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Asus Zenfone 6: OnePlus-Killer mit cooler Flip-Kamera für Kreative

Mit seiner Flip-Kamera könnte sich das Asus Zenfone 6 vom Underdog zum OnePlus-Killer entwickeln.
Mit seiner Flip-Kamera könnte sich das Asus Zenfone 6 vom Underdog zum OnePlus-Killer entwickeln.
(Update: Specs online - leider kein Worldphone) Das Zenfone 6 hat das Potential zum OnePlus-Killer und könnte den Smartphone-Underdog populär machen - falls die Hardware und Software hält, was Asus verspricht. Die Flip-Kamera alleine ist eine genaue Betrachtung wert, der Rest ist angesichts der guten Preise ebenfalls höchst interessant.

Fünf Zenfone-Generationen lang war Asus praktisch nicht an der Smartphone-Revolution beteiligt, doch das Zenfone 6 könnte erstmals tatsächlich einen Erfolg einfahren und sogar als OnePlus 7-Killer durchgehen, denn was Asus da heute in Valencia, Spanien präsentiert hat, ist einen genauen Blick wert. Auch 2019 wird es wohl viele unübersichtliche Varianten geben, Update: Aktuell ist nur dieses eine Flaggschiff geplant. Zumindest am heutigen Tag konzentrierte sich das Asus-Team aber Gott sei Dank auf ein Flaggschiff, das schlicht Zenfone 6 heißt und etwas ganz besonderes in den Ring wirft: Die Flip-Kamera.

Mit dieser Innovation erreicht das taiwanesische Ingenieursteam dreierlei. Einerseits ermöglicht es ein notch- und lochfreies und nahezu randloses Frontdesign, aber das kennen wir schon von anderen Smartphones wie zuletzt dem OnePlus 7 Pro. Viel spannender sind die kreativen Möglichkeiten, die sich aufgrund der motorisiert umklapp- und beliebig positionierbaren Flip-Kamera ergeben. Nicht nur steht die volle Power der Dual-Hauptkamera auch für Selfies und Front-Videos zur Verfügung - Asus erwähnt etwa die erstmals in einem Smartphone mögliche 4K/60 Selfie-Video-Option mit EIS - dank der 13-gängigen präzisen Motorsteuerung erlaubt das Zenfone 6 etwa auch alternative Aufnahmewinkel und automatische 180 Grad-Panorama-Aufnahmen.

Die präzise steuerbare 180 Grad-Kamera

So lassen sich beispielsweise Kinder oder Haustiere bequem mit waagrecht gehaltener aber nach vorne zeigender Kamera verfolgen, in dieser Position kann das Zenfone auch ohne Stativ leichter irgendwo stabil positioniert werden. Ein an der Seite integrierter Smart Key ist eigentlich zum Start des Google Assistant da, kann aber zum Kamera-Auslöser werden, die Lautstärketasten übernehmen dann die Steuerung des Kamerawinkels  - und das aus jeder App, die auf die Kamera zugreift. Dazu blendet Asus auch eine Overlay-Steuerung am Display ein. Kreative Zeitgenossen können sich also austoben und haben vollen Zugriff auf eine im 180 Grad-Radius steuerbare, motorisierte Kamera.

Das alles ist natürlich nichts wert, wenn die Dual-Cam selbst nichts taugt und so setzt Asus einerseits auf den mittlerweile weit verbreiteten Sony IMX586 Sensor mit 48 Megapixel Auflösung, Pixel-Binning-Feature und F/1.79 Blende - OIS dürfte aber nicht an Bord sein. Andererseits hat Asus eine 13 Megapixel Ultraweitwinkel-Kamera mit 125 Grad Radius integriert - eine dritte Telefoto-Optik gibt es nicht, denn hier soll stattdessen ein Crop des hochauflösenden 48 Megapixel-Bildes reichen - wobei das natürlich nur funktioniert, wenn das 4-in-1 Pixel-Binning-Feature nicht aktiv ist, wie beispielsweise in Kombination mit dem obligatorischen Nacht-Modus, der hier nun ebenfalls vorhanden ist.

Medium-bis-High-End-Hardware

Wie gut die Kamera wirklich ist, werden natürlich erst die Tests zeigen, zumindest mit den innovativen Ansätzen, die Kreativen einen echten Mehrwert bieten könnten, hat man aber schon ein Alleinstellungsmerkmal in der aktuellen Smartphone-Kamera-Szene. Der Motor soll übrigens aus flüssigem Metall und super-stabil sein -als "Beweis" wurde das Zenfone 6 im Rahmen der Präsentation auch einem Kind übergeben (per Videoeinspielung), sozusagen ein Real-Life-Durability-Test unter verschärften Bedingungen.

Kommen wir zum Abschluss noch zur restlichen Ausstattung, die sich grob am Rest des aktuellen High-End-Marktes orientiert, preislich allerdings im Premium-Midrange-Bereich und damit auf OnePlus 7 (Non-Pro)-Niveau bleibt. Auf Basis eine Snapdragon 855 mit 6 bis 8 GB RAM und 64 bis 256 GB Speicher verbaut Asus ein 6,4 Zoll Full-HD+-Display, allerdings IPS und nicht AMOLED mit 92 Prozent Screen-to-Body-Ratio, 600 nits Helligkeit und Gorilla Glas 6-Schutz. Der Fingerabdrucksensor befindet sich an der Rückseite und nicht im Display, Kopfhöreranschluss, Stereolautsprecher und ein Triple-Slot für Dual-SIM und Micro-SD parallel sind vorhanden. 

Das Ganze dürfte überaus lange durchhalten, denn ein 5.000 mAh Akku, der Quick Charge 4.0-fähig ist, liefert die Energie - laut Asus für zwei volle Arbeitstage oder 21 Stunden Webbrowsing - mal sehen, wielange er hält, wenn man den Kamera-Motor regelmäßig bedient. Zum aktuellen Zeitpunkt sind die Asus-Produktseiten zum Zenfone 6 noch nicht online, wir haben also noch keine Informationen zu Details wie etwa dem verbauten LTE-Modem, Update: Mehr Details zum Modem nun unten. Die Preise stehen allerdings schon fest. Mit 6/64 GB Speicher startet Asus das Zenfone 6 um 499 Euro, die 6/128 GB-Version kostet 559 Euro und für die voll ausgebaute 8/256 GB-Variante verlangen die Taiwanesen 599 Euro - lieferbar ist es ab dem 25. Mai. 

Update 17.05.2019

Mittlerweile hat Asus die Webseiten aktualisiert, eine Produktseite und die Spec-Liste verrät weitere Details, leider nicht alle positiv. Wer beispielsweise ähnlich wie beim OnePlus 7 und OnePlus 7 Pro auf ein weltweit einsetzbares LTE-Modem gehofft hatte, wird enttäuscht: Es gibt drei Modelle (A,B,C) - A ist offenbar für Europäer vorgesehen und unterstützt beispielsweise keine LTE-Bänder, die gern am amerikanischen Kontinent benutzt werden. Hier hat Asus definitiv gespart - für Weltreisende ist der Kamera-Transformer somit wenig sinnvoll: Warum nur, Asus?

Ab sofort ist das Zenfone 6 bereits bestellbar, zumindest für Interessenten aus Deutschland, mehr dazu hier.

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Autor: Alexander Fagot, 16.05.2019 (Update: 17.05.2019)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Editor
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.