1.400 begeisterte Bewertungen in 6 Tagen: Neues gratis Spiel auf Steam erobert mit einzigartiger Mechanik die Charts

Wenn man Control, I'm Not Coming Back startet, merkt man als Erstes, dass sich irgendetwas falsch anfühlt. Aus Gewohnheit legt man die Hände auf die WASD-Tasten, doch eine Taste bleibt völlig ohne Funktion: Es gibt kein S. Man kann sich vorwärts und seitwärts bewegen, aber das Spiel lässt einen nicht umdrehen und denselben Weg zurückgehen, den man gekommen ist. Es dauert eine Minute, bis man begreift, dass das kein Bug ist, sondern der eigentliche Kern des Spiels.
Diese eine fehlende Taste ist der cleverste Kniff in einem Spiel, das ohnehin schon voller cleverer Ideen steckt. Der rund 45-minütige Walking-Simulator, der am 29. Mai kostenlos erschienen ist, versetzt die Spieler in die Rolle eines jungen Kadetten, der nach einem Unfall gestrandet ist und nun durch den Weltraum treibt – mit der Raumsonde Voyager 1 als ungewöhnlichem Begleiter. Die echte Sonde fliegt seit 1977 unaufhaltsam ins All hinaus, wird niemals langsamer und kehrt nie wieder um. Sie ist der perfekte Co-Star für eine Geschichte darüber, wie man weitermacht, wenn es keinen Weg zurück mehr gibt.
Man könnte das Spiel leicht für einen weiteren, netten „Hopecore“-Trend halten. Durch seine Machart gelingt es ihm jedoch, eine ganz eigene Nische zu besetzen. Der Entwickler Desborde nutzt monotone Text-to-Speech-Stimmen, die man sonst eher aus dem Analog-Horror-Genre kennt, und verleiht ihnen einen sanften, fast schon tröstlichen Klang. Es ist eine kleine Nuance, die von den Spielern in den Rezensionen aber immer wieder positiv hervorgehoben wird.
Und das Konzept geht auf: Die Spielerzahlen sprechen für sich. Das Game hat sich sein Publikum auf moderne Weise erarbeitet – ein TikTok-Teaser von Desborde unter dem Hashtag #hopecore sammelte schon vor dem Launch zehntausende Likes, und die Begeisterung war gerechtfertigt. Innerhalb weniger Tage stand das Spiel bei 98 % positiven Bewertungen bei über tausend Rezensionen – eine ungewöhnlich herzliche Resonanz für ein so kurzes und ernsthaftes Werk.
Wer sich durch die Kommentare liest, findet Berichte von Menschen, die das Spiel in einer schwierigen Lebensphase erwischt und ihnen einen Grund gegeben hat, einfach weiterzugehen. Das ist ein riesiges Lob für einen Free-to-Play-Titel.
Es ist definitiv nicht jedermanns Sache. Manche Spieler würden gerne an Orten verweilen, an denen das Spiel sie unbarmherzig weitertreibt. Aber als kleines, aufrichtiges Werk eines winzigen Teams ist es absolut bemerkenswert. 45 Minuten. Kein Weg zurück. Mehr über Control, I'm Not Coming Back kann man hier lesen.











