Update: WhatsApp hat uns am heutigen 17.6. über die zuständige PR-Agentur Segmenta wegen unseres gestrigen Artikels angeschrieben. Laut ihnen ist die Darstellung von noyb nicht korrekt, Werbung ist per Default nicht personalisiert. Mehr Informationen dazu stellt WhatsApp unter diesem Link bereit. Die Agentur übermittelt folgende Stellungnahme eines WhatsApp-Sprechers:
"NOYB’s statement is inaccurate. It ignores the careful steps we've taken to protect the privacy of people's messages and put ads on a separate tab. We are confident our plan is in line with legal requirements around the world, including the EU. If Schrems cares about people’s privacy, he should spend more time fighting to protect end-to-end encryption which is under threat in Europe.”
Frei übersetzt vom Autor: "Das Statement von Noyb ist nicht richtig. Es ignoriert die sorgfältig ausgewählten Schritte, die wir unternommen haben, um die Privatsphäre der Nachrichten unserer Nutzer zu schützen und Werbung auf einen separaten Tab zu schalten. Wir sind davon überzeugt, dass unser Plan mit den gesetzlichen Voraussetzungen überall in der Welt übereinstimmt, auch in der EU. Wenn Schrems (Max Schrems, Vorstandsvorsitzender von noyb, Anmerkung des Autors) sich um die Privatsphäre der Menschen sorgt, sollte er mehr Zeit dafür aufbringen sich für den Erhalt der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einzusetzen, die in Europa gerade attackiert wird."
Ursprünglicher Artikel:
Datenschützer, allen voran die Organisation noyb („none of your business“) stehen schon lange im Zwist mit dem Facebook-Mutterkonzern Meta. Der Streit führte bereits mehrfach zu Beschwerden und sogar Gerichtsverfahren. Beispielsweise wegen der Weigerung von Meta bei seinen Diensten Facebook und Instagram eine freiwillige Einwilligung derer Nutzer einzuholen. Stattdessen setzt Meta auf ein von noyb als „Pay or Okay“-System, bei denen die Nutzer quasi zur Einwilligung gedrängt werden und ansonsten für die Wahrung ihrer Privatsphäre zahlen sollen.
Die dabei gesammelten Daten nutzt Meta vor allem für das Geschäftsmodell der personalisierten Werbung, welches nun auch auf ihren Messenger-Dienst Whats-App ausgedehnt werden soll. WhatsApp bekommt also Werbung, personalisierte Werbung, bei der Nutzerdaten auch aus anderen Meta-Accounts zur Analyse herangezogen werden.
Wie dabei genau die Einwilligung zur Werbung bei WhatsApp aussehen soll, können sich die Datenschützer schon denken. Vermutlich wird Meta sein „Pay or Okay“-Modell wohl auch beim Nachrichtendienst durchsetzen, sofern die Behörden dem nicht doch noch einen Riegel vorsetzen. Aber auch in einem solchen Fall hat sich Meta als äußerst „kreativ“ zum Leid seiner Nutzer erwiesen, was die Umgehung etwaiger Regeln betrifft.
Das ist laut noyb weiterhin nicht mit der DSGVO vereinbar, die eine freiwillige Nutzereinwilligung vorsieht. Strafgebühren bei Nicht-Zustimmung ständen dem entgegen. Insbesondere seit der Wahl Trumps setzen sich US-Unternehmen und insbesondere Meta verstärkt gegen Europäisches Datenschutzrecht hinweg. So hatte Meta auch bekanntgegeben, dass man EU-Daten für das KI-Training verwenden werde, ohne die Nutzer um ihre Zustimmung zu bitten.
Noyb will den neuen Vorstoß nun eingehend prüfen und erwägt ein Verfahren gegen Meta einzuleiten. Gleichzeitig kritisieren die Datenschützer die staatlichen Behörden. Metas Verstöße sind seit Jahren bekannt, dennoch werden kaum Strafen verhängt, Verfahren hängen teils jahrelang in der Luft. Noyb empfiehlt einmal mehr vom datenschutzfeindlichen Monopolisten zu einer der Alternativen wie Signal zu wechseln.















