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Achtung vor Hardwareschäden: Billig-Wärmeleitpaste aus Korea zerstört CPUs

Die Wärmeleitpaste SGT-4 setzt beim Aushärten Essigsäure frei, was Kupferflächen korrodieren lässt. (Bildquelle: Elias Gamez/Pexels)
Die Wärmeleitpaste SGT-4 setzt beim Aushärten Essigsäure frei, was Kupferflächen korrodieren lässt. (Bildquelle: Elias Gamez/Pexels)
Was zunächst eine preiswerte Alternative zu sein schien, hat sich nun als akute Gefahr für Hardwareschäden entpuppt. Aktuelle Schadensmeldungen wären aber zu vermeiden gewesen. Hardware-Analyst Igor Wallossek hatte nämlich schon vor einem Jahr auf das Risiko hingewiesen.

Die Wärmeleitpaste SGT-4 des koreanischen Herstellers Amech ist wegen ihres günstigen Preises (derzeit 4g für 5,40 Euro auf Amazon) beliebt . Allerdings hatte der deutsche Hardware-Analyst Igor Wallossek schon im vergangenen Jahr auf seinem Technik-Portal Igor's LAB gewarnt, dass die Paste Hardwareschäden hervorrufen könnte. Aktuelle Nutzerberichte aus Südkorea, die massive Korrosionsschäden an Kupferflächen von Kühlern und Prozessoren zeigen, bestätigen nun diese Vorhersage.

Erstes Anzeichen für die potentiell schädigende Wärmeleitpaste ist ihr starker Essiggeruch. Wie Wallossek vergangenes Jahr in einer chemischen Analyse festgestellt hatte, besteht die Paste aus PDMS (Polydimethylsiloxan) und acetoxy-vernetztem RTV-Silikon – eine Kombination, die beim Aushärten Essigsäure freisetzt. Die Säure kann Kupferoberflächen oxidieren lassen, was langfristig zu Kontaktproblemen führt. Zudem zeigte die Paste eine hohe Klebekraft nach dem Einsatz und eine deutlich geringere Wärmeleitfähigkeit als vom Hersteller angegeben.

Beispiele dafür, wie solche Schäden aussehen können, finden sich im südkoreanischen Forum Quasarzone. Mehrere User meldeten dort beschädigte Kühler, weggeätzte CPU-Beschriftungen und in Einzelfällen sogar gesundheitliche Beschwerden durch die verdampfende Essigsäure. Ein Nutzer analysierte die Schäden unter dem Mikroskop und beschrieb „ameisenbauartige Korrosionsstrukturen“, die zu den chemischen Mechanismen passen, die Igor Wallossek bereits dokumentiert hatte. Besonders betroffen sollen Kühler mit unbehandelten Kupferflächen sein. Vernickelte Varianten zeigen sich widerstandsfähiger.

Der Hersteller Amech reagierte wenig transparent und verwies lediglich auf die bestehende RoHS- und REACH-Konformität – Angaben, die nichts über das tatsächliche Korrosionsverhalten aussagen. Auch gegenüber Kunden soll Amech durch unprofessionelle Kommunikation aufgefallen sein. In den Kommentaren unter Wallosseks aktuellem Artikel äußern Nutzer scharfe Kritik und verweisen auf etablierte Alternativen wie Thermal Grizzly Kryonaut (derzeit 1 Gramm für 9 Euro auf Amazon) oder Arctic MX-6 (derzeit 8 Gramm für 9 Euro auf Amazon).

Quelle(n)

Igor's LAB

Bildquelle: Elias Gamez/Pexels

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2025-10 > Achtung vor Hardwareschäden: Billig-Wärmeleitpaste aus Korea zerstört CPUs
Autor: Marius Müller, 20.10.2025 (Update: 20.10.2025)