Gabe Newell verteidigt Steam in Kartellklage – Spieler hätten genügend Alternativen

Valve-Mitgründer Gabe Newell hält sich im Tagesgeschäft von Steam normalerweise weitgehend zurück. Im Jahr 2023 wurde er jedoch von einem Gericht dazu verpflichtet, in einem laufenden Kartellverfahren auszusagen. Wolfire Games hatte das Verfahren 2021 angestoßen und wirft dem Gaming-Riesen vor, eine Monopolstellung zu haben. Newell bestreitet, dass das Unternehmen einen unfairen Vorteil habe, doch Fragen zu möglichen wettbewerbswidrigen Praktiken bleiben bestehen.
Bloomberg veröffentlichte einen ausführlichen Bericht über die rechtlichen Auseinandersetzungen, mit denen Valve in den USA und Großbritannien konfrontiert ist. In den Protokollen des Verfahrens von Wolfire Games argumentiert Newell: „Kunden haben eine enorme Auswahl.“ Er fügt hinzu, dass Käufer selbst entscheiden können:
„Wo sie ihre Produkte kaufen, ob sie das Spiel für eine Xbox kaufen, ob sie es auf Steam kaufen, ob sie es im Epic Games Store kaufen oder ob sie es direkt bei den Softwareentwicklern erwerben.“
Die Gebühr von 30 Prozent, die der Marktplatz von Publishern verlangt, halten Kritiker für überzeugen – darunter auch Epic-Games-CEO Tim Sweeney. Ein weiterer Schwerpunkt der Kartellklage gegen Valve ist die Frage, ob das Unternehmen Einfluss auf die Preisgestaltung in anderen Stores nimmt. Auf Nachfrage erklärte Newell:
„Valve verfolgt weder eine Richtlinie noch eine Praxis, Drittentwicklern von Software Preise auf anderen Plattformen vorzuschreiben.“
Der unkonventionelle Firmenchef lieferte auch auf Nachfrage keine weitere Klarstellung. Unabhängig davon berichten verschiedene Entwickler von Drohungen, Steam-Spiele auszulisten. Kleinere Studios sollen davon abgehalten worden sein, dieselben Titel andernorts günstiger anzubieten. Bloomberg dokumentierte zudem, wie Valve auch das deutlich mächtigere Ubisoft davon abgebracht haben soll, exklusive DLCs außerhalb der Plattform zu verkaufen.
Publisher und Verbraucher sehen Steam mit unterschiedlichen Augen
Eine von Rokky durchgeführte Umfrage ergab, dass 72 Prozent der Branchenvertreter der Aussage zustimmten, dass Valve ein Monopol habe. Das Unternehmen dominiert den Epic Games Store und andere Konkurrenten und soll allein 2025 mehr als 16 Milliarden US-Dollar Umsatz erzielt haben. Viele Spieler bleiben Steam wegen der riesigen Auswahl, regelmäßiger Rabatte und nützlicher Community-Funktionen treu.
Gerichte könnten entscheiden, dass Newells Unternehmen rechtswidrig gehandelt hat, um seine Position zu sichern. Im Zentraum stehen dabei Vorwürfe, Valve hindere Publisher daran, Steam-Spiele in anderen Stores günstiger anzubieten. Sollte Valve eine separate Kartellklage in Großbritannien verlieren, drohen dem Unternehmen Zahlungen von bis zu 900 Millionen US-Dollar an betroffene Käufer.









