Die weltweiten PC-Auslieferungen sind im dritten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr um ein Fünftel gesunken. Lieferengpässe und steigende Preise haben die Nachfrage geschwächt. Auch gegenüber dem zweiten Quartal sind die Stückzahlen zurückgegangen, obwohl das dritte Quartal üblicherweise stärker ausfällt. Damit haben die Auslieferungen im zweiten Quartal in Folge abgenommen.
Laut dem Marktforschungsunternehmen IDC sind die Auslieferungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 20,1 Prozent von 78,5 Millionen auf 62,7 Millionen Geräte gesunken. Der Einbruch fällt deutlich stärker aus als der Rückgang um 3,8 Prozent im zweiten Quartal. Gegenüber dem Vorquartal haben die Auslieferungen zudem um 9,1 Prozent nachgegeben. Das ist für ein Quartal ungewöhnlich, in dem der Schuljahresbeginn normalerweise die Nachfrage belebt.
IDC führt den Einbruch vor allem auf den vorgezogenen Aufbau von Lagerbeständen zurück. PC-Hersteller und Händler haben Anfang des Jahres zusätzliche Ware eingekauft, um Preissteigerungen infolge höherer Speicherkosten zuvorzukommen. Das hat die Auslieferungen im ersten Halbjahr erhöht, zugleich aber Nachfrage aus der zweiten Jahreshälfte vorgezogen. Im dritten Quartal ist dadurch kaum Spielraum für den üblichen saisonalen Anstieg geblieben.
Verschärft wird die Lage durch das hohe Preisniveau bei PCs. Laut IDC zählen Lieferprobleme und steigende Kosten durch den Ausbau von KI-Rechenzentren zu den wichtigsten Belastungsfaktoren für den Markt.
Die Distributoren versuchen nun, ihre zusätzlichen Lagerbestände zu verkaufen. Die hohen Preise schrecken jedoch Käufer ab. Kurzfristige Rabattaktionen sind möglich, insgesamt dürften die Preise aber für den Rest des Jahres 2026 und bis ins Jahr 2027 hinein deutlich über dem Vorjahresniveau bleiben. Bevor sich die Lage verbessert, dürfte sie sich zunächst weiter verschärfen.
"Angesichts der schlechteren gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen besteht die Gefahr, dass sich die Aussichten für die nächsten Quartale zunächst weiter eintrüben, bevor eine Besserung eintritt", erklärt Jitesh Ubrani, Forschungsdirektor für Geräte im Privatkundensegment bei IDC.
Der Rückgang hat alle großen PC-Hersteller betroffen, allerdings in unterschiedlichem Ausmaß. Lenovo hat mit 14,9 Millionen ausgelieferten Geräten und einem Marktanteil von 23,8 Prozent seine Spitzenposition behauptet, obwohl die Auslieferungen gegenüber dem Vorjahr um 22,6 Prozent gesunken sind. HP Inc. hat unter den fünf größten Anbietern mit einem Minus von 30,9 Prozent den stärksten Einbruch verzeichnet. Bei Dell sind die Auslieferungen um 25 Prozent auf 7,6 Millionen Geräte zurückgegangen. Apple hat sich vergleichsweise stabil gehalten, mit einem Rückgang um 11,3 Prozent auf 5,9 Millionen Geräte. Asus hat 5,5 Millionen PCs ausgeliefert, 8,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
| Hersteller | 3Q26 Auslieferungen in Millionen | 3Q26 Marktanteil | 3Q25 Auslieferungen in Millionen | 3Q25 Marktanteil | 3Q26/3Q25 Wachstum |
| Lenovo | 14,9 | 23,8% | 19,3 | 24,6% | -22,6% |
| HP | 10,3 | 16,5% | 15,0 | 19,1% | -30,9% |
| Dell | 7,6 | 12,1% | 10,1 | 12,9% | -25,0% |
| Apple | 5,9 | 9,5% | 6,7 | 8,5% | -11,3% |
| Asus | 5,5 | 8,7% | 6,0 | 7,6% | -8,6% |
| Andere | 18,4 | 29,4% | 21,4 | 27,3% | -14,0% |
| Total | 62,7 | 100,0% | 78,5 | 100,0% | -20,1% |
Lenovo, HP und Dell haben zusammen 4,2 Prozentpunkte Marktanteil gegenüber dem Vorjahreszeitraum verloren, da ihre Auslieferungen stärker zurückgegangen sind als der Gesamtmarkt. Apple und Asus haben ihre Marktanteile dagegen trotz gesunkener Stückzahlen ausgebaut.







