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WhammyPhone: Wenn das Smartphone zum Musikinstrument wird

WhammyPhone: Wenn das Smartphone zum Musikinstrument wird
Seit etlichen Jahren wird bezüglich der Anwendungsmöglichkeiten flexibler Bildschirme intensiv Forschung betrieben. Nun präsentiert das Human Media Lab der kanadischen Queen’s University erneut einen Prototypen mit erstaunlichen Eigenschaften.

Nach PaperWindows, BendFlip, PaperPhone, PaperTab und ReFlex ist WhammyPhone der neueste Streich der Tüftler des Human Media Lab (HML). Das ambitionierte Forschungslabor widmet sich seit mehr als 15 Jahren der Enwicklung neuartiger Interaktionsmethoden zwischen Mensch und Maschine. Spezielle Eye-Tracking Features des Samsung Galaxy S4 (u.a. Smart Scroll, Smart Pause) haben dort ihren Ursprung. Der Name des Prototpys leitet sich ab aus der englischen Bezeichnung für das Tremolo (Whammy Bar), einer Vorrichtung für Gitarren zur Manipulation der Tonhöhe mittels Betätigung eines Hebels.

Das 6 Zoll große, flexible multi-touch OLED Display (FOLED) mit einer Auflösung von 1280 x 720 Pixeln ist mit den Systemkomponenten über eine Folie verbunden. Die Gesamtgröße der Konstruktion liegt bei insgesamt 185 mm x 77 mm. Insgesamt 3 Flexpoint-Sensoren zu jeweils 2 Zoll messen mit einer Frequenz von 76,8 Khz anliegende (physische) Spannungen beidseitig an Fläche und Ecken des Bildschirms. Die erfassten Daten werden über Buetooth an einen PC übertragen.

Ein Demo-Video stellt 3 unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten vor: Zum einen eine virtuelle Elektro-Gitarre, deren Klang über einen virtuellen Röhrenverstärker ausgegeben wird. Der Nutzer kann dabei die Tonhöhe wie beim Saitenziehen oder Einsatz eines Tremolos durch Verbiegen des Displays beeinflussen. Leichtes Umdrücken der Ecken steuert typische Tube-Amp-Effekte. Zum anderen eine virtuelle Violine, die Druck und Bewegung am Display wie an einem Bogen interpretiert und entsprechend überträgt. Die Ecken wurden bei diesem Modul mit einem Vibrato-Effekt gekoppelt. Dritte und letzte Variante erlaubt die intuitive Handhabung einer Sequenzer-Software.

Das WhammyPhone zeigt beeindruckend, wie mittels flexibler Bildschirme menschliche Bewegungsempfindung - ein wichtiges Element im Umgang mit natürlichen Instrumenten - auch an elektronischen Geräten realisiert werden kann. Wie und wann diese Technologie Teil unseres Alltags wird, steht allerdings noch in den Sternen.

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Autor: Eduard Tropea, 24.10.2016 (Update: 24.10.2016)
Florian Schaar
Florian Schaar - Editor
Mein erster Computer war ein Commodore 80386 (IBM kompatibel!). Schon auf diesem fing ich an zu programmieren, mit 3D-Modellen Raumschiffe zu bauen und Videos zu schneiden. Seit dem haben mich die Computer nicht mehr losgelassen und ich habe schließlich das Hobby zum Beruf gemacht. Heute entwickle ich Lernspiele für Kinder auf Android und iOS. Bei Notebookcheck schreibe ich Tests für Notebooks und Handys. So kann ich die neusten Geräte ausprobieren, ohne sie kaufen zu müssen.