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Garmin: Technik zur Smartwatch-Messung des Blutzuckers gezeigt, mit anderem Ansatz - und Relevanz für Diabetiker

Garmin arbeitet an der Messung des Langzeit-Blutzuckers mit optischer Methode (Symbolbild, Bildquelle: Marcus Herbrich)
Garmin arbeitet an der Messung des Langzeit-Blutzuckers mit optischer Methode (Symbolbild, Bildquelle: Marcus Herbrich)
Garmin arbeitet an der Blutzuckermessung am Handgelenk. Dies legt ein nun veröffentlichtes Patent nahe, welches eine entsprechende Sensorik und auch eine Datenverarbeitung beschreibt. Für Diabetiker könnt ein solches System eine große Hilfe darstellen, allerdings gibt es noch Fragezeichen - und um das Messen kommen Betroffene trotzdem nicht herum.

Allem Anschein nach arbeiten verschiedene Unternehmen an einer Messung des Blutzuckerspiegels am Handgelenk. In einem ausführlichen Artikel sind wir bereits auf die physikalischen Hintergründe und auch die Problemstellungen einer solchen Messung eingegangen. Nun ist ein neues Patent (Patentnummer 20250134464, möglicherweise nur über die Suche aufrufbar) von Garmin an die Öffentlichkeit gelangt, welches eine Möglichkeit zur Messung des Blutzuckerspiegels beschreibt - zumindest eines Wertes zur Beschreibung des Blutzuckers.

Konkret spricht das Patent vom HbA1c-Wert. Dieser Wert wird auch als Langzeit-Blutzucker bezeichnet und gibt Auskunft über das Blutzuckerniveau der letzten Wochen. Die Bestimmung des HbA1c ist mindestens bei Typ 1-Diabetikern eine Kassenleistung und dient der Verlaufskontrolle. Gemessen werden mit dem HbA1c-Wert vereinfacht gesagt die roten Blutkörper, die eine nicht mehr reversibel verlaufende, chemische Verbindung mit Glucose eingegangen sind. Die Reaktion wird dabei durch eine hohe Glucosekonzentration im Blut gefördert (man denke an die Stoßtheorie aus dem Chemieunterricht). Wichtig: Aus dem HbA1c-Wert lässt sich natürlich nicht der momentane Blutzuckerwert berechnen, anders herum ist zumindest - mit CGM-Systemen, die den Blutzuckerspiegel kontinuierlich messen - eine Abschätzung möglich.

Das Patent beschreibt letztlich eigentlich eine Druckkompensation für eine Technik namens Puls-Spektrometrie. Der Begriff Spektrometrie zeigt, dass ein gesamtes Spektrum - also die Interaktion zwischen Materie und Strahlung über einen gewissen Bereich der elektromagnetischen Strahlung - aufgezeichnet wird und nicht nur wie etwa bei der Messung der Herzfrequenz oder Sauerstoffsättigung des Bluts mit einer oder einzelnen Wellenlängen gearbeitet wird. Die Auswertung solcher Spektren ist nicht trivial, auf die Datenverarbeitung wird ebenfalls eingegangen. Durch ein von Glucose abweichendes Absorptionsverhalten könnte die Messung des HbA1c-Wertes im Prinzip einfacher realisierbar sein, so dürften für die direkte Messung des Blutzuckerspiegels etwa vergleichsweise aufwendige NIR-Sensoren nötig sein. Ob aus dem Patent wirklich ein Produkt entsteht, ist wie immer noch nicht abzusehen.

Im Patent wird deutlich eine Smartwatch beschrieben (Bildquelle: Garmin)
Im Patent wird deutlich eine Smartwatch beschrieben (Bildquelle: Garmin)
Das Patent beschäftigt sich eigentlich mit einer Druck-Kompensation bei der Puls-Spektrometrie (Bildquelle: Garmin)
Das Patent beschäftigt sich eigentlich mit einer Druck-Kompensation bei der Puls-Spektrometrie (Bildquelle: Garmin)
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Autor: Silvio Werner,  5.06.2025 (Update:  5.06.2025)