VW Zwickau startet industrielle Demontage von Altfahrzeugen

Volkswagen hat im sächsischen Fahrzeugwerk Zwickau die erste industrielle Demontagelinie des Konzerns in Betrieb genommen. Neben der Fahrzeugproduktion werden dort künftig auch Fahrzeuge zerlegt, um Originalserienteile und Rohstoffe zurückzugewinnen.
Die Fakten im Überblick:
- Ab 2027 zerlegt die acht Takte umfassende Linie 4.100 Fahrzeuge pro Jahr im Zweischichtbetrieb; 100 Mitarbeitende wurden umgeschult.
- Bis 2030 ist der Ausbau auf bis zu 15.000 Fahrzeuge jährlich geplant.
- Gebrauchte Originalserienteile sind bereits seit Juli über Händler, Werkstätten und Teilehändler im Vertrieb.
Demontage mit Serientechnik
Die Anlagentechnik wurde in neun Monaten installiert und damit drei Monate früher fertiggestellt als geplant. Unter anderem wurden 1.200 Quadratmeter Boden neu beschichtet, 94 Tonnen Stahl verbaut und 100 Meter Hochstromlinien für Logistikprozesse montiert. Technik aus der Fahrzeugfertigung fand ebenfalls Wiederverwendung. Langfristig plant Volkswagen ein europaweites Circular-Economy-Partnernetzwerk.
Kreislaufwirtschaft als Geschäftsmodell
Mit Rezyklat-Quoten ab 2032 für Kunststoffe und weitere Rohstoffe in Europa benötigt die Industrie skalierbare Prozesse. Perspektivisch soll der wiedergewonnene Kunststoff eines Altfahrzeugs für drei Neuwagen reichen. In das Kompetenzzentrum Zwickau fließen bis zu 90 Millionen Euro, der Freistaat Sachsen fördert mit bis zu 10,7 Millionen Euro. Datenplattformen und KI-Anwendungen sollen Materialflüsse und Recyclingprozesse nachverfolgen und steuern. Der Geschäftsbereich soll bis zu 1.000 Menschen beschäftigen.
Quelle(n)
Volkswagen (1), Volkswagen (2) Bildquelle Volkswagen





