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Forvia Hella trotzt Autoflaute: Ein Bauteil lässt Elektroniksparte boomen

Das erste Serienprojekt für hochintegrative Front Phygital Shields im amerikanischen Raum integriert das bis dato unternehmensweit längste Lichtmodul (Bild: Forvia Hella).
Das erste Serienprojekt für hochintegrative Front Phygital Shields im amerikanischen Raum integriert das bis dato unternehmensweit längste Lichtmodul (Bild: Forvia Hella).
Die Autoflaute trifft die Branche hart. Doch der Zulieferer Forvia Hella trotzt dem Trend und hält den Umsatz stabil bei 6,0 Milliarden Euro. Was ist das Geheimrezept des Unternehmens? Ein Schlüsselbauteil aus dem Elektronik-Geschäft wird zum heimlichen Krisengewinner und sorgt für massives Wachstum in der Sparte.

Nach der Bekanntgabe der Umsatzdaten für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2025 von Forvia Hella ist klar: Der deutsche Autozulieferer hat ein stabile Entwicklung in einem nach wie vor schwierigen Marktumfeld hingelegt. Die Unternehmensführung zeigt sich zufrieden mit den vorgelegten Zahlen. "Wir haben uns in dieser anspruchsvollen Phase behauptet und unsere Ziele erreicht", so die Einschätzung aus Konzernkreisen.

Elektronik als Wachstumstreiber

Besonders die Fahrzeugelektronik entwickelt sich zum Leistungsträger. Bestimmte Sensorkomponenten - allen voran die Radarsensoren - verzeichnen eine außergewöhnlich hohe Nachfrage, was Experten auf die strategische Weichenstellung des Unternehmens zurückführen. Während andere Zulieferer noch mit den Folgen der Branchenkrise kämpfen, profitiert Forvia Hella hier offenbar von frühen Investitionen in Zukunftstechnologien.

Das Elektroniksegment positioniert sich eindeutig als Wachstumsträger. Der Geschäftsbereich verzeichnete ein kräftiges Plus, angetrieben vor allem durch Komponenten für moderne Assistenzsysteme. Die gestiegene Nachfrage zeigte sich in allen wichtigen Absatzregionen gleichermaßen – bei neuen Kundenprojekten genauso wie bei bestehenden Serienproduktionen.

Dem Unternehmen gelingt es damit, sich mit High-Tech-Produkten im umkämpften Zuliefermarkt zu positionieren. Diese Technologien sind heute gefragter denn je, denn sie tragen wesentlich bei zu Fahrkomfort und Sicherheit. Zusätzlichen Schub brachte die anhaltend hohe Nachfrage nach komfortablen Zugangssystemen und effizienten Energielösungen im asiatischen Raum.

Lichtgeschäft unter Druck

Gegenläufig entwickelte sich dagegen das Geschäft mit Beleuchtungssystemen. Hier verzeichnete das Unternehmen einen deutlichen Rückgang, was sich vor allem auf die geschwächte Fahrzeugproduktion zurückführen lässt. Besonders in Europa wirkte sich diese Entwicklung spürbar aus, verstärkt durch das Auslaufen größerer Kundenprojekte in Übersee.

Der klassische Produktbereich kommt mit den strukturellen Veränderungen nicht wirklich gut klar. Die allgemeine Marktschwäche setzt ihm spürbar zu. Vor allem die traditionellen Geschäftsfelder spüren den Investitionsstau in der gesamten Branche deutlich. Man beobachtet die Entwicklung natürlich aufmerksam und hofft, dass sich die Lage entspannt, sobald sich der Gesamtmarkt erholt.

Lifecycle Solutions mit Lichtblick

Auch im Bereich Aftermarket und Dienstleistungen gingen die Umsätze zurück. Der Hauptgrund: Die Hersteller von Nutzfahrzeugen und Spezialfahrzeugen investieren momentan einfach weniger. Die Land- und Baumaschinenbranche steckt in einer ihrer typischen schwierigen Phasen, was sich direkt auf das Geschäft auswirkt.

Immerhin gibt es einen Silberstreif am Horizont. Seit einiger Zeit zeichnet sich eine leichte Trendwende ab. In den letzten Monaten kam spürbar mehr Schwung in das Geschäft, was zu einer moderaten Belebung führte. Die große Frage ist nun: Wird dieser positive Impuls anhalten und in einen nachhaltigen Aufschwung münden? Das bleibt abzuwarten.

Insgesamt zeigt sich das Unternehmen erstaunlich robust. Die Strategie, auf zukunftsorientierte Technologiefelder zu setzen und gleichzeitig die traditionellen Geschäfte zu pflegen, scheint langfristig aufzugehen – auch wenn es aktuell in einigen Bereichen noch Hürden zu überwinden gilt. Besonders bemerkenswert ist die Fähigkeit, in Wachstumssegmenten zu expandieren und gleichzeitig in anderen Bereichen das Beste aus der Situation zu machen.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2025-10 > Forvia Hella trotzt Autoflaute: Ein Bauteil lässt Elektroniksparte boomen
Autor: Ronald Matta, 17.10.2025 (Update: 17.10.2025)