Cybersicherheit: Bund und Bayern bündeln Expertise gegen KI-gestützte Cyberangriffe

Die Cybersicherheits-Architektur in Deutschland wird durch eine neue Kooperationsvereinbarung gestärkt: Das BSI und das LSI des Freistaats Bayern haben in Nürnberg eine Vereinbarung zur engeren Zusammenarbeit unterzeichnet. Die Intensivierung des Austauschs zielt darauf ab, die Expertise beider Behörden zu bündeln und auf die aktuellen Herausforderungen der digitalen Welt auszurichten.
Zu den vereinbarten Maßnahmen gehören der regelmäßige Austausch auf Leitungsebene, die Organisation von Informationsveranstaltungen des BSI sowie gegenseitige Hospitationen von Fachexperten. Im Zentrum der gemeinsamen Arbeit steht die Verbesserung der Informationssicherheit in den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI) und Cloud Computing.
BSI-Präsidentin Claudia Plattner betonte in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit des Schulterschlusses:
"Angreifer im digitalen Raum kennen weder Landes- noch Ländergrenzen. Um den Gefahren... wirkungsvoll zu begegnen, ist es von entscheidender Bedeutung, dass relevante Akteure vertrauensvoll, pragmatisch und auf Augenhöhe ihre Kompetenzen bündeln. Daher freut es uns sehr, dass das LSI mit seiner herausragenden Expertise eine engere Kooperation mit dem BSI anstrebt."
Der bayerische Finanz- und Heimatminister Albert Füracker ergänzte, das Ziel sei klar:
"Wir wollen unsere staatlichen IT-Systeme konsequent schützen und unsere Kommunen sowie insbesondere öffentliche Betreiber kritischer Infrastrukturen bestmöglich unterstützen... Zugleich profitieren wir von der engen Zusammenarbeit mit dem BSI – eine Win-Win-Situation für beide, vor allem zum Schutz der Daten unserer Bürgerinnen und Bürger."
Hintergrund: Warum die Bündelung der Cyber-Kräfte jetzt nötig ist
Die Notwendigkeit einer engen Bund-Länder-Kooperation ergibt sich aus der konstant hohen Cyber-Bedrohungslage in Deutschland. Experten stellen fest, dass Cyberangriffe zunehmend professioneller und gezielter werden.
Laut jüngsten BSI-Berichten stellt die wachsende Nutzung von KI durch Angreifer eine der größten Herausforderungen dar. KI-gestützte Angriffe können Phishing-Mails perfektionieren, Schwachstellen in Software schneller finden und die Reaktionszeit der Verteidiger massiv verkürzen. Die enge Kooperation zwischen BSI und LSI soll genau diese neuen Risikofelder, insbesondere in der Cloud-Umgebung, besser absichern.
Das BSI fungiert als zentrale Cyber-Sicherheitsbehörde des Bundes. Es berät die Bundesregierung und entwickelt Standards. Das bayerische LSI ist die zentrale Cybersicherheitsbehörde für den Freistaat Bayern und verfügt über langjährigen Erfahrungsschatz, etwa im Bereich der Angriffserkennung, wovon nun auch die Partner in anderen Bundesländern profitieren sollen.
Bund-Länder-Kooperation als Grundpfeiler
Die Kooperationsvereinbarungen strukturieren die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Cybersicherheit und folgen dabei dem verfassungsrechtlichen Rahmen des Föderalismus. Neben Bayern unterhält das BSI bereits individuelle Kooperationen mit neun weiteren Bundesländern, darunter Baden-Württemberg, Sachsen, Niedersachsen und Hessen. Die nun geschlossene Vereinbarung mit Bayern stärkt diese Struktur weiter, da Bayerns LSI als Vorreiter in der Angriffserkennung gilt, wie auch LSI-Präsident Bernd Geisler betonte: "Von den Erkenntnissen des LSI, zum Beispiel im Bereich der Angriffserkennung, profitieren Partner in ganz Deutschland. Die enge Zusammenarbeit mit dem BSI ist dabei von besonderer Bedeutung für uns."
Das gemeinsame Ziel ist die Etablierung einer Cybernation Deutschland, in der die staatlichen Institutionen auf allen föderalen Ebenen "optimal" gegen die digitalen Gefahren der Zukunft gewappnet sind.




















