik auf der TicWatch installiert und über diesen Musik auf die Uhr herunterlädt, spielt sie wahlweise Musik vom Smartphone oder aus dem eigenen Speicher. Da die TicWatch C2+ keinen Lautsprecher besitzt, muss man hierfür ein Headset oder einen anderen Audio-Empfänger verbinden. 

Ein Mikrofon für Anweisungen an den Google Assistant ist dagegen vorhanden. Man erreicht ihn durch einen langen Druck auf die obere Taste oder eine Wischgeste nach rechts. Eine weitere Geste öffnet das Quick-Panel, über das man unter anderem den Flug- oder Stromsparmodus sowie Google Pay aktiviert.

Ansicht Herzfrequenz (TicPuls)
Ansicht Herzfrequenz (TicPuls)
Quick-Panel
Quick-Panel
Play-Store
Play-Store
Google Play Music
Google Play Music
Einrichtung über die App Wear OS by Google
Zifferblätter
Ansichten
Maximal sind 5 Ansichten gleichzeitig wählbar

Nachrichten und Telefonie

Telefonate sind nur über das verbundene Smartphone und ein gegebenenfalls mit dem Handy verbundenes Headset möglich. Über die Kontakte-App auf der Uhr kann man sowohl eine SMS initiieren als auch Telefongespräche. Kommt ein Anruf an, wird er durch die Uhr signalisiert; man kann dann entweder mit einer Nachricht reagieren, den Anruf ablehnen oder ihn durch das Handy annehmen lassen. Benachrichtigungen erreichen die Smartwatch im WLAN auch außerhalb der Bluetooth-Reichweite des Smartphones. 

Eingehender Anruf
Benachrichtigungen
Antwortmöglichkeiten
Tastatureingabe

Gesundheit und Fitness

Google bietet standardmäßig Google Fit und Fit Training, um die Fitness zu überwachen und Workouts aufzuzeichnen. Wer die beiden nutzen möchte, findet Infos dazu in unserem Test zur Moto 360

Mobvoi installiert ab Werk zwei eigene Apps: TicGesundheit für die Fitnesskontrolle und TicÜbung für Workouts. Zusätzlich kann man auf dem Smartphone optional die App "Mobvoi" installieren; sie verwaltet die herstellereigenen Audio- und IoT-Devices und bietet in Verbindung mit einer TicWatch Analysen zu den Workouts und zur allgemeinen Fitness. Reichte bis hierher das Google Konto, benötigt man für die Mobvoi App einen Account auf dem Server des Herstellers. 

Bewegung und Fitness

Die App TicGesundheit protokolliert über den Tag den Herzschlag und verschiedene Werte für das Erreichen der gesteckten Bewegungsziele. Allerdings merkte sich das Testgerät keine User-Daten und fragte wiederholt Geschlecht, Geburtsdatum und Gewicht ab. Daran änderte auch das Speichern und nochmalige Verknüpfen des Profils über das Smartphone nichts.

Fortschrittsanzeige und Tagesprotokoll
Fortschrittsanzeige und Tagesprotokoll
Tagesprotokoll in der Smartphone-App
Aktivitätsprotokoll
Verlauf der Herzfrequenz

Sport

Über die Smartphone-App kann man sein Mobvoi Konto mit Runkeeper und Strava verbinden, so dass abgeschlossene Workouts automatisch dorthin gelangen. Workouts startet man über die App TicÜbung auf der Smartwatch. Zur Wahl stehen Lauf- und Rad-Training, Workouts mit Gewichten, auf dem Heimtrainer, Laufband oder Rudergerät, Spaziergänge und Schwimm-Training.

Die zu Grunde liegende Zertifizierung nach IP68 besagt im Grunde nur, dass die Uhr Tauchbäder für bis zu 30 Minuten in bis zu 1,5 m tiefem, klaren Wasser übersteht. Mehr Sicherheit geben Uhren, die nach der ISO-Norm 22810:2010 zertifiziert sind und demnach einem Wasserdruck von bis zu 5 ATM standhalten. In flachem Gewässer kann man die TicWatch durchaus tragen. Mobvoi installiert sogar ein Schwimmprogramm, das automatisch den Bildschirm sperrt, und das sich mit Angaben wie der Bahnlänge parametrisieren lässt.

Mobvoi nutzt nicht die Tasten, um ein Workout zu starten und zu beenden, sondern virtuelle Tasten auf dem Display. Das ist allgemein weniger komfortabel. Beim Outdoor-Training verarbeitet die TicWatch C2+ die Signale der Satellitensysteme GPS, GLONASS und Beidou und hält das Lauftraining automatisch an, wenn man stehen bleibt. Nach dem Training zeigt sie die Herzfrequenz während des Trainings und weitere für die jeweilige Sportart relevante Werte.

TicGesundheit
TicGesundheit
Trainingskalender
Trainingskalender
Trainingsübersicht
Trainingsübersicht
Trainingsprotokoll (Laufen)
Trainingsprotokoll in der Smartphone-App

Laufen, flottes Gehen und Fahrradfahren erkennt und protokolliert die TicWatch C2+ auf Wunsch automatisch. Die Option erhöht den Akkuverbrauch und ist daher zunächst inaktiv. Man findet sie in den Einstellungen von TicÜbung auf der Uhr. Automatische Aufzeichnungen erfolgen ohne GPS, fließen aber in die Trainingsübersicht und das Tagesprotokoll ein.

Akku und Laufzeit

Der Akku der TicWatch ist mit 400 mAh stärker als bei der Moto 360 (355 mAh). Mobvoi nennt eine Laufzeit von bis zu 48 Stunden. Der Test fiel in einen sonnigen Zeitraum, nicht immer wurde beim Wechsel von draußen nach drinnen die Helligkeit zeitnah wieder reduziert und der Akku somit etwas mehr belastet als nötig gewesen wäre. Mit einem einstündigen Training im Freien war die C2+ zwar abends noch nicht leer, aber spätestens am nächsten Morgen. Ohne Veranlassung, die Zeit zu protokollieren, hängt man sie eher noch am Abend desselben Tages wieder ans Netz. Ohne GPS-gestützte Workouts sind durchaus bis zu 36 Stunden drin – also bis zum Abend des Folgetages, wenn man die Uhr morgens vom Strom trennt. 

Fazit

TicWatch C2+ zur Verfügung gestellt von Mobvoi

Die TicWatch C2+ ist eine hübsche und intelligente Smartwatch. Der Preis ist allerdings hoch angesetzt, zumindest hinsichtlich der UVP von 210 Euro: Gegenüber anderen aktuellen Wearables ist der Prozessor schwächer und die Zahl der Sensoren geringer. 

»Das zusätzliche Silikonarmband verwandelt die Smartwatch von einem eleganten Zeitnehmer mit Lederband in eine sportlichen Uhr, die man auch beim Schwimmen tragen kann.«

Die automatische Bewegungserkennung funktionierte im Test zuverlässig und erfasste auch kürzere Wege mit dem Rad ohne weiteres Zutun. GPS und die Möglichkeit, die TicWatch C2+ mit einem Headset zu verbinden, um Musik offline zu hören, machen sie beim Sport unabhängig vom Smartphone. Während die Trainings-App von Mobvoi gefiel, ist die Handhabung beim Sport allerdings wenig komfortabel. Das betrifft sowohl die nicht-automatische Helligkeitsregulierung als auch das Starten und vor allem Beenden von Workouts über den Touchscreen anstelle einer Taste. 

Zahlreiche Apps aus Googles Play Store eröffnen viele weitere Möglichkeiten. Wer sich an der schwachen Laufzeit von 1-2 Tagen stört, wird sich allerdings generell gegen eine Uhr mit Googles WearOS entscheiden müssen. 

Preisvergleich

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Autor: Inge Schwabe, 30.07.2020 (Update: 30.07.2020)
Inge Schwabe
Anders als viele Techies fand ich nicht durch einen C64 oder dergleichen zur Technik; mich hat vielmehr der letzte Meter Kupferdraht fasziniert, über den ein Freund am anderen Ende der Leitung so glasklar zu hören war. Ich studierte Informatik und verfolgte danach über viele Jahre begeistert die Entwicklung des Telefons zum Smartphone. Aktuell werden Innovationen weniger, ihnen auf den Grund zu gehen aber bleibt spannend und interessant.