Notebookcheck

Test Preview – Alienware M11x Performance Check

Von: J. Simon Leitner 23.02.2010

Pocket Gamer.

Einige Hersteller haben sich in der Sparte der ultramobilen Gaming Notebook bereits versucht, wirklich erfolgreich war bislang keiner. Mit dem M11x nimmt jetzt auch Alienware Anlauf, ein Gaming taugliches Subnotebook im 11.6-Zoll Format zu kreieren. Eine übertaktete Intel Core C2D UL Stromspar CPU und die potente Geforce GT 335M sollen dabei für die nötigen Frameraten sorgen. Wie diese Kombination performt, das lesen Sie hier.

Alienware M11x

Es dauerte nicht besonders lang, schon wurden die Rufe nach mehr Grafikpower in den in Mode gekommenen Netbooks laut. Zumindest einfache Games und auch HD-Content sollten die Billigrechner, zumindest einer beachtlichen Anzahl an Multimedia-Anhängern zufolge, schaffen können. Nvidia nahm sich der Sache an und brachte mit der ION-Plattform eine Kombination aus Intel Atom CPU und eigentlich sehr vielversprechender Geforce 9400M G Grafik auf den Markt. Schnell stellte sich allerdings heraus, dass bei vielen Anwendungen, insbesondere Games, die CPU zum limitierenden Faktor wurde. Auch wenn ION 2 in den Startlöchern steht, sollte sich an diesem Verhältnis, wohl auch aufgrund der nicht nachvollziehbaren Leistungssteigerung der neuen Intel Atom Chips, nichts ändern.

Bis herunter zum 13-Zoll Format wagten sich bereits einige Hersteller mit performanten Konfigurationen. Zu nennen wäre hier unter anderen etwa das Dell XPS 13 oder aber das LG P310 mit C2D CPU und Nvidia Geforce 9600M GT Grafik. Die Leistung der Rechner ging über bestenfalls Mittelklasse Niveau allerdings nicht hinaus und die mobilen Eigenschaften wie etwa die Akkulaufzeit litten stark unter der Ausstattung.

Alienware entwickelte nun als Abgrenzung ihrer Gaming-Produktpalette nach unten hin ein ultramobiles Notebook im 11-Zoll Format. Die Verbindung von Gaming Power und maximaler Mobilität soll dabei eine übertaktete Core 2 Duo SU CPU und eine Geforce GT335M GPU schaffen, wobei auf Bedarf auch auf die integrierte Intel GMA 4500M HD Grafiklösung gewechselt werden kann. Ein spannendes und sicher nicht einfach umzusetzendes Konzept, gilt es doch auch Kriterien wie etwa Kühlung und Geräuschemissionen in den Griff zu bekommen. Allerdings, wer außer dem Gaming Spezialisten Alienware könnte diesen schwierigen Spagat überhaupt  schaffen?

Folgend unsere ersten Eindrücke mit einem nahezu finalen Pre-Sample. Einen wie gewohnt umfassenden Testbericht finden Sie in den kommenden Tagen auf notebookcheck.com.

Gehäuse, Verarbeitung und Ausstattung

Zwar nur rund halb so groß wie seine Kollegen M15x und M17x, zeigt der Kleinste der Runde ein nahezu identes Alien-Design. Nicht nur die Optik, auch hinsichtlich Materialität steht dieser den größeren Kollegen um nichts nach. Das Gehäuse besteht aus massiven Aluminium Bauteilen, die dem kompakten Gamer eine sehenswerte Stabilität verleihen. Positiv wirkt sich hier auch die vergleichsweise dicke Baseunit aus. Mit einer Höhe von rund 33 Millimetern zählt das Notebook zu den „beleibteren“ seiner Gewichtsklasse. Dieses liegt übrigens mit rund 2.0 Kilogramm für den mobilen Einsatz im immer noch attraktiven Bereich.

Alienware M11x
Alienware M11x

In Punkto Verarbeitung können wir selbst dem uns vorliegenden Vorseriengerät bedenkenlos ein „Sehr Gut“ ausstellen. Wackelige Bauteile oder übermäßige Verformungen konnten beim ersten Kontakt mit dem Alienware M11x nicht entdeckt werden.

Positiv fällt wie schon bei den getesteten Kollegen das aufgeräumte System auf. Lediglich ein Tool für die Webcam und das bekannte Communication Center finden sich beim Start auf dem Desktop. Damit sollte maximale Performance ab der ersten Minute an garantiert sein.

Die Verpackung unseres Presamples ist vermutlich noch nicht repräsentativ für die Auslieferungsgeräte. Über die schwarze Samtschutzhülle mit dem Alienware Schriftzug durften wir uns aber schon freuen. Sonstiges Zubehör suchten wir vergebens.

Alienware M11x
Alienware M11x
Alienware M11x

Wie sieht es Anschlusstechnisch aus bei dem jüngsten Sprössling der Gamer-Reihe?
An der Vorderkante bleibt wie schon gehabt kein Platz für irgendwelche Schnittstellen – zu wichtig ist diese für die Gestaltung und das optische Auftreten des Notebooks. Einen Schwerpunkt bei der Platzierung der Ports setzt Alienware auf die linke Seitenkante, die eine Mehrzahl der gebotenen Ports aufnimmt.
Neben VGA, HDMI- und Displayport findet man hier noch eine USB Schnittstelle, den LAN Port, Firewire, einen Cardreader und einen 34mm Expresscard-Slot. Die rechte Gehäuseseite nimmt im vorderen Bereich die Audio Schnittstellen (2x Kopfhörer, Mikrofon) und zwei weitere USB 2.0 Ports auf. Die Rückseite beherbergt letztlich noch den Netzanschluss.
Abgesehen von einer unter Umständen hilfreichen USB/eSATA Kombi kann das Schnittstellenangebot des Mini-Gamers damit als vollständig bezeichnet werden.

Alienware M11x
Alienware M11x
Alienware M11x

Typisch Alienware präsentiert sich auch die Tastatur. Genutzt wird die gesamte Breite des Gehäuses, was auch im 11-Zoll Format eine ausreichend große Tastengröße garantiert. Auffällig bei unserem Testgerät war das englische Layout mit einzeiliger Enter Taste. Bei den Serienmodellen sollte allerdings auch ein deutsches Layout verfügbar sein.

Alienware M11x
Alienware M11x

Optisches Highlight ist wie schon so oft bei den Alienware Modellen die individuell einstellbare Beleuchtung des Notebooks.  Über das Command Center lassen sich die Farben der einzelnen LEDs anpassen. Tastatur, die Lautsprecheröffnungen an der Vorderkante oder aber die Alienware Logos leuchten dann in der Wunschfarbe des Besitzers.

Display

Alienware/Dell setzt beim Display auf ein 11.6-Zoll Panel mit einer maximalen Auflösung von 1366x768 Pixel (720p HD-reday). Optisch präsentiert sich das Panel im spiegelnden Edge-to-Edge Design, sprich einer reflektierenden Platte über die gesamte Bildschirmbreite, über die Abmessungen des Panels hinaus.

Unsere ersten Messungen bescheinigen dem Panel durchschnittliche Werte. So lag die maximale Helligkeit im zentralen Displaybereich bei lediglich 175.6 cd/m² und auch die Ausleuchtung mit 83.5% sowie das maximale Kontrastverhältnis von 217:1 sind nicht gerade Spitzenwerte.
Subjektiv machte unserer Meinung nach vor allem die mäßige Helligkeit zu schaffen. Die Glare Oberfläche zauberte so auch in Innenräumen bei durchschnittlichen Lichtverhältnissen störende Spiegelungen ins dargestellte Bild. Etwas mehr Helligkeit hätte hier sicher nicht geschadet, insbesondere, wenn man über einen mobilen Einsatz des Notebooks, und damit oft einhergehenden ungünstigen Umgebungslichtsituationen nachdenkt.

Leistung

Intel C2D SU7300@1.6 GHz
Intel C2D [email protected] GHz

Grundsätzlich stoßen Gaming Notebooks und Multimedia Boliden beinahe immer mit ihrer verbauten Grafiklösung an ihre Performancegrenzen. Diese Tatsache hat sich Alienware offenbar zu Herzen genommen, und versucht sich erstmals an einer Kombination einer vergleichsweise schwachbrüstigen Intel Core 2 Duo SU-Stromspar CPU mit einer durchwegs potenten Grafikkarte. Der  SU7300 Chip verfügt über zwei physische Kerne und zeigt eine Grundtaktung von 1.3 Ghz. Mit einer TDP (Thermal Design Power) von gerade einmal 10W liegt der Chip an sich 2-3 Mal unterhalb üblicher Core 2 Duo Chips bzw. den neuen Core i Prozessoren. Alienware übertaktet den Prozessor in unserem Testsample von Werk aus auf 1.6 GHz.

Nicht nur bei der zentralen Recheneinheit, auch bei der Grafiklösung hat sich Alienware Gedanken über eine optimale Gewichtsverteilung zwischen Mobilität und Performance gemacht. So findet man im M11x sowohl eine integrierte Intel GMA 4500M HD Grafiklösung als auch eine eigenständige Nvidia Geforce GT 335M Grafikkarte mit 1 GB GDDR3 Videospeicher.
Das Wechseln zwischen den beiden Grafikkarten bleibt dem User überlassen, der auf Bedarf mit der entsprechenden Tastenkombination zwischen den beiden GPUs switchen kann. Die Nvidia Optimus Technologie wird vorerst nicht unterstützt. Abgesehen von einem kurzen Verdunkeln des Displays funktioniert der GPU Wechsel unproblematisch. Allerdings müssen dafür offene Anwendungen geschlossen werden, ein Neustart des Systems ist nicht notwendig.

Von der GMA 4500M HD
lässt sich per Tastenkombi
zur Geforce GT 335M wechseln

Was die Gaming Gemeinde nun wohl brennend interessiert, ist die Performance dieses mitunter ungewöhnlichen Systems. Einen ersten Einblick gibt hier wie immer der bekannt-bewährte 3D Mark 2006 Benchmarktest. Gebencht mit einer Auflösung von 1280x1024 (zwecks Vergleichbarkeit) erreichte das System 5982 Punkte. Damit platziert sich das Notebook in etwa auf einer Ebene mit dem Aspire 5739G (P7350/GT240M), dem Toshiba A500 (P7350/ATI HD4650) bzw. knapp unter dem Sony Vaio VPC-F11Z1 (720QM/GT330M) und dem Samsung R580 (520M/GT330M) – Allesamt Multimedia-Boliden der gehobenen Mittelklasse.
Bei einer Auflösung von 1280x768 (int. Display) steigerte sich der erreichte Wert auf 6462 Punkte.

3DMark 2001SE Standard
18481 Punkte
3DMark 03 Standard
18130 Punkte
3DMark 05 Standard
9798 Punkte
3DMark 06 Standard 1280x768
6462 Punkte
3DMark Vantage P Result
2697 Punkte
Hilfe
Inside M11x:
Inside M11x:
RAM/CPU/GPU
RAM/CPU/GPU
HDD
HDD
Akku
Akku

Soweit, so gut – Was für den spielebegeisterten User allerdings zählt, ist die praktische Performance bei aktuellen Games. Wir haben für eine erste Klassifizierung einige aktuelle Titel gebencht, wahlweise in-game oder, sofern vorhanden, mit einem integrierten Benchmarktest.

Call of Duty – Modern Warfare 2

Der aktuelle und beliebte Shooter lief im praktischen Test beim Anspielen der ersten Mission bis hin zu hohen Grafikeinstellungen überwiegend flüssig wenn auch meist an der Grenze zur 30-Fps Marke und mit Einbrüchen auf rund 15 Fps zufolge besonderen Grafikeffekten. Ein Zurücknehmen der Auflösung als auch der Grafikdetails brachte nur eine minimale Steigerung der Framerate mit sich.
Vergleicht man die erreichten Werte mit anderen von uns getesteten Grafiklösungen (Spieleleistung mobiler GPUs), lässt sich beobachten, dass die GPU bei hohen Grafikeinstellungen wie erwartet auf dem Niveau zwischen einer Geforce 9700M und der beliebten HD 4650 liegt. Bei mittlerer Detailstufe hängt das Alienware M11x etwas nach, was vor allem auf das Konto der eingesetzte SU 7300 CPU gehen sollte.

Performance Call of Duty Modern Warfare 2
Performance Call of Duty Modern Warfare 2

Colin McRae Dirt 2

Ein ähnliches, wenn auch wesentlich konstanteres Bild zeichnet sich im integrierten Benchmarktest von Colin McRae Dirt 2 ab. Auch hier drücken hohe Grafikvoreinstellungen die Performance des Systems auf knapp über 30 Fps. Allerdings blieben im Benchmarktest die bei CoD beobachteten Einbrüche aus und auch bei hohen Einstellungen lief das Spiel ausreichend flüssig.

Performance Colin McRae Dirt 2
Performance Colin McRae Dirt 2

Emissionen

In ein kleines Gehäuse potente Hardware zu stecken ist eine Sache, diese auch entsprechend zu kühlen und dabei sowohl die Gehäusetemperatur als auch die Lüfterlautstärke im Griff zu behalten, eine Andere.
Gut gefallen hat das Alienware M11x schon mal im Idle Betrieb. Hier bleibt der Lüfter bei deaktivierter Nvidia Grafik nur geringfügig und konstant auf kleinem Niveau hörbar. Beim Gamen und aktiver dedizierter Grafik wird dieser schon etwas auffälliger, kann aber trotzdem mühelos verkraftet werden.

Positiv überrascht wurden wir von den Erwärmungen des Gehäuses. Im Office Betrieb blieb die Baseunit erstaunlich kühl und selbst unter Last hielt sich die Erwärmung mit einem Hotspot an der Unterseite des Notebooks von 43°C in Grenzen.

Alienware M11x
Alienware M11x

Fazit

Asus G73Jh

Betreffend Chassis des Alienware M11x konnte das Gerät schon nach wenigen Stunden Betrieb überzeugen. Die kompakten Abmessungen und das humane Gewicht erlauben einen bedenkenlosen mobilen Einsatz des Notebooks. Nicht überzeugt hat leider das Display, das sich auch subjektiv zu wenig hell gibt und damit bei ungünstigen Umgebungslichtverhältnissen durch auftretende Spiegelungen und Reflexionen nervt.

Was die Leistung des 11.6-Zoll Winzlings angeht, so darf man in Anbetracht der Größenordnung des Notebooks auf jeden Fall von einem Erfolg sprechen. Die Performance ist vergleichbar mit jener gut ausgestatteter 15-Zoll Multimedia Notebooks. Gaming Enthusiasten werden wohl nicht unbedingt glücklich werden mit dieser Leistung, für unterwegs, wenn auch etwas eingeschränktere Grafikdetails in Ordnung gehen, taugt das Notebook aber auf jeden Fall. Hohe Details sind abhängig von dem jeweiligen Spieletitel möglich bzw. zu Gunsten einer geringfügig besseren Framerate mit geringen Einschränkungen zu empfehlen.

Einen gewohnt umfangreichen Testbericht, der sich nochmals auf ausführlichste mit der Gaming Performance, den Emissionen und auch der Akkulaufzeit des kompakten Gamers beschäftigt, finden Sie in wenigen Tagen hier auf notebookcheck.com.

Alienware M11x - coming soon on notebookcheck.com
Alienware M11x - coming soon on notebookcheck.com
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Autor: Simon J. Leitner, 23.02.2010 (Update:  6.06.2013)
J. Simon Leitner
J. Simon Leitner - Founder, Editorial Director - @simleitner
Nach meinem Studium an der TU-Wien widmete ich mich als Mitbegründer vollends dem Projekt Notebookcheck. Seit Commodore C64 und Atari 1040 ST sind Computer fester Bestandteil meiner täglichen Aktivitäten. Meinen Energieausgleich finde ich vor allem bei sportlichen Aktivitäten in freier Natur.