Euro NCAP-Schock: Chinesen-E-Auto Dongfeng zerlegt sich im Crash, VW-Star feiert 5-Sterne-Sieg, ein VW-Bestseller kassiert nur 3 Sterne

In Europa drängen immer mehr erschwingliche Elektroautos auf den Markt. Die aktuellen Tests der unabhängigen Prüforganisation Euro NCAP zeigen jedoch: Bei der Sicherheit gibt es zwischen den Modellen erhebliche Unterschiede.
Karosserie gibt nach: Dongfeng Box mit schwerwiegendem Strukturmangel
Der Dongfeng Box, ein günstiger E-Kompaktwagen des chinesischen Staatskonzerns Dongfeng Motor Corporation, musste sich mit drei von fünf Sternen begnügen. Dieses alarmierende Ergebnis geht vor allem auf massive Schwächen in der passiven Sicherheit zurück.
Beim Frontal-Offset-Crash, bei dem ein Zusammenstoß zweier Fahrzeuge simuliert wird, hielt die Karosserie nicht stand - mehrere Schweißpunkte brachen auf. Diese Schwachstelle beeinträchtigte die stützende Fahrzeugstruktur so stark, dass sich die Fahrgastzelle verformte. Für die Insassen bedeutet dies ein erhöhtes Verletzungsrisiko. Die Prüfer von Euro NCAP gaben zudem zu bedenken, dass die instabile Karosserie bei Unfällen mit höherer Geschwindigkeit womöglich vollständig versagen könnte.
Weitere kritische Punkte waren:
- Der Fahrerairbag entfaltete sich nicht vollständig, sodass der Kopf des Fahrers das Lenkrad berührte
- Nach dem Aufprall verhinderte der automatische Türmechanismus eine Bergung, was Rettungskräften den Zugang erschwerte
- Es fehlten wirksame Vorkehrungen, um ein Zusammenprallen der Frontinsassen bei einem Seitenaufprall zu verhindern
Mit lediglich 69 Prozent beim Insassenschutz für Erwachsene und 67 Prozent beim Fußgängerschutz bleibt der Box deutlich hinter Konkurrenzmodellen wie dem BYD Dolphin Surf, dem Mini Cooper E oder dem Lynk & Co 02 zurück, die allesamt vier oder fünf Sterne erreichten. Dr. Aled Williams, Programmdirektor von Euro NCAP, betonte, dass das Versagen der Schweißpunkte in dieser wachsenden E-Auto-Kategorie "unbedingt behoben werden" müsse.
Tolles Ergebnis für VW ID.4 mit 5 Sternen im Re-Test - T-Cross fällt zurück
Der Volkswagen-Konzern hatte mehrere Modelle nach den verschärften Protokollen für 2025 neu bewerten lassen, da sich die Lebenszyklen der Verbrenner-Modelle auf der MQB-Evo-Plattform aufgrund der stockenden E-Auto-Einführung verlängert haben.
Das Ergebnis fiel dabei eindeutig aus: Elektromodelle und Premium-Verbrenner konnten überzeugen. Der Volkswagen ID.4 gehörte zu den Modellen, die die Bestwertung von fünf Sternen erreichten. Ebenfalls die Höchstnote erhielten der Audi Q3 (als Neuzugang), der Skoda Octavia und der Volkswagen Golf. Beim ID.4 blieb die Fahrgastzelle im Frontalcrash intakt, und der Insassenschutz wurde durchgehend als gut bewertet, ebenso wie der Schutz von Knien und Oberschenkeln.
Ein populärer Bestseller musste dagegen eine herbe Enttäuschung hinnehmen: Der Verbrenner Volkswagen T-Cross erhielt bei der Neubewertung nur drei Sterne.
Anders als beim Dongfeng Box lagen hier jedoch keine strukturellen Mängel vor. Die Abwertung kam vor allem durch Schwächen bei den Fahrassistenzsystemen und dem Fußgängerschutz zustande:
- Das Notbremssystem (AEB) sprach nicht zuverlässig genug auf Fußgänger, Radfahrer oder Motorräder an
- Nach den neuen, strengeren Kriterien zeigten sich Lücken in der Sicherheitsausstattung
Cadillac Optiq trotzt US-Historie mit Bestnote
Anders als viele US-Hersteller in der Vergangenheit überzeugte der neue Cadillac Optiq in allen Bereichen und erhielt die Höchstwertung von fünf Sternen. Damit positioniert sich das Fahrzeug erfolgreich im Wettbewerb mit deutschen Premiummarken wie Audi, BMW und Mercedes-Benz.
In allen getesteten Kategorien schnitt der Optiq gut ab: 83 Prozent beim Schutz erwachsener Insassen, 81 Prozent beim Kinderschutz, 76 Prozent beim Schutz von Fußgängern und Radfahrern sowie 74 Prozent bei den Sicherheitsassistenten. Dieses Ergebnis fällt besonders auf, da amerikanische Automobilhersteller bei Euro NCAP-Tests bisher häufig schlechter abschnitten - beispielhaft dafür stehen der Ford Mustang mit zwei Sternen (2017) oder der Jeep Wrangler mit nur einem Stern (2018).



























